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29.01.2004

20:37 Uhr

Trichet und Bundesbankchef sind einer Meinung

Welteke: Zinsniveau steht Aufschwung nicht entgegen

Nach Aussage des Bundesbankpräsidenten Ernst Welteke hat das Wachstum der Weltwirtschaft für die Konjunktur in der Euro-Zone eine größere Bedeutung als der Wechselkurs. Damit löst er die Befürchtungen vieler Volskwirte, die Konjunkturerholung könne durch den starken Euro gebremst werden.

HB MÜNCHEN/MADRID. „Für die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und Deutschland spielt das Wachstum der Weltwirtschaft eine größere Rolle als die Wechselkursentwicklung“, sagte Welteke am Donnerstag beim Bankenempfang der Bundesbank-Hauptverwaltung München. Zudem habe Deutschland in der Vergangenheit schon Wechselkursschwankungen in jede Richtung erlebt. Das derzeitige niedrige Zinsniveau und die monetäre Versorgung stünden einem Aufschwung nicht entgegen. Wirtschaftsvertreter und Volkswirte waren angesichts des starken Euro-Anstiegs zu Jahresbeginn zunehmend besorgt, der hohe Wechselkurs könne die Exporte dämpfen und damit die Konjunkturerholung zunichte machen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte wiederholt vor Kursübertreibungen gewarnt und den Aufwärtstrend damit vorerst brechen können. Der Euro hat seit seinem Höchststand vor zwei Wochen fast fünf US-Cent nachgegeben auf zuletzt knapp 1,24 Dollar.

Die Konjunkturerholung in der Euro-Zone wird sich nach den Worten von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet im Laufe dieses Jahres allmählich verstärken. „Die Aussichten, dass sich das Wachstum 2004 bis hin zu seinem Potenzial verbessert und die Inflation in Einklang steht mit Preisstabilität sind offensichtlich gut“, sagte Trichet am Donnerstag auf einer Finanzkonferenz in Madrid. Jüngste Daten hätten die anhaltende wirtschaftliche Erholung bestätigt. Die Leitzinsen seien mit 2,00 Prozent historisch niedrig und die Finanzierungsbedingungen im Euroraum günstig. Auf den Euro-Kurs, über dessen Kursausschläge sich Trichet kürzlich noch mehrfach besorgt geäußert hatte, ging der EZB-Chef nicht ein.

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