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29.10.2012

15:40 Uhr

Teuerungsrate stabil

Inflation in Deutschland bleibt bei zwei Prozent

Die Preise für Waren und Dienstleistungen in Deutschland bleiben weiterhin stabil. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes hat die Inflation im Oktober nicht weiter zugenommen und verharrt bei zwei Prozent.

Insgesamt sind die Preise in Deutschland stabil geblieben. dapd

Insgesamt sind die Preise in Deutschland stabil geblieben.

BerlinTrotz sinkender Benzinpreise bleibt die Inflation in Deutschland vergleichsweise hoch. Im Oktober kosteten Waren und Dienstleistungen 2,0 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Montag in einer ersten Schätzung mitteilte. Damit blieb die Teuerungsrate zum September unverändert. Einerseits profitierten die Verbraucher davon, dass sich Tanken zum Vormonat verbilligte. Andererseits verteuerte sich Haushaltsenergie wie Heizöl in vielen Bundesländern.

Bei Werten von knapp unter zwei Prozent spricht die Europäische Zentralbank von stabilen Preisen. Experten erwarten, dass die Inflation in den nächsten Monaten weiter um diese Marke pendelt. "Für die nähere Zukunft rechnen wir nicht mit allzu starken Veränderungen des Inflationstrends", sagte Postbank-Analyst Heinrich Bayer. Für den Jahresschnitt 2012 geht er von einer Teuerung um 2,0 Prozent aus.

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Die Bundesregierung sieht dies genau so und schätzt das Anziehen der Verbraucherpreise im nächsten Jahr nur auf 1,9 Prozent. "Die Konjunkturabkühlung hat den Wettbewerb zwischen den Firmen um Aufträge noch einmal erschwert", sagte Christian Schulz von der Berenberg Bank. "Es wird immer schwieriger, steigende Kosten von großzügigeren Tarifabschlüssen weiterzureichen."

Denn die gute Konjunktur beschert den deutschen Arbeitnehmern die stärksten Lohnerhöhungen seit fast vier Jahren. Die tariflichen Monatsverdienste stiegen im Juli um durchschnittlich 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und damit so stark wie zuletzt im Oktober 2008, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit stehen die Chancen gut, dass die Kaufkraft in diesem Jahr anders als 2011 steigt.

"Im Gesamtjahr werden die Tarifverdienste um etwa 2,7 Prozent zulegen", sagte der Leiter des Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, Reinhard Bispinck. "Bei einer erwarteten Inflationsrate von zwei Prozent bleibt damit ein kleines reales Plus übrig." 2011 waren die Preise noch schneller gestiegen als die Löhne.

Ein statistischer Effekt in Nordrhein-Westfalen verhinderte womöglich eine niedrigere Inflation in Deutschland, wie Schulz sagte. Im bevölkerungsreichsten Bundesland stieg die Teuerungsrate gegen den Trend von 1,6 auf 1,9 Prozent. Grund war, dass die rot-grüne Koalition in Düsseldorf im Oktober 2011 die Studiengebühren abgeschafft hatte. Dieser monatelang preisdämpfende Effekt fiel nun aus der Statistik. "Dadurch stieg die Jahresteuerungsrate wieder an", betonte des statistische Landesamt.

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An der Zapfsäule entwickelten sich die Preise aber ähnlich wie in anderen Bundesländer. Tanken war knapp vier Prozent teurer als vor einem Jahr, kostete aber gut fünf Prozent weniger als im September und sorgte für Entlastung bei den Konsumenten. Insgesamt blieb Energie aber teuer: So kostete Heizöl in NRW zwölf Prozent mehr als im Oktober 2011 und zwei Prozent mehr als im Vormonat.

Bundesweit stagnierten die Verbraucherpreise von September auf Oktober im Schnitt. Details wollen die Statistiker am 9. November veröffentlichen.

Von

rtr

Kommentare (9)

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Volksverdummung

29.10.2012, 14:51 Uhr

Na klar! Inflation bei 2 %, Arbeitslosentrate unter 3 Mio. und der Papst kann über Wasser laufen.

Joker1

29.10.2012, 15:44 Uhr

Hier kann man getrost sagen:

"Sie Statistik ist ein Hure, denn sie wird von jedem
MISSBRAUCHT"!

einmillionenmann

29.10.2012, 15:52 Uhr

Ich frage micht, was überhaupt teurer wird?

Die Äpfel kosten schon seit 5 Jahren 1,99 €/kg, Rindfleisch bekommt man schon 10 Jahre für 12 €/kg und Brot wird auch nur ansatzweise teurer. Milchprodukte sind teurer geworden, aber das ist nach meiner Meinung auch richtig. Wenn ich mir überlege, dass wir für Wasser mit Geschmack (Energy-Drinks, Cola) teilweise erheblich mehr bezahlen als für Milch, dann passt das Verhältnis nicht.
Da wir 30% der Lebensmittel in den Müll schmeißen, scheint Nahrung eh zu billig zu sein.

Kleidung sieht zwar zunächst teurer aus, aber da eh jeder nur noch reduzierte Ware kauft, ist der Preis Makulatur. Für Schuhe habe ich zu DM-Zeiten 100-120 DM bezahlt; heute sind es 55-65€. Also auch nichts Ungewöhnliches.

Autos sind auch kaum teurer geworden (bis zu 30% Rabatt im IT). Mein Golf III von 1993 hat 26.000 DM gekostet. Einen gleich großen Polo mit viel mehr Ausstattung und Sicherheitseinrichtung bekomme ich heute für 14.000 €.

Telefonierten oder Elektronik ist dagegen deutlich günstiger geworden.

Gerade habe ich einen neuen Rechner konfiguriert und bestellt. 1.200 € hatte ich letztendlich für Gehäuse, mainbord, CPU, 3 Festplatten und etwas Kleinkram zu bezahlen. Eine vergleichbare Qualität hätte ich vor 15 Jahren überhaupt nicht bekommen. Mein 1997 konfigurierter Rechner hat fast 3.000 DM gekostet.

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