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21.09.2011

09:52 Uhr

Trotz Inflation

Reallöhne ziehen weiter kräftig an

Dank hoher Tarifabschlüsse und längeren Arbeitszeiten stiegen die Reallöhne für Vollzeitkräfte in Deutschland deutlich an. Nur die vergleichsweise hohe Inflationsrate machte noch größere Zuwächse zunichte.

Arbeiter in einem Stahlwerk: Die Reallöhne in Deutschland sind deutlich gestiegen. dpa

Arbeiter in einem Stahlwerk: Die Reallöhne in Deutschland sind deutlich gestiegen.

WiesbadenDie wirtschaftliche Erholung nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 kommt immer mehr auch bei den Beschäftigten an. Im zweiten Quartal dieses Jahres stiegen die Reallöhne für Vollzeitkräfte dank hoher Tarifabschlüsse und längeren Arbeitszeiten um durchschnittlich 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

Nur die vergleichsweise hohe Inflationsrate von 2,3 Prozent machte noch größere Zuwächse zunichte. Die Nominallöhne waren brutto mit 4,2 Prozent so stark gestiegen wie noch nie seit Einführung der Statistikreihe im Jahr 2008. Auch im ersten Quartal hatte es eine überdurchschnittliche Steigerung der Reallöhne gegeben.

In fast allen Wirtschaftszweigen wurde deutlich mehr gezahlt. Im Verarbeitenden Gewerbe gab es mit 7,0 Prozent die stärksten Zuwächse, wozu der Abbau der Kurzarbeit, höhere Sonderzahlungen wie erfolgsabhängige Boni sowie Tariferhöhungen beitrugen. In der Chemischen Industrie hatten sich die Tarifparteien auf ein Lohnplus von 4,1 Prozent geeinigt, in der Metall- und Elektroindustrie wurden plus 2,7 Prozent vereinbart.

Um überdurchschnittliche 4,6 Prozent erhöhten sich die Verdienste für die Beschäftigten von Banken und Versicherungen. Der Löwenanteil resultiert aus höheren Sonderzahlungen, die in der Finanzbranche größtenteils erfolgsabhängig gezahlt werden und das Vorkrisenniveau wieder deutlich überschritten. Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente im zweiten Quartal ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 3313 Euro brutto im Monat.

Am meisten bekamen die Beschäftigten der Informations- und Kommunikationsbranche (4358 Euro) und der Energieversorgung (4350 Euro) sowie die Mitarbeiter von Banken und Versicherungen (4332 Euro). Am wenigsten wurde im Gastgewerbe mit 1950 Euro gezahlt.

Kommentare (5)

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Tendensioese_Meinungsmache

21.09.2011, 10:07 Uhr

Iss klar HB!
Kräftiger Anstieg von 1,9% - Muhahaha. ;-)
Mich kotz diese tendenziöse Berichterstattung nur noch an.
Um wieviel Prozentpunkte sind die Krankenversicherungsbeiträge angestiegen?
Um wieviel Teuro wurden die Energiepreise erhöht?
Wieviel Teuros hatten die unteren und mittleren Einkommen weniger im Geldbeutel als 2010?
Wie stark waren die Preissteigerungen für Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs?

Von mir aus, soll dieses ganze Abzockersystem mit einem großen Knall gegen die Wand fahren, sollen alle untergehen!


Drei-Klassen-Gesellschaft

21.09.2011, 10:12 Uhr

Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente im zweiten Quartal ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 3313 Euro brutto im Monat.
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Sagen sie das mal einem vollzeitbeschäftigten Leiharbeiter, der 1260 Euro brutto im Monat verdient.

Account gelöscht!

21.09.2011, 11:13 Uhr

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Warum wird nicht endlich aufgehört von Dingen zu schreiben, die selbst ein Wirtschaftsblatt nicht versteht.

ES GIBT SCHON JAHRZEHNTE KEINE INFLATION MEHR !!!


Inflation ist nur der Ausdruck dafür, daß durch MENSCHLICHES WIRKEN die produzierten Waren und Dienstleistungen mit der Geldzeugungsmenge nicht schritt halten.


Wenn aber ein elementar unverzichtbarer Baustein (fossiles Brennmaterial)zur Erzeugung von Waren und Dienstleistungen das mitlerweile parabolisch im Preis steigt (da knappes Gut), nicht durch menschliches Wirken auch nur im Ansatz im verhältnis zum Verbrauch erzeugt werden kann, kann auch nicht von Inflation gesprochen werden. Denn genau dieser zügellose Einsatz hatt die menschliche Ökonomie und das menschliche Wirtschaften zerstört. Denn es hat am Anfang des Zyklus (1850 bis 1950) Waren und Dienstleistungen zu einem nahezu Nulltarif möglich gemacht. Jetzt schwingt das Pendel in die andere Richtung.

Der nun eintretende Preisanstieg, angeblich Inflation, für Waren und Dienstleistungen ist nichts anderes als der Anstieg des Preise für fossile Energieträger. Das wird sich auch parabolisch entwickeln, und wir sind noch immer im unteren flachen Abschnitt.
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