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19.01.2004

12:09 Uhr

Trotz ermutigender Daten zur Industrieproduktion

Bundesbank erwartet kein kräftiges Wirtschaftswachstum

Die Hoffnungen auf eine kräftiges Wirtschaftswachstum im Schlussquartal 2003 könnten trotz ermutigender Daten zur Industrieproduktion enttäuscht werden. Lediglich einen Zuwachs des Bruttoinlandsprotukts von 0,25 Prozent zum Vorquartal erwartet die Deutsche Bundesbank.

HB BERLIN. Im am Montag veröffentlichten Januar-Monatsbericht der Bundesbank hieß es, nach eigener Berechnung könnte das BIP im vierten Quartal um ein Viertel Prozent zugenommen haben. Vor allem nach starken Zuwächsen der Industrieproduktion im Oktober und November hatten zahlreiche Volkswirte ein BIP-Plus von 0,5 Prozent für möglich gehalten. Die Bundesbank schließt nicht aus, dass die Produktionsdaten durch Sondereffekte verzerrt wurden.

„Die konjunkturelle Belebung der deutschen Wirtschaft hat sich im vierten Quartal mit mäßigem Tempo fortgesetzt“, hieß es in dem Monatsbericht weiter. Das Statistische Bundesamt hatte vergangenen Woche bei der Vorstellung der BIP-Daten 2003 bereits angedeutet, dass die Wirtschaftsleistung im Schlussquartal wohl deutlich weniger als 0,5 Prozent zum Vorquartal gestiegen ist. Im Gesamtjahr 2003 war das BIP um 0,1 Prozent geschrumpft. Die BIP-Daten zum vierten Quartal werden Mitte Februar vom Statistikamt bekannt gegeben.

Nach Berechnung der Bundesbank übertraf die Produktion der Monate Oktober und November zwar den Durchschnitt des dritten Quartals um rund drei Prozent. „Allerdings dürfte die Besserung aus konjunktureller Sicht durch Sonderfaktoren etwas überzeichnet sein.“ So sei nicht auszuschließen, dass im Oktober auch Produktion nachgeholt worden sei, weil sich die Sommerferien mehr als in den letzten Jahren auf August und September konzentriert hätten. Im November könnte es wegen des sich abzeichnenden vermehrten Urlaubs in der zweiten Dezemberhälfte dann zum Vorziehen von Produktion gekommen sein.

Neben einer Reihe von Banken-Volkswirten hatte auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die Erwartung geäußert, dass das BIP im Schlussquartal 2003 um 0,5 Prozent gewachsen sei. Im dritten Quartal hatte das BIP nur um 0,2 Prozent zugelegt, in der ersten Jahreshälfte war es geschrumpft.

Positiv hob die Bundesbank hervor, dass der Auftragseingang im Durchschnitt der Monate Oktober und November saisonbereinigt um fast vier Prozent über dem Stand des Dritten Quartals gelegen habe. Dabei hätten die Bestellungen aus dem Inland besonders kräftig zugenommen. „Alle großen Wirtschaftsbereiche verzeichnen hier deutliche Zuwächse.“ Auch bei der Auslandsnachfrage habe sich der positive Trend fortgesetzt.

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