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26.11.2015

16:03 Uhr

Trotz wachsender Kreditvergabe

Ökonomen rechnen mit weiteren Schritten der EZB

Die lockere Geldpolitik der EZB scheint zu wirken: Derzeit vergeben Banken so viele Kredite wie lange nicht mehr in der Euro-Zone. Doch noch ist die Inflation gering. Experten rechnen daher mit weiteren Maßnahmen.

Die EZB peilt eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an – doch davon ist die Teuerung in der Euro-Zone weit entfernt. dpa

Anziehende Kreditvergabe, schleppende Inflation

Die EZB peilt eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an – doch davon ist die Teuerung in der Euro-Zone weit entfernt.

FrankfurtDie Kreditvergabe an Firmen in der Euro-Zone kommt dank der Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) etwas stärker in Schwung. Trotzdem gehen Ökonomen unverändert von zusätzlichen geldpolitischen Lockerungen der Währungshüter aus. Banken im Währungsraum vergaben im Oktober 0,6 Prozent mehr Darlehen an Unternehmen außerhalb des Finanzsektors als ein Jahr zuvor, wie die EZB am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Das ist der kräftigste Anstieg seit Januar 2012. Im September hatte er bei lediglich 0,1 Prozent gelegen. An Haushalte vergaben die Geldhäuser im Oktober 1,2 Prozent mehr Darlehen als vor Jahresfrist.

Die EZB will mit ihrem Anleihen-Kaufprogramm im Volumen von über einer Billion Euro erreichen, dass die Wirtschaft stärker mit Geld versorgt wird. Das soll die Konjunktur ankurbeln und in der Folge für mehr Inflation sorgen. Doch bislang liegt die Teuerung meilenweit vom Ziel der Zentralbank entfernt, die eine Rate von knapp unter zwei Prozent als idealen Wert betrachtet. Experten erwarten deshalb, dass die EZB auf ihrer Ratssitzung in einer Woche die Geldschleusen noch weiter öffnet.

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„Ich glaube nicht, dass diese Daten erhebliche Auswirkungen haben werden auf die Entscheidung nächste Woche“, sagte Pernille Bomholdt Henneberg von der Dankse Bank. Die Notenbank werde ihre Geldpolitik zusätzlich lockern und dazu mehrere Schritte einleiten. Die Kreditvergabe-Statistik zeige aber, dass das Vorgehen der EZB richtig sei. Der Chefvolkswirt der National-Bank, Jan Bottermann, gab allerdings zu bedenken, es könne nicht allein der Zentralbank überlassen werden, für ein höheres Wirtschaftswachstum zu sorgen. „Das geldpolitische Fahrwasser wird immer rauer in Europa“, mahnte Bottermann.

Die für den Währungsraum wichtige Geldmenge M3 nahm im Oktober um 5,3 Prozent zu. Experten hatten mit einem schwächeren Anstieg von 4,9 Prozent gerechnet. Die Geldmenge M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit.

Von

rtr

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