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03.09.2014

11:27 Uhr

Umfrage

Euro-Wirtschaft kommt nicht in die Gänge

Alle Hoffnungen in eine „beschleunigte Erholung“ der Wirtschaft der Euro-Zone wurden enttäuscht, wie Experten konsterniert feststellen müssen. Besonders schlecht Daten kommen aus Italien und Frankreich.

Der Einkaufsmanagerindex sinkt weiter und steht nur noch knapp über der Wachstumsrelevanten 50 Punkte Marke. dpa

Der Einkaufsmanagerindex sinkt weiter und steht nur noch knapp über der Wachstumsrelevanten 50 Punkte Marke.

BerlinDie Euro-Zone findet nicht aus dem Konjunkturtal. Der Einkaufsmanagerindex fiel im August um 1,3 auf 52,5 Zähler und damit auf ein Jahrestief, wie das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter Tausenden Dienstleistern und Industriebetrieben mitteilte. Dennoch hielt sich das Barometer über der Marke von 50 Zählern, ab der es ein Wachstum anzeigt.

Die Wirtschaft der Euro-Zone enttäusche alle „Hoffnungen auf eine beschleunigte Erholung“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. „Daher werden die Forderungen an die EZB nach einer großangelegten geldpolitischen Lockerung zweifellos wieder lauter werden.“ Im zweiten Quartal hatte das Bruttoinlandsprodukt stagniert.

Belastet wird die Konjunktur von den Sanktionen gegen Russland und dessen eigenen Strafmaßnahmen. „Die Spannungen in der Ukraine haben dabei die Beurteilung der Geschäftslage seitens der Unternehmen sichtlich beeinträchtigt und zu einer Verringerung von Geschäfts- und Investitionsausgaben geführt“, sagte Williamson.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Allerdings stehen die Euro-Länder unterschiedlich da. In Irland und Spanien erreichte das Barometer die besten Werte seit Jahren. In Deutschland ging es zwar zurück, signalisiert aber weiter ein robustes Wachstum. In Italien und Frankreich fiel das Barometer dagegen unter die wichtige 50-Punkte-Marke.

Das Barometer für die Dienstleister der Euro-Zone gab um 1,1 auf 53,1 Punkte nach.

Von

rtr

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