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01.02.2007

17:08 Uhr

Unter kritische Expansionsschwelle

US-Einkaufsmanagerindex unerwartet eingebrochen

Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager ist im Januar überraschend auf den tiefsten Stand seit knapp vier Jahren eingebrochen.

HB NEW YORK. Der Index fiel auf 49,3 Zähler von 51,4 Punkten im Vormonat und rutschte dabei unter die kritische Expansionsschwelle von 50 Zählern, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Donnerstag mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem leichten Anstieg auf 51,9 Punkte gerechnet.

Der Beschäftigungsindex kletterte leicht auf 49,5 Punkte von 49,4 Zählern im Dezember. Der Teilindex für die Preise stieg auf 53,0 Zähler von zuvor 47,5 Punkten. Das Barometer für die Neuaufträge sank auf 50,3 von 51,9 Zählern.

Ein Stand des ISM-Index von über 50 signalisiert eine Expansion des verarbeitenden Gewerbes in den USA, ein Niveau unterhalb dieser Marke weist auf eine Kontraktion hin. Gleichzeitig betonte das ISM, dass ein Indexstand von mehr als 42,8 über einen längeren Zeitraum hinweg noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) signalisiert.

Es war erst das zweite Mal seit Ende 2003, dass der ISM-Index unter der Marke von 50 Punkten notierte. Die bisherige Korrelation zwischen dem Index und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung lässt laut ISM gegenwärtig auf eine Zunahme des realen BIP um 2,3 Prozent schließen. Umfrage-Leiter Michael J. Ore verwies darauf, die Orderentwicklung sei zwar positiv, „ansonsten hat sich aber im verarbeitenden Gewerbe angesichts eines durchschnittlichen Indexstands von 50,5 Punkten über die vergangenen vier Monate kaum eine Änderung ergeben“. Weiter resümierte er: „Das verarbeitende Gewerbe hat 2006 an Schwung verloren und startet alles andere als robust in das neue Jahr.“

Der Rückgang der Lagerkomponente des Index um 8,6 auf 39,9 Punkte war der stärkste seit August 1984. Ein Lagerindex größer 42,4 lässt nach langjähriger Erfahrung einen Anstieg der vom Bureau of Economic Analyses ermittelten Lagerbestände im verarbeitenden Gewerbe erwarten. Höhere Lagerbestände berichteten laut ISM im Januar die Textil- und Lederindustrie, Erzeuger von Primärmetallen sowie das sonstige verarbeitende Gewerbe.

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