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18.01.2005

11:16 Uhr

Umsatzminus wird stärker als bisher erwartet ausfallen

Bauindustrie: Kein Ende der Krise in Sicht

Für die deutsche Bauwirtschaft ist immer noch kein Ende ihrer Dauerkrise in Sicht. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erwartet in diesem Jahr für die Gesamtbranche einen Umsatzrückgang um 3,5 %. Damit korrigierte der Verband am Dienstag in Berlin die bisherige Prognose von maximal minus 3,0 % im Vergleich zum Vorjahr weiter nach unten. Für die Bauwirtschaft, die seit einem Boom in Folge der Wiedervereinigung in Schwierigkeiten steckt, wäre dies das elfte Krisenjahr in Folge.

HB BERLIN. Der Verband revidierte seine bisherige Prognose von einem Umsatzminus zwischen ein und drei Prozent also noch einmal nach unten. Im abgelaufenen Jahr dürften die Umsätze der Branche dem Verband zufolge um 5,5 % gesunken sein. „Die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der baukonjunkturellen Lage haben sich 2004 nicht erfüllt“, erklärte der HDB.

Die Umsätze lagen 2004 um 20 % unter dem Niveau des Jahres 2000 und 30 % unter dem Niveau des Jahres 1995. Die Bauinvestitionen waren 2004 real um 2,5 % geschrumpft. Nach Angaben des Verbandes gingen im Bauhauptgewerbe im Schnitt des Jahres 2004 rund 47 000 Arbeitsplätze verloren. Auch für 2005 erwartet der HDB den Abbau von 32 000 der noch 767 000 Stellen.

Hoffnungen auf eine konjunkturelle Besserung der Lage am Bau hat der Verband aufgegeben: „Die gesamtwirtschaftlichen Antriebskräfte werden 2005 zu schwach ausfallen, um dem Bau neue Impulse zu geben.“ So seien die Auftragsbestände im Bauhauptgewerbe im dritten Quartal 2004 mit 19 Mrd. € auf einen historischen Tiefstand gefallen. Während der HDB für Westdeutschland mit einem Umsatzminus von 3,5 % rechnet, erwartet er für den Osten einen Rückgang um 4 %.

Das erwartete Umsatzminus sei aber kein unabwendbares Schicksal, erklärte der Verband. So müsse die Bundesregierung nach dem erfolgreichen Start der Lkw-Maut die ersten Projekte des privatwirtschaftlichen Ausbauprogramms für Bundesautobahnen auf den Weg bringen. Allein das bringe einen konjunkturellen Impuls von einer Milliarde Euro. Außerdem müssten im Hochbau mehr Projekte in öffentlicher und privater Partnerschaft angegangen werden. Die Kommunen sollte zudem ihre neuen Spielräume durch die höher ausgefallenen Gewerbesteuereinnahmen für den Abbau des Investitionsstaus der letzten Jahre nutzen.

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