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27.01.2011

06:47 Uhr

Ursachen der Finanzkrise

Das Versagen der US-Notenbank

Die schwere Finanzkrise von 2008 hätte vermieden werden können. Zu diesem Schluss kommt eine von US-Präsident Obama eingesetzte Kommission, die heute ihren Bericht offiziell vorstellt. Demnach hat nicht nur die Politik massiv versagt, auch US-Notenbank-Chef Ben Bernanke trägt große Schuld. Und die aktuelle Geldpolitik verheißt nichts Gutes.

Die Fed in Washington: Auf ganzer Linie versagt. Quelle: dpa

Die Fed in Washington: Auf ganzer Linie versagt.

HB WASHINGTON. Untätige Politiker, laxe Finanzaufseher und zockende Banker: Nur durch diese ungesunde Mischung ist es nach Ansicht einer von US-Präsident Barack Obama eingesetzten Kommission zur Finanzkrise gekommen, die schließlich in der schlimmsten Rezession der Nachkriegsgeschichte gipfelte. "Die Krise war ein Ergebnis menschlicher Taten oder Tatenlosigkeit", heißt es in einem Untersuchungsbericht, aus dem die "New York Times" am Mittwoch vorab zitierte. "Es waren nicht Mutter Natur oder durchgeknallte Computermodelle."

Die mit mit Politikern beider großer Parteien besetzte Kommission hat seit 2009 mehr als 700 Zeugen befragt, um herauszufinden, welche Rolle die staatlichen Stellen und privaten Geldhäuser bei den heftigen Turbulenzen auf dem Finanzmarkt vor drei Jahren spielten.

Der 576 Seiten lange Report gehe vor allem mit dem ehemaligen Präsidenten George W. Bush und dem amtierenden Notenbankchef Ben Bernanke hart ins Gericht, schrieb die Zeitung. Sie hätten die Krise nicht vorhergesehen und bei ihrem Eintreten falsch reagiert. "Die Finanzkapitäne und die öffentlichen Aufseher unseres Finanzsystems haben Warnungen ignoriert und es versäumt, Risiken zu hinterfragen, zu verstehen und zu beherrschen", heißt es demnach in dem Abschlussbericht, der an diesem Donnerstag offiziell in Washington vorgestellt wird. Mehr als acht Millionen Jobs gingen während der Rezession alleine in den USA verloren. Der Steuerzahler musste hunderte Milliarden Dollar in die Rettung von Banken, Versicherungen und den beiden Autobauern General Motors und Chrysler stecken.

Schon Ex-Präsident Bill Clinton habe mit seinen Lockerungen im Finanzwesen den Grundstein für die Krise gelegt, führt der Bericht aus. Auch Bernankes Vorgänger Alan Greenspan habe mit seinem Drängen nach Deregulierung erheblichen Anteil daran gehabt, die Blase auf dem US-Immobilienmarkt immer größer werden zu lassen. Über Jahre waren die Preise für Häuser scheinbar unaufhaltsam gestiegen. Zudem hätten zahlreiche Banken mit ihrer "Gier" und schlechtem "Management" zu der Krise beigetragen.

Der Report prangert nach Angaben der "New York Times" unter anderem an, dass die fünf größten US-Investmentbanken für 40 Dollar an fiktiven Vermögenswerten gerade mal 1 Dollar an tatsächlichem Kapital als Sicherheit vorgehalten hätten. Schon ein Wertverlust der Vermögenswerte von nur drei Prozent hätte die Firmen deshalb ausradiert.

Kommentare (23)

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hg67

27.01.2011, 08:21 Uhr

Diese berichte finde ich immer sehr witzig. Natürlich sind wir hinterher schlauer, können Personen benennen, die etwas falsch gemacht haben. Das ähnelt stark der Analyse eines gespielten, aufgezeichneten Fussballspiels. Natürlich konnte jeder erkennen, dass das gesamte System ungesund ist, AbER hat sich irgendetwas durch die Krise geändert? ich sage nein,
wer heute die Augen aufmacht sieht doch u.a. folgende kommenden Krisen:
- bevölkerungsschwund, bevölkerungsstruktur, Pension- und Rentenproblematik, Krankenkassensystem, Euro, EU....
Das neue Krisen kommen ist sicher, das es sich bei den genannten um Menschengemachte handelt auch...

Markus

27.01.2011, 09:19 Uhr

So dumm kann man gar nicht sein solche Fehler zu machen.
Das war vollstens mit Absicht !
Die ganze Welt wird das büsen müssen !

Renard

27.01.2011, 09:34 Uhr

Ein sehr interessanter Artikel, doch möchte ich behaupten, dass diese Krise nicht vermeidbar war und ich denke auch nicht, dass diese Krise schon vorbei ist, denn durch die Überschuldung unserer gesamten Welt ist das alles "Kratzen an der Oberfläche". Veränderugen sind einfach und könnten auch umgesetzt werden. Es würde "nur" ein Umbau des Geldes von Fremdkapital/Verschuldung in Richtung Eigenkapital erfolgen. Dadurch wäre das Volk sofort Aktionär, wie vom Urvater der "Sozialen Marktwirtschaft" gefordert und gleichzeitig gäbe es kein "zuviel" an Geld mehr. Das habe ich nachgelesen, im buch "Spielgeld". Dort standen sehr viele weitere interessante Hintergrundthemen zur Wirtschaft unserere heutigen Zeit.

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