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30.11.2016

10:29 Uhr

Trotz Rekordtief im November

Experten sagen Ende des Job-Booms voraus

Der Arbeitsmarkt hat ein erfolgreiches Jahr 2016 hinter sich – es gibt so wenig Arbeitslose wie nie lange nicht mehr. Damit dürfte aber erst mal Schluss sein. Experten rechnen für 2017 mit dem vorläufigen Ende des Booms.

Während der Arbeitslosenzahlen aktuell so gut sind wie nie zuvor, sehen Experten die Arbeitsmarktentwicklung für das Jahr 2017 pessimistischer. Uneinig sind sich die Prognosen jedoch bei den Zahlen –besonders die Frage, wie viele Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integriert werden können, spaltet die Gemüter. dpa

Ende des Booms?

Während der Arbeitslosenzahlen aktuell so gut sind wie nie zuvor, sehen Experten die Arbeitsmarktentwicklung für das Jahr 2017 pessimistischer. Uneinig sind sich die Prognosen jedoch bei den Zahlen –besonders die Frage, wie viele Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integriert werden können, spaltet die Gemüter.

NürnbergKurz vor dem Jahresende kam der Arbeitsmarkt noch mal so richtig auf Touren: Mit rund 2,53 Millionen Arbeitslosen ist die Zahl der Arbeitslosen im November auf ein neues Rekordtief gesunken sein. Das sind 8000 weniger als im Oktober und 101.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Behörde am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 5,7 Prozent zurück.

Man muss fast bis zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung zurückblicken, um auf ähnlich niedrige Erwerbslosenzahlen zu kommen. Die gute 2016er Entwicklung dürfte auch der Dezember kaum noch verhageln. Einig sind sich die Fachleute aber auch: Mit einem Job-Boom mit rekordverdächtigen Tiefständen dürfte es wohl erst mal vorbei sein. Für 2017 rechnen sie mit einer deutlich abgeschwächten Arbeitsmarktdynamik.

Der Rückgang der Erwerbslosenzahlen im Herbst hat vor allem saisonale Gründe: Ausbildungsabsolventen finden eine feste Stelle, Schulabgänger beginnen ein Studium und viele Firmen stellen nach den Werksferien neue Mitarbeiter ein. Im Dezember setzt dann meist die Winterarbeitslosigkeit ein. Die Konjunktur sorgt nach Ansicht von Experten nur noch für einen verhältnismäßig schwachen Schub.

Diesen Stellenwert hat die Arbeit im Leben der Deutschen

39 Prozent

Eine repräsentative Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt, was den Deutschen im Leben am wichtigsten ist. An erster Stelle stehen bei den Befragten Familie und Partnerschaft mit 39 von 100 Punkten.

Quelle: Studie „Bedeutung der Arbeit

34 Prozent

Arbeit hat eine hohe Bedeutung im Leben der Deutschen. Mit 34 von 100 möglichen Punkten rangiert sie auf Platz zwei. Selbst ein hoher Geldgewinn wäre nur für jeden fünften Arbeitnehmer ein Grund, aus dem Berufsleben auszusteigen. Und selbst wenn das Arbeitslosengeld sehr hoch wäre, würden fast drei Viertel der Deutschen demnach lieber zur Arbeit gehen als Transferleistungen beziehen.

20 Prozent

An dritter Stelle nannten die Deutschen ihre Freizeit. Wenig verwunderlich war der Wert bei der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen mit 23 Punkten etwas höher, doch auch für die Jungen sind Familie und Job wichtiger als der Kinobesuch.

7 Prozent

Ein gesellschaftliches Engagement rangiert bei allen Altersgruppen am Ende der Bedeutungsskala. Männern ist das Engagement jedoch ein bisschen wichtiger als Frauen. Sie vergaben 8 von 100 Punkten, Frauen nur 6.

Allerdings waren sich Arbeitsmarktexperten bei ihrer Prognose für das Jahr 2017 lange nicht mehr so uneinig. Was die Ausblicke auf 2017 so schwierig macht: Kaum einer vermag am Jahresende 2016 zuverlässig abzuschätzen, wie schnell und in welchem Umfang die nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge im kommenden Jahr auf den Arbeitsmarkt drängen werden - und damit die Erwerbslosenzahlen in die Höhe treiben.

Am optimistischsten ist noch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet für 2017 mit 2,618 Millionen Arbeitslosen – das wären rund 70.000 weniger als in diesem Jahr. Auch wenn die Prognose noch vom Frühherbst stammt, das IAB hält daran auch nach der überraschenden Wahl Donald Trumps fest, wie IAB-Prognose-Chef Enzo Weber versicherte.

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Arbeit und Freizeit sollen neu austariert, Auszeiten vom Beruf staatlich bezuschusst werden – so will die Arbeitsministerin Deutschland fit machen für die Digital-Ära. Bei den Arbeitgebern überwiegt Skepsis.

Hauptgrund für die optimistische Prognose: „Die Konjunktur wirkt weiter positiv, wenn auch nicht mehr so stark wie 2016“. Für konjunkturellen Rückenwind sorge dabei nicht nur der schwache Euro, sondern auch die niedrigen Zinsen, preiswertes Öl und die wohl auch 2017 anhaltende starke Binnennachfrage - gestützt durch die den privaten Konsum, aber auch die staatlichen Ausgaben für die Flüchtlingsbetreuung

Ungleich skeptischer sind Bankenvolkswirte. Keiner von ihnen rechnet 2017 ernsthaft mit einem erneuten Rückgang der Arbeitslosenzahlen - allenfalls mit einem Gleichstand, wie Allianz-Volkswirt Rolf Schneider. Die meisten seiner Kollegen gehen dagegen von einem Anstieg der Erwerbslosenzahlen auf 2,72 bis 2,75 Millionen aus; das wären 30.000 bis 60.000 mehr als in diesem Jahr. Die Wirtschaftswiesen der Bundesregierung prognostizieren hingegen nur einen leichten Anstieg der Erwerbslosenzahl um 4000.

Kommentare (6)

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Herr Percy Stuart

30.11.2016, 09:39 Uhr

4,5 Mio. in ALG II und Hartz IV
2,53 Mio. in ALG 1
ca. 500.000 - 1 Mio. in oft sinnlosen Weiterbildungs-, Umschulungs- und anderen Maßnahmen, 1 Euro-Jobs (fallen auch aus der Statistik raus), Minijobber und Aufstocker

Macht summa summarum 7 Mio. Erwerbslose, welche nur noch von Sozialtransfers überleben können! Dabei sind die ca. 1 Mio. Migranten, die noch gar nicht in den Jobcentern verwaltet sind, noch gar nicht mit dazugerechnet.
Man muss diese Fakten zur Kenntnis nehmen.
Was interessieren mit 2,53 Mio. wenn die „verdeckte Erwebslosigkeit“ millionenfach höher liegt.

Herr Percy Stuart

30.11.2016, 09:40 Uhr

Zigtausende kommen jetzt bei den Automobilkonzernen, den Energieversorgern, den Banken, den Versicherungen usw. noch mit dazu.

Account gelöscht!

30.11.2016, 10:03 Uhr

Den Job Boom gibt es schon seit mindestens 3 Jahren nicht mehr in Deutschland.
Gut bezahlte Industriearbeitsplätze werden in Deutschland durch die Grün-Kommunistische "Umweltpolitik" vernichtet.
Nach der Kraftwerksbranche kommt jetzt die Automobilbranche und danch die Chemiebranche dran. Die Grundstoffindustrie wurde ja schon vor Jahren von dieser asozialen "Umweltpolitik-Ministerium" der Grünen-Kommunisten aus Deutschland verbannt.
Was bleibt sind Arbeiten im Hilfsarbeiter Bereich und Dienstleistung. Arbeiten die für einen Hungerlohn erbracht werden soll.
Willkommen in der neuen Welt der Kommunisten. Umverteilung von Unten nach Oben. Und das Umweltbundesamrt ist die Zentrale dieser Kommunsiten.
Hier werden Angst und Lügen Märchen/Studien für die naive Deutsche Gesellschaft in Auftrag gegeben um die Deutschen weiter in der Angst von Strahlung, CO, Nitrat usw. halten.
Somit können die Kommunisten in Zukunft die Grenzwerte für diese "bösen" Stoffe unserer Wohlstandsgesellschaft festsetzen. Und diese Grenzwerte werden immer weiter auf NULL gesenkt und somit auch unser Wohlstand. Unser Wohlstand der auf der wirtschaftlichen Mehrwertschöpfung basiert wird durch diese Grenzwert Festsetzungspolitik komplett ausradiert. Da rührt sich dann nichts mehr. Weder in der Wissenschaft noch in der Forschung und Entwicklung.
Die Politik erklärt alles als "Böse" und beschließt Grenzwert Gesetze, die unserer wirtschaftlichen Mehrwertschöpfung die Hände binden.

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