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31.08.2012

13:02 Uhr

Umsatzrückgang

Einzelhandel mit größtem Minus seit einem Jahr

Bekleidung, Schuhe und Lederwaren haben im Monat Juli wenig Absatz gefunden. Auch in anderen Branchen hielten sich die Verbraucher zurück. Der Einzelhandel verzeichnete das größte Umsatzminus seit über einem Jahr.

Ein Mann probiert am Freitag in der Hauptfiliale von Görtz in Hamburg einen Schuh an. dpa

Ein Mann probiert am Freitag in der Hauptfiliale von Görtz in Hamburg einen Schuh an.

BerlinDie deutschen Einzelhändler sind mit einem kräftigen Umsatzminus ins zweite Halbjahr gestartet. Sie hatten im Juli kalender- und saisonbereinigt 1,3 Prozent weniger in den Kassen als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. "Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Mai 2011 mit 2,1 Prozent", sagte ein Statistiker.

Der Branchenverband HDE macht dafür das kühle und regnerisches Wetter verantwortlich. "Unter der teilweise schlechten Witterung hat besonders der Bekleidungshandel gelitten", sagte HDE-Sprecher Kai Falk. "Der Sommerschlussverkauf hat das nicht aufholen können."

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Grund für den Anstieg sind teure Nahrungsmittel und die steigenden Benzinkosten.

In den kommenden Monaten droht den Einzelhändler weiterer Gegenwind: Steigende Benzinpreise ziehen Kaufkraft ab und ließen die Teuerungsrate im August von 1,7 auf 2,0 Prozent springen. "Das stimmt uns sorgenvoll", sagte Falk. In der Ifo-Umfrage berichteten die Einzelhändler bereits von deutlich schwächeren Geschäften im August. "Diese Art von Inflation spüren die Menschen deutlich", sagte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank. "Kurzfristig führt das dazu, dass die Haushalte ihr Geld bei anderen Dingen zusammenhalten."

Dabei sind die Rahmenbedingungen für den Konsum nach wie vor gut, weil sich die bislang robuste Konjunktur für Millionen Beschäftigte bezahlt macht. Im ersten Halbjahr wurden für viele Wirtschaftszweige Tariferhöhungen von 3,5 Prozent und mehr vereinbart. Zudem haben so viele Deutsche einen Job wie noch nie. Die gewerkschaftsnahe Böckler-Stiftung geht davon aus, dass die Verdienste im Jahresschnitt um 2,7 Prozent steigen werden. Davon dürfte auch real - also nach Abzug der Inflation - etwas übrig bleiben.

Verglichen mit Juni 2011 legte der Einzelhandelsumsatz um 1,1 Prozent zu. In den einzelnen Branchen fielen die Ergebnisse sehr unterschiedlich aus. Der Internet- und Versandhandel meldete mit 6,0 Prozent den stärksten Zuwachs. Die Geschäfte mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren mussten dagegen Einbußen von 1,1 Prozent hinnehmen. Von Januar bis Juli setzten die Einzelhändler 2,7 Prozent mehr um. Der HDE rechnet im Gesamtjahr mit einem Plus von etwa 1,5 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

31.08.2012, 11:51 Uhr

"Von Januar bis Juli setzten die Einzelhändler 2,7 Prozent und real 0,6 Prozent mehr um. Angesichts des robusten Arbeitsmarktes und steigender Löhne ist das Konsumklima trotz der wachsenden Sorge vor einer Konjunkturflaute stabil. In der monatlichen Ifo-Umfrage berichteten die Einzelhändler im August von deutlich schwächeren Geschäften."

Bei steigenden Löhnen und angeblich robustem Arbeitsmarkt ist ein Minus im Konsum immer noch stabil? Sorry, ich glaube, ich sollte am frühen Vormittag das trinken anfangen, damit ich diese Logik verstehe.

Account gelöscht!

31.08.2012, 12:25 Uhr

Ist doch klar, Lebensmittel teurer machen kostet Umsatz, da überlegt der Verbraucher welche Inflationsverstärker er lieber unterstützt: den Spritpreis oder den Lebensmittel-u. Luxussektor. Klamottenkauf erst mal aufschieben. Wie Gas und Strom muss er den Spritpreis zwangsläufig unterstützen bzw. akzeptieren, da er größtenteils beruflich auf die Fahrzeugnutzung angewiesen ist, zumal bei den bescheidenen Nahverkehrsangeboten. Also spart er bei den Lebensmitteln, kommt vielleicht ja auch der Figur zugute, dann kann er später auch kleinere Konfektionsgrösse ins Auge fassen...hahahaha. Zum Totlachen, aber es ist nun mal so, der Verbraucher muss sich umstellen, auf preiswertere Einkaufsquellen via Internet etc., da hat der normale Einzelhandel dann das Nachsehen. Alles auch eine Folge der miserablen Steuer- u. Wirtschafts- und Schuldenpolitik der Bundesregierung samt Koalition.

Markus

03.09.2012, 10:19 Uhr

Ich kann meine Euro nur einmal ausgeben. Leider benötige ich mein Auto um an die Arbeit zu fahren. Der öffentliche Nahverkehr existiert hier im nordhessischen Plattland nicht mehr! Wurde gestrichen - Sparmaßnahmen!!!
Da mein Geld mittlerweile an der Tankstelle oder sollte ich besser sagen dem Staat zugute kommt (Mineralölsteuern), kann ich es für andere Artikel nicht mehr ausgeben. Somit wird von mir und all meinen Kollegen im Niedriglohnbereich bestimmt keine Wirtschaft angekurbelt. Aber wenn der Kraftstoffpreis noch höher steigt, brauche ich nicht mehr an die Arbeit fahren, da es sich nicht mehr lohnt und weniger als bei Hartz4 für unsere Familie übriegbleibt. Wenn sich das arbeiten in diesem Land nicht mehr lohnt und man mehr oder gleich viel bekommt fürs nichts tun, ist die Richtung festgelegt. Leider! Aber das Problem ist von Staatsseiten hausgemacht und hin und wieder beschleicht mich der Gedanke, das wir absichtlich in diese Richtung gelenkt werden sollen. Warum, kann ja mal jeder selbst drüber nachdenken...

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