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03.07.2014

15:55 Uhr

US-Arbeitsmarkt

Mehr Jobs im Juni

Die USA haben so wenig Arbeitslose wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Der Stellenzuwachs fiel im Juni deutlich stärker aus als erwartet. Nun dürfte die Fed wieder über Zinserhöhungen diskutieren.

Gute Aussichten: Die US-Unternehmen schufen im vergangenen Monat über 280.000 neue Jobs. dpa

Gute Aussichten: Die US-Unternehmen schufen im vergangenen Monat über 280.000 neue Jobs.

WashingtonDer US-Arbeitsmarkt wächst so robust wie lange nicht mehr. Die Stellenzahl stieg im Juni deutlich stärker als erwartet. Doch zugleich dürften die Daten neue Debatten auslösen, ob die Notenbank (Fed) wegen der anziehenden Konjunktur die Zinsen nicht schon früher anheben wird als bislang erwartet.

Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, wurden im Juni außerhalb der Landwirtschaft 288.000 neue Stellen geschaffen. Analysten hatten mit lediglich 212.000 gerechnet. Das Wachstum liegt nun bereits fünf Monate in Folge über der Schwelle von 200.000 Jobs. Es ist die erste derartige Serie seit dem Boom der Technologiebranche in den späten 1990er Jahren.

Unter Experten gilt die Faustregel, dass Monat für Monat rund 250.000 Stellen geschaffen werden müssen, damit der Jobmarkt richtig in Schwung kommt. Im April und im Mai waren nach revidierten Zahlen insgesamt 29.000 neue Stellen mehr hinzugekommen als zunächst gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank im Juni auf 6,1 Prozent, das niedrigste Niveau seit September 2008. Ökonomen hatten hier unverändert 6,3 Prozent erwartet.

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Seit dem Tiefpunkt Anfang 2010 sind in den USA 8,8 Millionen neue Jobs entstanden. Nun ist die Beschäftigung wieder auf ein Rekordhoch geklettert. Dennoch gilt: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Nicht nur der Arbeitsmarkt, auch andere Daten lassen eine kräftige Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte erwarten – nach dem Dämpfer zum Jahresbeginn durch den harten Winter. Diese Einschätzung stützten jüngst etwa der solide Anstieg der Autoabsätze und der stetige Aufwärtstrend in der Industrie. Im ersten Quartal würgte das eisige Wetter noch den Konjunkturmotor ab, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte aufs Jahr hochgerechnet um 2,9 Prozent. Der Arbeitsmarktbericht deute auf ein Wachstum von vier Prozent im abgelaufenen zweiten Quartal hin, sagte Stuart Hoffman, Chefvolkswirt von PNC Financial Services.

„Nun beginnen wieder die Gespräche: Bringt das die Fed dazu, die erste Zinserhöhung vorzuziehen?“, sagte der Anlagestratege Darrell Cronk von Wells Fargo Private Bank. Der Leitzins liegt seit Dezember 2008 bei nahe null Prozent. Die meisten Analysten gingen bislang davon aus, dass die Fed frühestens Mitte 2015 damit beginnen wird, ihn wieder anzuheben.

An der Wall Street sorgte der Jobbericht am Donnerstag für gute Stimmung. Der Leitindex Dow Jones stieg erstmals über die Marke von 17.000 Punkten. Wie die US-Aktienmärkte reagierte der Dollar mit Kursgewinnen auf die Stellendaten. Die US-Staatsanleihen gaben hingegen nach.

Von

rtr

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