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30.03.2016

15:47 Uhr

US-Geldpolitik

Fed-Vertreter sieht noch hohe Hürden für Zinsschritt im April

Die Fed wird nach Einschätzung eines führenden Vertreters auf ihrer Sitzung im April die Zinszügel noch nicht weiter anziehen. Die Fed hatte zuletzt signalisiert, dass sie dieses Jahr die Zinsen nur langsam anheben wird.

Der Notenbanker Charles Evans rechnet in diesem Jahr mit lediglich zwei Zinsschritten der Fed nach oben. Dies hätte auch Einfluss auf die Börse. AP

New York Stock Exchange

Der Notenbanker Charles Evans rechnet in diesem Jahr mit lediglich zwei Zinsschritten der Fed nach oben. Dies hätte auch Einfluss auf die Börse.

New YorkDie US-Notenbank Fed wird nach Einschätzung eines führenden Vertreters auf ihrer Sitzung im April die Zinszügel noch nicht weiter anziehen. Um sicherer zu sein, dass sich die Inflation in den USA nachhaltig nach oben Richtung der Zielmarke von zwei Prozent bewege, müssten noch viele Voraussetzungen erfüllt sein, sagte der Präsident der Notenbank von Chicago, Charles Evans, am Mittwoch dem Sender CNBC. „Ich wäre überrascht, wenn wir diese Bedingung bis April erfüllen.“ Der Notenbanker rechnet in diesem Jahr mit lediglich zwei Zinsschritten nach oben.

Sollte die Fed im Juni ihre Geldpolitik straffen, würde dies auf Grundlage einer weiteren Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt geschehen, ergänzte Evans.

Gewinner und Verlierer der Fed-Zinswende

Die Entscheidung

Die US-Notenbank Fed hat die Zinswende gewagt: Mit der ersten Anhebung seit fast zehn Jahren läutet sie das Ende der Ära des ultra-billigen Geldes ein. Auch wenn die Währungshüter die geldpolitischen Zügel nur sanft angezogen haben, hat das an den internationalen Finanzmärkten große Effekte. Hier ein Überblick über die Gewinner und Verlierer des Manövers.

Euro unter Druck

Anders als in den USA ist in der Euro-Zone der Nullzins längerfristig zementiert. Daher dürfte die Gemeinschaftswährung wohl tendenziell weiter abwerten. Hiervon profitieren die Exporteure aus der Euro-Zone, da ihre Produkte im Dollar-Raum günstiger werden.

Verschuldung in Dollar wird zum Bumerang

Höhere US-Zinsen bedeuten höhere Finanzierungskosten für Firmen, die sich in Dollar verschuldet haben. Das könnte eine zusätzliche Belastung sein es für jene Unternehmen, die keine oder nur geringe Dollar-Einnahmen hätten. Firmen in China halten Schätzungen zufolge ein Viertel ihrer Unternehmenskredite in Dollar, machen ihre Gewinne aber in Yuan.

Schwellenländer geraten unter Druck

Deren Regierungen müssen sich darauf einstellen, dass verstärkt Geld aus ihren Ländern abfließt. Sie gehörten zu den Profiteuren der bisherigen Fed-Politik, da sie lange ausländische Anleger mit hohen Zinsen und starkem Wirtschaftswachstum anlockten. Nun ziehen Investoren ihr Geld wieder ab und stecken es in US-Papiere, weil diese jetzt weiter steigende Renditen versprechen und als weniger riskant gelten. 

Kaum noch Impulse für die Wall Street

Experten fürchten, dass die Wall Street kaum noch Luft nach oben habe. Dazu sind die dortigen Aktien bereits zu teuer.

Deutsche Banken bleiben gelassen

Die deutschen Privatbanken erwarten keine direkten Auswirkungen der Fed-Entscheidung auf ihre Geschäfte. „Die Ertragsunterschiede zwischen US-Banken und deutschen Instituten sind nicht auf die Geldpolitik in beiden Ländern zurückzuführen”, sagt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken. Die Hauptgründe für die geringere Profitabilität der hiesigen Häuser sieht er im harten Wettbewerb und in der schwächeren Konjunktur in Europa. Die Fed sei beim Ankurbeln der Wirtschaft erfolgreicher gewesen.

Rückenwind für die Versicherer

Für Versicherer ist die US-Zinswende positiv. Denn nach Einschätzung des neuen Chefvolkswirts des Branchenverbandes GDV, Klaus Wiener, werden nun die Renditen der US-Anleihen moderat steigen. Tendenziell würden auch die Zinsen der Bundesanleihen anziehen. Für Assekuranzen bedeute das mehr Anlagechancen. Kosten für die Absicherung des Währungsrisikos zehrten allerdings einen Teil des Zinsvorteils wieder auf.

Die Fed hatte zuletzt signalisiert, dass sie dieses Jahr die Zinsen nur langsam anheben wird. Notenbank-Chefin Janet Yellen bekräftigte am Dienstag, sie wolle an ihrem Kurs behutsamer Zinserhöhungen festhalten. Viele Experten gehen aktuell davon aus, dass die Währungshüter bis Jahresende lediglich zwei kleine Schritte beschließen werden.

Die US-Notenbank hält seit der Zinswende im Dezember ihren Schlüsselsatz in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Von

rtr

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