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03.05.2013

16:06 Uhr

Überraschend viele Stellen

US-Arbeitslosenquote sinkt deutlich

Die US-Wirtschaft überrascht: Die Betriebe haben mehr Stellen geschafften als erwartet – die Arbeitslosenquote ist auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gesunken. Doch Experten warnen vor den Kürzungen der Regierung.

Die Schlangen der Jobsuchende in den USA werden kürzer. Reuters

Die Schlangen der Jobsuchende in den USA werden kürzer.

WashingtonDie Arbeitslosigkeit in den USA ist so niedrig wie seit über vier Jahren nicht mehr. Im April fiel die Arbeitslosenquote überraschend von 7,6 auf 7,5 Prozent. Für den tiefsten Stand seit Ende 2008 sorgten überraschend viele Neueinstellungen in den Unternehmen. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 165.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 145.000 gerechnet. Im Februar und März entstanden zudem 114.000 Job mehr als zunächst angenommen. Das nährt die Hoffung auf einen anhaltenden Aufschwung.

"Der Arbeitsmarkt und die Wirtschaft insgesamt scheinen widerstandsfähiger zu sein als viele angenommen haben", sagte Analyst Joe Manimbo von Western Union Business Solutions. Die Börsen reagierten positiv: Der deutsche Leitindex Dax kletterte deutlich über die Marke von 8000 Punkten, der MDax stieg sogar auf einen Rekordwert. Der Dollar-Kurs legte zu.

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Die unerwartet guten Zahlen lassen hoffen, dass die weltgrößte Volkswirtschaft ihre Erholung fortsetzt. Bereits im ersten Quartal schoben die Verbraucher die Konjunktur an, indem sie ihren Ausgaben um mehr als drei Prozent nach oben schraubten und damit so stark wie seit Ende 2010 nicht mehr. Dadurch wuchs die US-Wirtschaft, die zu 70 Prozent vom Konsum abhängig ist, mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent.

Ende 2012 hatte es lediglich zu einem Mini-Plus von 0,4 Prozent gereicht. "Die Wirtschaft ist nicht so schlecht wie befürchtet", sagte Darrell Cronk von der Großbank Wells Fargo. "Die US-Arbeitnehmer verzeichnen derzeit einen realen Einkommensanstieg", ergänzte Postbank-Ökonom Thilo Heidrich. "Dies sollte sich in einer Ausweitung des privaten Verbrauchs niederschlagen."

Für die positive Bilanz sorgten vor allem Dienstleister. Sie schufen allein 185.000 Stellen. Auch im Einzelhandel entstanden neue Jobs, während die Industrie ihre Belegschaft stabil hielt. "Der Beschäftigungsanstieg steht auf ziemlich breiter Basis", sagte Heidrich. Der unter Sparzwang stehende Staat strich dagegen 11.000 Stellen, auch in der Baubranche fielen Arbeitsplätze weg.

Trotz der positiven Bilanz der vergangenen Monate ist der US-Arbeitsmarkt noch lange nicht in Bestform. Die Arbeitslosenquote liegt noch deutlich über dem Schnitt der vergangenen 60 Jahre von rund sechs Prozent. Experten befürchten, dass Ausgabenkürzungen der Regierung und höhere Steuern den Aufschwung schon im Frühjahr bremsen dürften. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte erst vor kurzem die Wachstumsprognose für 2013 von 2,1 auf 1,9 Prozent.

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Um die Konjunktur anzuschieben, will die Notenbank Fed ihre extrem lockere Geldpolitik fortsetzen. Monat für Monat kauft sie für 85 Milliarden Dollar Staatsanleihen und Immobilienpapiere. Damit will sie die Wirtschaft ankurbeln und hofft, dass die Arbeitslosigkeit sinkt. Vom Gas gehen wollen Fed-Chef Ben Bernanke und die meisten anderen Top-Notenbanker erst dann, wenn die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gefallen ist.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Volksverdummung

03.05.2013, 22:34 Uhr

"The share of American adults with jobs has barely changed since 2010, hovering between 58.2 percent and 58.7 percent. This employment-to-population ratio stood at 58.6 percent in April. That is about four percentage points lower than the employment rate before the recession, a difference of roughly 10 million jobs. In other words, the United States economy is not getting any closer to recreating the jobs lost during the recession"

Volksverdummung

03.05.2013, 22:37 Uhr

""It looks like the number of people working part-time rose," RALLY! "An anomaly here is you've got no gain in goods production at all. The drop in construction is confusing because home building is booming," RALLY! The average workweek fell to 34.4 hours. A broader measure of unemployment, which includes discouraged workers and part-time workers seeking full-time work, rose to 13.9 percent from 13.8 percent. RALLY!"

LOGIKER

04.05.2013, 00:45 Uhr

Und was war die Reaktion? Der EURO stieg über 1.31 Dollar. Das heisst, eine gute Nachricht der US-Wirtschaft stärkt den EURO. Unlogischer geht es nicht.

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