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23.02.2011

16:21 Uhr

Trichet-Nachfolger

Slowakei glaubt an deutsche EZB-Spitze

In der Slowakei ist man sich offenbar sicher: Auch nach dem Rückzieher von Bundesbankpräsident Axel Weber hat Deutschland im Poker um den EZB-Chefposten noch immer gute Karten.

EZB-Präsident Trichet: Seine Amtszeit endet im Oktober 2011. Quelle: Reuters

EZB-Präsident Trichet: Seine Amtszeit endet im Oktober 2011.

Bratislava„Ich denke, dass eine politische Übereinkunft auf Deutschland hinauslaufen wird - wenn es einen akzeptablen Kandidaten benennt“, sagte der slowakische Finanzminister Ivan Miklos am Mittwoch vor Reportern. Die Bundesregierung lässt sich aber nicht in die
Karten blicken, ob sie an einer deutschen Kandidatur um die Nachfolge von EZB-Chef Jean-Claude Trichet festhält. „Diese Frage kann ich weder mit Ja noch mit Nein beantworten“, sagte ein Regierungssprecher. Bundeskanzlerin Angela Merkel werde in dieser Frage rechtzeitig Stellung beziehen: „Aber sie hält die Zeit dafür noch nicht für gekommen“.

Trichet scheidet am 31. Oktober aus dem Amt. Weber, der als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge Trichets galt, hatte sich diesen Monat überraschend aus dem Rennen zurückgezogen. Mit seinen Vorbehalten gegen Staatsanleihekäufe der EZB sah er sich in dem Führungsgremium der Zentralbank zunehmend isoliert. Nach dem Abgang Webers, der Ende April den Bundesbankchefsessel räumt, werden die Karten nun neu gemischt: Die Bundeskanzlerin betonte mehrfach, für sie stehe nicht die Nationalität des künftigen obersten Hüters des Euro im Vordergrund. Vielmehr sollte der Trichet-Nachfolger die deutschen Vorstellungen zur Bekämpfung der Inflation teilen.

Als geeignete deutsche Kandidaten kursieren bereits seit längerem zwei Namen: Klaus Regling, der den Euro-Rettungsfonds EFSF leitet, sowie EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark. Unter Experten gilt jedoch der italienische Notenbankchef Mario Draghi als klarer Favorit für den EZB-Chefposten, den Trichet im Herbst nach acht Jahren an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) räumt. Für den 63-jährigen Draghi spricht nach Ansicht vieler Experten seine Erfahrung als Notenbanker. Er ist zudem Chef des Financial Stability Boards, das im Auftrag der G20 neue Regeln für die Weltfinanzordnung entwirft.

Kommentare (1)

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23.02.2011, 16:52 Uhr

Als weiterer deutscher Kandidat kommt Herr Dr. von und zu Guttenberg in Betracht. Niemand fälscht besser als er.

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