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18.02.2015

14:30 Uhr

„The World in 2050“

Studie sagt Deutschlands Abstieg voraus

Deutschland und Europa verlieren im weltweiten Vergleich weiter an wirtschaftlichem Gewicht. Das ist das Ergebnis der Studie „The World in 2050“. Die Forscher gehen davon aus, dass Asien in Zukunft noch dominanter wird.

Laut der Studie „The World in 2050“ wird Deutschland in 35 Jahren nur noch die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt sein. dpa

„Made in Germany"

Laut der Studie „The World in 2050“ wird Deutschland in 35 Jahren nur noch die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt sein.

FrankfurtDeutschland und Europa werden in den kommenden Jahrzehnten nach einer Studie im weltweiten Vergleich erheblich an wirtschaftlichem Gewicht verlieren. Während Europa aktuell mit Deutschland (Rang fünf), Frankreich (Rang acht) und dem Vereinigten Königreich (Rang zehn) noch hinter Asien die stärkste Region im Ranking der Top-Volkswirtschaften ist, werde 2050 nur noch Europas größte Volkswirtschaft unter den Top-Ten bleiben, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in ihrer am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Studie „The World in 2050“ voraussagt.

Allerdings wird Deutschland 2050 laut dieser Studie nur noch die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt sein – hinter Nigeria, der es als erster afrikanischer Staat in die Spitzengruppe schaffen wird. „Unsere Prognose zeigt deutlich, dass Europa im weltweiten Vergleich weiter an wirtschaftlichem Gewicht verliert. Die Kraftzentren der Weltwirtschaft verschieben sich auch in Zukunft weiter nach Asien“, sagte Norbert Winkeljohann, Sprecher des Vorstands von PwC Deutschland.

China wird demnach seine Rolle als weltgrößte Wirtschaftsmacht verteidigen, die USA werden bis 2050 von Indien auf Rang drei verdrängt. Noch vor Nigeria (Rang neun) folgen Indonesien, Brasilien, Mexiko, Japan und das derzeit kriselnde Russland.

Die Gewinner der Weltwirtschaft

Volkswirtschaft 2050

Welche Staaten werden in 35 Jahren noch zu den führenden Wirtschaftsnationen der Welt gehören? Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) veröffentliche in ihrer Studie „The World in 2050“ unter anderem eine Top Ten der Volkswirtschaften. Für die Prognose gehen die PwC-Volkswirtschaftler von einem durchschnittlichen Wachstum der Weltwirtschaft von rund drei Prozent pro Jahr aus. Die Gewinner der Volkswirtschaften:

Quellen: dpa/ots

Nigeria

2014: 1,058 ; 2030: 2,566; 2050: 7,345 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Erstaunlich optimistisch bewerten die Volkswirtschaftler die Aussichten unter anderem Krisenstaaten in Afrika. So werde Nigeria bis 2050 Deutschland überholen und auf Platz neun der stärksten Volkswirtschaften klettern. Nigeria, Vietnam und die Philippinen werden demnach mit durchschnittlich 4,5 bis 5 Prozent Wachstum die dynamischsten Wachstumsregionen der Welt sein.

Mexiko

2014: 2,143 ; 2030: 3,985 ; 2050: 8,014 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Mexikos Wirtschaft ist derzeit im Wandel. 2020 wird das Land auf Platz neun klettern und 2050 Frankreich aus der Spitzengruppe verdrängen.

Indonesien

2014: 2,554 ; 2030: 5,486 ; 2050: 12,210 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Indonesien dürfte bis 2050 von dauerhaft hohen Wachstumsraten und einer jungen Bevölkerung profitieren. 2030 wird die indonesische Wirtschaftsleistung doppelt so groß sein und schafft es 2050 laut der Studie auf Rang vier.

Brasilien

2014: 3,073 ; 2030: 4,996 ; 2050: 9,154 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Brasiliens Wirtschaft wächst in den kommenden Jahren noch mehr. 2030 klettert das Land auf Rang sechs und bleibt auch 2050 in der Top Ten (Platz fünf).

Indien

2014: 7,277 ; 2030: 17,138 ; 2050: 42,205 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Schon heute ist Indien als drittstärkste Volkswirtschaft etwa 50 Prozent leistungsstärker als das viertplatzierte Japan. Mit dauerhaft hohen Wachstumsraten und einer jungen Bevölkerung wird Indien bis 2050 zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen. Die Wirtschaftsleistung soll dann fast zweieinhalbmal so stark sein wie die Indonesiens.

Die Verlierer der Weltwirtschaft

Großbritannien

2014: 2,435 ; 2030: 3,586 ; 2050: 5,744 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Zwar wird Großbritannien auch 2030 noch im Ranking der Top-Volkswirtschaften mit Platz zehn in der Top Ten sein. Doch 2050 sieht das anders aus: Rang elf.

Italien

2014: 2,066 ; 2030: 2,591 ; 2050: 3,617 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Italien wird in 35 Jahren auf Rang 18 zurückfallen. Die Prognose zeigt deutlich, dass Europa im weltweiten Vergleich weiter an wirtschaftlichem Gewicht verliert.

Frankreich

2014: 2,587; 2030: 3,418; 2050: 5,207 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Frankreich kommt schafft es bereits 2030 auf Rang elf und rutscht bis 2050 auf Platz 13.

Russland

2014: 3,559 ; 2030: 4,854 ; 2050: 7,575 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Russland wird bis 2050 auf Platz acht verdrängt.

Deutschland

2014: 3,621 ; 2030: 4,590 ; 2050: 6,338 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Drei europäische Staaten gehören derzeit zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt: Deutschland, Frankreich und Großbritannien. 2050 wird nur noch die Bundesrepublik in den Top Ten der wirtschaftlich leistungsfähigsten Staaten vertreten sein. Deutschland wird bereits 2030 auf Rang acht zurückfallen.

Japan

2014: 4,788 ; 2030: 6,006 ; 2050: 7,914 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Während Japan auch 2030 den vierten Platz verteidigt, wird das Land bis 2050 drei Ränge abrutschen und auf Rang sieben landen.

USA

2014: 17,416 ; 2030: 25,451 ; 2050: 41,384 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Auch wenn die USA 2020 den zweiten Platz noch verteidigen können, werden sie 2050 von Indien auf Platz drei verdrängt. Dann wird drittstärkste Volkswirtschaft USA fast zweieinhalbmal so groß sein wie Indonesien (2050: Rang vier).

Für die Prognose gehen die PwC-Volkswirtschaftler von einem durchschnittlichen Wachstum der Weltwirtschaft von rund drei Prozent pro Jahr aus - Deutschland wächst laut Prognose nur um etwa 1,5 Prozent. „Der demografische Wandel wird ab etwa 2020 das Wachstum in weiten Teilen der Welt deutlich abkühlen“, sagte Winkeljohann. Das werde auch das deutsche Wachstum bremsen: Deutschland müsse sich auf eine ähnliche Entwicklung einstellen, wie sie Japan bereits erlebe.

Von

dpa

Kommentare (30)

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Herr Niccolo Machiavelli

18.02.2015, 15:13 Uhr

Kein Wunder, wenn weiterhin Leistungsträger verprellt werden und in das Ausland abwandern, und im Gegenzug Minderqualifizierte in die Sozialsysteme in Scharen einwandern.

Herr Roman Tersano

18.02.2015, 16:38 Uhr

Wer mit offenen Augen durch Deutschland geht, sieht Deutschlands Abstieg bereits heute Tag für Tag.

Obwohl Deutschland im Sinne eines "Land der Deutschen" durch die Politik der etablierten Parteien nicht mehr länger existieren wird. An Deutschland wird im Jahr 2050 nicht mehr viel deutsch, ja noch nicht einmal mehr viel europäisch sein.

Nicht nur die Deutschen, sondern die gesamte europäische Bevölkerung (europäische Immigranten miteinberechnet) werden immer mehr marginalisiert, und werden in den nächsten Jahrzehnten zur Minderheit verdrängt sein.

Herr Ossi NB

18.02.2015, 16:51 Uhr

Es ist offensichtlich. Hoch qualifizierte Leistungsträger, also kluge Leute, meiden Deutschland nicht wegen einer fehlenden "Willkommenskultur"sondern wegen der hohen Steuer-und Abgabenlast, der Ideologisierung ganzer Wirtschaftszweige und einer sich ausbreitenden Technikfeindlichkeit.
Unqualifizierte Zuwanderer werden in Massen durch das weltweit einmalige deutsche Sozialsystem angelockt, welches die geduldigen Steuerbürger Deutschlands noch immer finanzieren.
Wird die zugrunde liegende Politik so weitergeführt, dann werden selbst mittelfristig die Perspektiven unserer Wirtschaft im Vergleich zu den aufstrebenden Nationen sehr bescheiden sein.

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