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01.10.2013

04:18 Uhr

Trotz düsterer Prognosen

Stimmung in Japans Industrie geht aufwärts

Japan ist hoch verschuldet - die Stimmung in der Industrie hellt sich jedoch auf. Laut dem Tankan-Bericht der japanischen Notenbank fasst die Wirtschaft Fuß. Experten warnen aber vor einer Krise.

Staatsverschuldung

Japan: Stimmung gut, Aussicht schlecht

Staatsverschuldung: Japan: Stimmung gut, Aussicht schlecht

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TokioDie Erholung von Japans Wirtschaft fasst immer mehr Fuß. Die Stimmung in der Industrie war im dritten Quartal so gut wie seit fast sechs Jahren nicht mehr, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Konjunkturbericht (Tankan) der japanischen Notenbank hervorgeht.

Nach dem sogenannten Tankan-Bericht verbesserte sich der Index zwischen Juli und September von plus 12 Punkten auf plus 14 Punkten und damit noch stärker als erwartet. Ein positiver Index bedeutet, dass die Optimisten in der Mehrheit sind - Analysten hatten im Mittel nur mit plus sieben Punkten gerechnet. Die Quartalsumfrage ist eine umfassende Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht.

Vor dem Hintergrund der verbesserten Wirtschaftslage wollte Ministerpräsident Shinzo Abe noch am Dienstag eine Erhöhung der Verbrauchssteuer im April von 5 Prozent auf 8 Prozent ankündigen. Die Erhöhung ist der erste Versuch einer japanischen Regierung seit mehr als 15 Jahren, die galoppierende Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen. Gemessen an der Wirtschaftsleistung hat das Land den höchsten Schuldenberg aller Industrienationen aufgetürmt.

Kritiker befürchten, dass dadurch der gerade angesprungene Wachstumsmotor wieder abgewürgt werden könnte. Experte Takeshi Fujimaki, ein ehemaliger Mitarbeiter von George Soros, hatte vergangene Woche in einem Interview bereits eine Haushaltskrise für unausweichlich erklärt. Weder eine Anhebung der Mehrwertsteuer noch die Olympischen Spiele 2020 könnten das aufhalten, hatte Fujimaki letzte Woche im Interview mit Bloomberg News. „Die Gesamtverschuldung wird weiter steigen. Ich denke nicht, dass Japan bis 2020 überleben kann,” erklärte Fujimaki

Japan ist hoch verschuldet und benötigt angesichts der rapiden Überalterung der Bevölkerung dringend Geld in der Staatskasse. Um die Auswirkungen der von Abe geplanten Steuererhöhung abzufedern, plant er Medien zufolge eine weitere Konjunkturspritze im Volumen von sechs Billionen Yen (45 Mrd Euro). Abe will Japan mit solchen Konjunkturpaketen, einer drastischen Lockerung der Geldpolitik und Reformen aus der jahrelangen Deflation führen. Die großen Firmen des Landes wollen zwar ihre Investitionen im bis noch 31. März laufenden Steuerjahr erhöhen, jedoch nur um 5,1 Prozent statt der drei Monate zuvor bei der Umfrage der Zentralbank noch genannten 5,5 Prozent.

Soros-Vertrauter warnt: „Japan wird nicht bis 2020 überleben"

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Der Internationale Währungsfonds prognostiziert einen enormen Anstieg von Japans Staatsverschuldung. „Es wird zu einer Finanzkrise kommen“, meint Experte Takeshi Fujimaki, ein ehemaliger Mitarbeiter von George Soros.

Vom Arbeitsmarkt kamen dem Bericht nach gemischte Signale. Zwar stieg die Arbeitslosenrate im August überraschend saisonbereinigt auf 4,1 Prozent von 3,8 Prozent im Juli, wie die Regierung am Dienstag bekanntgab. Allerdings waren mehr Arbeitsplätze verfügbar. Die Quote von Jobs zu Bewerbern legte auf 0,95 von 0,94 im Juli zu und war damit so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Zahl der neuen Jobangebote ging im August im Vergleich zum Vormonat zwar um ein Prozent zurück. Binnen Jahresfrist kletterte sie jedoch um 4,3 Prozent.

Auch die Stimmung im Service-Sektor verbesserte sich hingegen. Der entsprechende Index legte um zwei Punkte auf plus 14 Zähler zu. Zudem wollen große Firmen wieder mehr investieren. Allerdings wirft der Bericht auch kleine Schatten. Sowohl Industrie als auch Service-Sektor gehen davon aus, dass die wirtschaftlichen Bedingungen in den nächsten drei Monaten gleich bleiben werden. Das könnte ein Anzeichen dafür sein, dass die Stimmungsaufhellung ihren Höhepunkt erreich haben könnte.

Kommentare (2)

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GuenterZorn

01.10.2013, 06:46 Uhr

Hier was andere zu diesem Herrn "Experten" Fujimaki schreiben. Er ist uebrigens von Soros gefeuert worden. Das HB sollte vielleicht besser recherchieren.

Former Soros Trader Has Made A Career Out Of Saying One Incorrect Thing For The Last 12 Years

A breathtaking paragraph in the FT:
Takeshi Fujimaki has been wrong for a decade and counting. Since the former star JPMorgan trader was fired by George Soros in 2000 for shorting Japanese government bonds, he has earned a living advising pensioners to cut their yen holdings, in anticipation of an imminent fiscal collapse.
This is an ironic thing.
The great rally in the yen/Japanese Government Bonds has been called the widowmaker precisely because folks like Fujimaki have been wrong for so long.
But widowmaker implies people becoming widows AKA: their husbands dying. In this case, the advice has been horrible, but he keeps on trucking.

pro-D

01.10.2013, 11:25 Uhr

Soros war schon immer ein sehr weiser Mann, der bewusst Informationen gestreut hat, die ihm geholfen haben, billig einzukaufen.

Japan gehört die Zukunft, wie eben auch D, RUS und CN. Und wer in mrd-Summen oder mega long term orientiert ist, der kauft genau hier ein.

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