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31.01.2014

15:24 Uhr

Teuerungsrate

Inflation in Euro-Ländern sinkt überraschend

Analysten hatten mit einem Anstieg erwartet – stattdessen ist die Inflation im Euro-Raum überraschend weiter gesunken. Grund für den Rückgang sind vor allem sinkende Energiepreise. Das stellt die EZB vor Probleme.

Das Euro-Zeichen leuchtet vor der Europäischen Zentralbank: Aufgabe der EZB ist es, die Inflation beim Zielwert von 2,0 Prozent zu halten. dpa

Das Euro-Zeichen leuchtet vor der Europäischen Zentralbank: Aufgabe der EZB ist es, die Inflation beim Zielwert von 2,0 Prozent zu halten.

LuxemburgDie Inflation in den Euro-Ländern ist zu Jahresbeginn überraschend weiter gesunken. Die jährliche Teuerungsrate sank im Januar im Vergleich zum Vormonat von 0,8 auf bei 0,7 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg meldete. Analysten hatten einen Anstieg erwartet. Etliche rechnen nun damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik weiter lockern wird, einige erwarten sogar eine nochmalige Zinssenkung. Grund für den Inflationsrückgang sind laut Eurostat vor allem sinkende Energiepreise.

Mit den neuen Zahlen entfernt sich die Inflationsrate wieder vom Zielwert der Europäischen Zentralbank von knapp 2,0 Prozent, bei der die Währungshüter die Preisstabilität gewahrt sehen. EZB-Chef Mario Draghi hatte nach der Ratssitzung Anfang Januar klar gemacht, dass die Notenbank bereit sei, zu handeln.

Denn die niedrigen Inflationsraten schüren angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums in vielen Euro-Staaten die Angst vor einer Deflation. Dabei kommt bei anhaltend sinkenden Preise eine gefährliche Abwärtsspirale in Gang, bei dem Verbraucher und Unternehmen in Erwartung weiter fallender Preise sich bei Käufen und Investitionen zurückhalten. Japan steckte in dieser Falle seit den 90er Jahren, scheint sich jetzt aber durch Konjunkturprogramme und enorme Geldspritzen davon befreien zu können.

Denkbar sind nach Ansicht von Volkswirten, dass auch die EZB reagiert mit einer zusätzlichen Zinssenkung – oder auch mit weiteren langfristigen Geldspritzen für die Banken bis hin zu Wertpapierkäufen im Stil der US-Notenbank Fed. Bei deflationären Tendenzen werde man eingreifen, hatte EZB-Präsident Mario Draghi versichert. Im November hatte die EZB überraschend auch wegen der niedrigen Inflationsraten den Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt.

Allerdings gibt es gegen Letzteres politischen Widerstand vor allem aus Deutschland. „Wir halten eine weitere Senkung der Leitzinsen weiter für etwas wahrscheinlicher als andere Optionen“, schreibt die Commerzbank. Allerdings dürfte die EZB bei ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag „noch stillhalten“.

Nach letzten Aussagen der EZB droht derzeit weder nennenswerte Inflation noch Deflation. Auch EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte am Freitag: „Meiner Ansicht nach gibt es kein Risiko einer Deflation.“ Allerdings könne eine längere Phase niedriger Inflation anstehen. Wenn das längere Zeit anhält, wird es zu einem Problem werden“, fügte Rehn hinzu.

Hauptgrund für die schwächere Inflation zur Jahresbeginn sind vor allem rückläufige Energiepreise, die 1,2 Prozent niedriger als vor einem Jahr lagen. Zudem schwächte sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln leicht ab. Ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak zog die Inflation indes leicht an. Diese sogenannte Kernrate stieg von dem im Dezember erreichten Rekordtief um 0,1 Punkte auf 0,8 Prozent.

In Japan ist die Deflation das Kernproblem der japanischen Wirtschaft schon seit den 1990er Jahren. Mit einer aggressiven Geldpolitik will die Notenbank das Land aus der Falle der Deflation befreien. Nun sieht Japan ein Ende des jahrelangen Preisverfalls näher rücken. Die Verbraucherpreise zogen im Dezember um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an und damit im nunmehr siebten Monat in Folge, wie die Regierung am Freitag bekanntgab. Die Industrieproduktion legte zugleich erstmals seit zwei Monaten zu und auch vom Arbeitsmarkt gab es positive Signale.

Von

dpa

Kommentare (13)

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Machiavelli

31.01.2014, 11:33 Uhr

"Das bringt Probleme für die EZB mit sich. "
Typisch deutsch, würde ich sagen, statt sich über die gute Nachricht (niedrige Inflation) zu freuen wird diese negativ interpretiert weil es Deutschland und „nur Deutschland“ wohl gemerkt, dies nicht passt.
Dabei ist gerade Deutschland mit seinem enormen und chronischen Leistungsbilanzüberschuss (ergo Defizit bei den anderen, für die Krise in den anderen Ländern mitverantwortlich.

HofmannM

31.01.2014, 11:39 Uhr

Wer hat den da schon wieder an der Statistik gedreht!?
Die Energiepreise steigen in Deutschland jährlich um mindestens 8% seit der Einführung des EEG bzw. Energiewende! Auch stagniert das Einkommen bei vielen Bürgern in Europa. Ganz zu schweigen von der hohen Arbeitslosigkeit. Die Kosten des täglichen Bedarfs (Lebenshaltungskosten) bleiben jedoch auf hohen Niveau bzw. steigen weiter an. Traue keiner Statistik, die du nicht selbstzusammengestellt bzw. manipuliert hast!

Account gelöscht!

31.01.2014, 11:51 Uhr

"Die Kosten des täglichen Bedarfs (Lebenshaltungskosten) bleiben jedoch auf hohen Niveau bzw. steigen weiter an."
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Jeder, der ein bißchen Zinseszinsrechnung beherrscht und einen Taschenrechner bedienen kann, kommt bei Waren des täglichen Bedarf (dazu gehören eben nicht Waschmaschinen, Computer und Fernseher, sondern Butter, Eier, Brot, Wurst, Sprit, Fahrpreise u.ä.) auf eine Preissteigerungsrate von 7...8% per anno seit der Einführung des Euro. Sie liegen mit Ihren 8% also genau richtig!

"Traue keiner Statistik, die du nicht selbstzusammengestellt bzw. manipuliert hast!"
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Sowieso!

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