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26.01.2010

18:26 Uhr

Uno-Bericht

Weltweite Arbeitslosigkeit erreicht 2010 Rekordhoch

Rund 27 Mio. Menschen haben im vergangenen Jahr weltweit ihren Arbeitsplatz verloren, so der aktuelle Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). 2010 wird mit einem weiteren Anstieg auf ein Rekordhoch gerechnet. Besonders die Industriestaaten werden davon betroffen sein.

ILO-Generaldirektor Juan Somavia: "Die gleiche politische Entschlossenheit, mit der Banken gerettet wurden, ist jetzt nötig, um Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen." ap

ILO-Generaldirektor Juan Somavia: "Die gleiche politische Entschlossenheit, mit der Banken gerettet wurden, ist jetzt nötig, um Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen."

HB GENF/BERLIN. Die weltweite Arbeitslosigkeit wird nach Einschätzung der ILO 2010 auf ein Rekordhoch steigen und vor allem in den Industriestaaten weiter zunehmen. In diesem Jahr dürften rund um den Globus 213,4 Mio. Menschen ohne Job sein, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Dienstag mit. Dies entspreche einer durchschnittlichen Arbeitslosenrate von rund 6,5 Prozent.

Bereits im vorigen Jahr waren rund 212 Mio. Menschen erwerbslos und damit fast 34 Mio. mehr als vor Ausbruch der Finanzkrise 2007.

Obwohl die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 3,1 Prozent wachsen dürfte, zeichne sich auf den Arbeitsmärkten noch keine Erholung ab. „Dies betrifft vor allem die Industrieländer einschließlich der EU, wo 2010 weitere drei Mio. Menschen ihre Arbeit verlieren dürften“, erklärte die ILO. Seit Beginn der Krise sei hier die Zahl der Arbeitslosen um mehr als 13,7 Mio. geklettert - allein 2009 um zwölf Millionen. Die Arbeitslosenquote sei von durchschnittlich 5,7 Prozent 2007 auf 8,4 Prozent im vorigen Jahr gestiegen. Für 2010 sei ein Anstieg auf 8,9 Prozent zu erwarten.

Weniger Arbeitslose in Deutschland

„Besonders betroffen waren die USA und Spanien, wohingegen in Deutschland die Arbeitslosigkeit zwischen 2007 und 2009 sogar leicht rückläufig war.“ In diesem Jahr jedoch dürfte die Arbeitslosigkeit auch hierzulande steigen - einige Experten gehen davon aus, dass die Vier-Millionen-Marke durchbrochen wird.

Gemessen an der riesigen Bevölkerung hat sich die Erwerbslosigkeit in Afrika, Asien und dem Nahen Osten kaum verändert, wie es in der 82-seitigen ILO-Studie weiter heißt. Als bedenklich wurde jedoch die Jugendarbeitslosigkeit beschrieben. Allein in den vergangenen zwei Jahren hätten zehn Mio. Schulabgänger keinen Job gefunden - der höchste Stand seit Beginn der ILO-Statistiken 1991. Diese Zahlen seien in die Gesamtberechnung von 27 Mio. neuen Arbeitslosen teilweise mit eingegangen.

Eine wirtschaftliche Erholung ohne Erholung auf den Arbeitsmärkten müsse verhindert werden, sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia. „Die gleiche politische Entschlossenheit, mit der Banken gerettet wurden, ist jetzt nötig, um Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen.“

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