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09.08.2013

10:55 Uhr

Über Erwartung

Chinesische Industrie steigert Produktion

Die zweitgrößte Volkswirtschaft weltweit stabilisiert sich offenbar wieder: Die Umsatzzahlen der chinesischen Produktion übersteigen die Prognosen vieler Ökonomen. Zuvor hatten bereits positive Exportzahlen überrascht.

Containerhafen in Tianjin: Verantwortlich für die Positiventwicklung ist vor allem der chinesische Handel. dpa

Containerhafen in Tianjin: Verantwortlich für die Positiventwicklung ist vor allem der chinesische Handel.

PekingPositive Daten von Chinas Industrie nähren die Hoffnung, dass die Lokomotive für die Weltwirtschaft wieder in Schwung kommt. Die Betriebe im Reich der Mitte steigerten ihre Produktion im Juli stärker als erwartet. Sie hätten 9,7 Prozent mehr hergestellt als ein Jahr zuvor, teilte das Statistikamt am Freitag in Peking mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Anstieg um 9,0 Prozent erwartet, nach plus 8,9 Prozent im Juni. „Dies ist ein weiteres Signal, dass sich das Wirtschaftswachstum in China vielleicht wirklich stabilisiert“, sagte Wei Yao von der Bank Societe Generale in Hongkong. Viele Ökonomen warnten aber vor zu großem Optimismus.

Christian Schulz von der Berenberg Bank räumte ein, dass die Exporteure vom wachsenden US-Geschäft und einer sich stabilisierenden Nachfrage aus Europa profitierten. Der Konjunktur-Experte betonte aber: „Neue Rückschläge sind im Verlauf des Jahres aber längst nicht auszuschließen.“ Zudem sei offen, ob die gesamte Wirtschaft 2013 wie von der Regierung erwartet um 7,5 Prozent wachsen werde.

In neun der vergangenen zehn Quartale verlangsamte sich das Wachstum. 2012 legte das Bruttoinlandsprodukt mit 7,8 Prozent so langsam zu wie seit 1999 nicht mehr. Im zweiten Quartal gab es nur noch ein Plus von 7,5 Prozent. Die Regierung ließ aber durchblicken, dass sie eine Rate von unter sieben Prozent nicht hinnehmen will. Sie verspricht Maßnahmen zur Stabilisierung, die vom sozialen Wohnungsbau über Investitionen in umweltschonende Technologien bis hin zu Steuererleichterungen für kleine Unternehmen reichen.

Rückenwind bekommt die Staatsführung von der vergleichsweise geringen Inflation, von der derzeit kaum Gefahren ausgehen. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Juli um 2,7 Prozent und behielten damit ihr Tempo vom Vormonat bei. "Die Preisentwicklung passt zu der politisch gewünschten Wachstumsverlangsamung", sagte NordLB-Experte Frederik Kunze. Er rechnet bis Jahresende mit einer leichten Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte durch die Notenbank. Ein Abrücken von der grundsätzlich restriktiven Geldpolitik sei aber äußerst unwahrscheinlich.

Von

rtr

Kommentare (1)

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TomXXX

09.08.2013, 11:57 Uhr

vor einem Monat:

"Im Juli fielen sowohl Importe wie Exporte deutlich. Nach Angaben der Regierung vom Mittwoch sanken die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,1 Prozent."

Teilweise wurde das mit dem HotMoney erklärt (Kontrollen ab Mai!)

Der Spiegel schrieb dazu noch: "Tatsächlich fielen die Ausfuhren nach Europa um 8,3 Prozent, die in die USA dagegen nur um 5,4 Prozent." Hm... Wieso dann aber nur ein Minus von 3,1 % herauskommt??? Irgenwo auf der Welt muss es dann ja boomen... (achja die BRIC-Länder sind es ja zur Zeit auch nicht...)

Gestern:
"Chinas Außenhandel ist unerwartet stark gewachsen. Im Juli legten die Exporte um 5,1 Prozent im Vergleich zum VORJAHRESMONAT zu, wie die Zollverwaltung am Donnerstag in Peking berichtete. Die Importe kletterten im gleichen Zeitraum um 10,9 Prozent."

Das wäre gleichbedeutend mit einem richtigen Wachstumsschub, da ja auch der Effekt des "Hot Moneys" mit kompensiert werden musste (von üblichen plus 8% auf minus 3%). Mit nem dicken Daumen heisst das, das wir ein reales Plus von 11% + 12%. Ok, sind wir vorsichtig und sagen 11% + 6%, sind 17 %. Kann mir jemand verraten wo es in der Welt gerade so boomt, dass die in China so einkaufen, dass dort ein plus von 17 bis 22 % entsteht. (Europa und USA sind das garantiert nicht, BRIC ist auch eher mau zur Zeit), aber vielleicht hat ja die Antarktis Super Wachstumszahlen???

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