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17.03.2012

08:50 Uhr

Umfrage des DIHK

Industrie investiert kräftig im Ausland

VonDonata Riedel

Wegen des niedrigen Weltwirtschaftswachstums zum Jahreswechsel expandiert die deutsche Industrie kräftig ins Ausland. Die meisten zieht es nach China - aber nicht um Arbeitsplätze zu verlagern.

Eine Montagehalle von Audi im chinesischen Changchung. Niedrige Produktionskosten spielen bei Auslandsinvestitionen kaum mehr eine Rolle. dpa

Eine Montagehalle von Audi im chinesischen Changchung. Niedrige Produktionskosten spielen bei Auslandsinvestitionen kaum mehr eine Rolle.

BerlinDie deutsche Industrie expandiert weiter kräftig ins Ausland – wenn auch langsamer als im vergangenen Jahr. 70 Milliarden Euro wollen deutsche Unternehmen in diesem Jahr investieren, nach 100 Milliarden Euro im Spitzenjahr 2011, und 300000 neue Arbeitsplätze schaffen, so das Ergebnis einer DIHK-Umfrage unter 7000 Industrieunternehmen. Die meisten zieht es nach China, sagte DIHK-Außenhandelschef Volker Treier. 43 Prozent der Firmen, die ins Ausland gehen, investieren dort.

Ursache für den Rückgang ist das niedrigere Weltwirtschaftswachstum zum Jahreswechsel, aber auch der vergleichsweise schwache Euro-Kurs. Allerdings ziehen sich die Deutschen nirgendwo zurück, auch nicht aus den Umbruchländern Arabiens, aus Griechenland oder Südeuropa.

Als Gründe für die Investitionen geben die Unternehmen an, dass sie Märkte erschließen, Vertrieb und Kundendienst aufbauen wollten. „Die Verlagerung aus Kostengründen spielt kaum noch eine Rolle“, so Treier. Als Ursache nennt er die Agenda-2010-Reform der rot-grünen Regierung von Gerhard Schröder und die Steuerreformen seit dem Jahr 2000.

Nur noch 21 Prozent der Befragten nannten Kosten als Grund für eine Verlagerung. „Das ist der niedrigste Wert, den wir je hatten“, sagt Treier. Bei ihnen handelte es sich meist um Firmen mit hohem Energie- und Rohstoffverbrauch. Die Erwartung steigender Stromkosten wegen der Energiewende ist wohl die Ursache. Das sei ein Warnsignal dafür, dass Deutschland für diese Unternehmen an Attraktivität verliert, so der DIHK.

Kommentare (6)

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17.03.2012, 10:39 Uhr

Die Erwartung steigender Stromkosten wegen der Energiewende ist wohl die Ursache. Das sei ein Warnsignal dafür, dass Deutschland für diese Unternehmen an Attraktivität verliert, so der DIHK.
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Standortnachteil Deutschland .
Auch wenn andere fadenscheinige Argumente dafür herhalten müssen , natürlich geht es um die Kosten !
Für Energieintensive unternehmen macht es sehr wohl einen Unterschied ob die kw/h 12,5 oder 12,4 ct kostet .

Aber das haben die "abschalten sofort " Schreihälse natürlich gewusst .

umdenken

17.03.2012, 11:55 Uhr

Also wenn man in China importieren will, dann muss man hohen Importzoll zahlen, wenn kein hoher Anteil an in China produzierten Teilen dabei ist.

Warum kann man dann das nicht auch umgekehrt machen? Gleiches Recht für jeden. In der Zwischenzeit verlieren ja sogar die osteuropäischen Länder ihre Arbeitsplätze an Asien. So kann das doch auf die Dauer nicht weitergehen. Von Dienstleistung alleine und von Innovation wird sich Europa nicht ernähren können.
Diese Diskussion gibt es in Frankreich schon lange und auch zu Recht. Es ist die Produktivität eines Landes, die der Garant für Wohlstand ist. Ausserdem wie ethisch sind denn die Arbeitsbedingungen in China? Eine höhere Binnenlandnachfrage in China geht nur über höhere Löhne, aber die ausländischen Unternehmer wollen ja nur total billig und möglichst ohne irgendwelche Arbeitsgesetze. Somit sind sie mit die Ursache für die Sklavenzustände, die es in China, Kambodja etc. gibt.

JAJA

17.03.2012, 13:19 Uhr

Nun da ist es wieder, das durch nichts zu rechtfertigende Mantra der zu hohen Kosten.
Wie dumm muss man sein, wenn man je nach Gemütslage den "Erfolg" des "XXL-Boomes" jeweils mit geringeren Kosten oder überlegener Technik und Qualität erklärt.
WAS DENN NUN!
Diese Art der Polemik ist doch schon Grenzdebil.
Kein Mensch mit mehr als zwei Gramm Hirn hört da noch zu.
Und wenn ich dran denke, dass diese ganzen Mnderleister vom DIHK aus Zwangsbeiträgen durchfüttert werden bekomme Plack.
Aber es findet sich ja auch immer wieder so ein Heißluftgebläse, der bereit ist diesen ganzen Mist nach zu plappern.

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