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30.01.2009

14:34 Uhr

Teuerung

Inflationsrate in Euro-Zone fällt auf Zehnjahres-Tief

Der Preisdruck in der Euro-Zone ist im Januar auf den niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren gesunken. Experten zeigten sich vom stark nachlassenden Preisdruck überrascht – und fordern Schritte der Europäischen Zentralbank.

Die Preise in der Eurozone fallen. Foto: dpa Quelle: dpa

Die Preise in der Eurozone fallen. Foto: dpa

HB BRÜSSEL/BERLIN. Die Jahresteuerung schwächte sich auf 1,1 Prozent ab, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Freitag auf Basis einer ersten Schätzung mitteilte. Dies ist der niedrigste Wert seit Juli 1999. Im Dezember waren die Preise noch um 1,6 Prozent zum Vorjahr geklettert. Experten sehen nun zunehmend mehr Spielraum für die Europäische Zentralbank (EZB), die Wirtschaftskrise mit weiteren Leitzinssenkungen zu bekämpfen. Die Währungshüter haben für März eine historische Kappung auf unter zwei Prozent signalisiert.

Der Preisdruck in der Euro-Zone lässt überraschenderweise kräftiger als in Deutschland nach, wo die Rate im Januar mit 0,9 Prozent nur um 0,2 Punkte unter dem Vormonat lag. Experten rätseln über die unterschiedliche Entwicklung: „Derzeit bleibt uns nur die Schlussfolgerung, dass die Wirtschaftskrise in einigen Mitgliedsländern einen massiven, weit überdurchschnittlichen Abwärtsdruck auf die Preise ausgeübt hat“, sagte Heinrich Bayer von der Postbank.

Detaillierte Angaben zur Entwicklung der Verbraucherpreise legt Eurostat Ende Februar vor. Analysten führten die nachlassende Teuerung vor allem auf sinkende Energiepreise zurück. Im Juli hatte die Inflation wegen drastisch gestiegener Öl- und Nahrungsmittelpreise noch auf dem Rekordhoch von 4,0 Prozent gelegen. Die EZB sieht stabile Preise bei Raten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. „Die langsamer steigenden Verbraucherpreise festigen die Kaufkraft der Konsumenten und geben der EZB Spielraum, die Zinsen weiter schnell zu senken“, sagte Ökonom Christoph Weil von der Commerzbank.

Die EZB hatte ihren Leitzins Mitte Januar auf zwei Prozent gekappt. Der Schlüsselzins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld liegt damit so niedrig wie zuletzt 2005. Tiefer als zwei Prozent war der Leitzins noch nie in der rund zehnjährigen Geschichte der Währungsunion. Einige Notenbanker hatten zuletzt davor gewarnt, den Leitzins noch weiter zu senken. Die EZB entscheidet am kommenden Donnerstag über ihre Geldpolitik. EZB-Chef Jean-Claude Trichet hatte nach der jüngsten Rats-Sitzung für Februar eine Verschnaufpause und für März eine weitere Zinssenkung angedeutet.

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