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06.04.2012

09:01 Uhr

US-Häusermarkt

Auferstanden aus Ruinen?

VonNils Rüdel, Rolf Benders

Auf dem US-Immobilienmarkt hatte Amerikas große Krise begonnen. Und noch immer liegt dieser am Boden. Doch allmählich mehren sich die Hoffnungszeichen.

Ein Haus steht in New York zum Verkauf. dpa

Ein Haus steht in New York zum Verkauf.

WashingtonDie Nachrichten aus der US-Wirtschaft waren zuletzt vielversprechend. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Wirtschaft wächst, die Aktienkurse steigen und die Unternehmen machen gute Gewinne. Nur auf einem entscheidenden Gebiet scheint die Lage noch immer düster zu sein: dem Immobilienmarkt.

Der sei „noch immer in Not, und zwar in weiten Teilen des Landes“, sagte kürzlich Sandra Pianalto, Chefin der Notenbank von Cleveland. Jan Hatzius, Chefvolkswirt von Goldman Sachs, betonte im Handelsblatt-Interview, der Heilungsprozess sei noch nicht abgeschlossen. „Wir rechnen mit einem weiteren Rückgang der Preise um drei bis vier Prozent“.

Dazu passen die jüngsten Daten: Gemäß dem vielbeachteten Case-Shiller-Index erreichten die Häuserpreise im Januar den Stand von 2003. „Trotz mancher positiver Signale aus der Wirtschaft sinken die Preise weiter“, sagte David Blitzer, Chef des Index-Komitees bei Standard & Poor’s, das das Zahlenwerk vertreibt. Sie lagen 3,8 Prozent unter dem Vorjahreswert – und noch immer rund ein Drittel unter dem Vorkrisenwert.

Das hat starke Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum: Fallende Häuserpreise drücken auf das Vermögen der Amerikaner in einer Wirtschaft, die zu 70 Prozent vom Konsum abhängt, Experten schätzen, dass der Preissturz seit dem Platzen der Immobilienblase 2007 die USA jährlich jeweils bis zu 0,9 Prozentpunkte Wachstum gekostet haben.

Im Februar sanken außerdem die Bauausgaben so stark wie seit sieben Monaten nicht mehr, obwohl Analysten mit einem kleinen Plus gerechnet hatten. Und auch die Zahl der Verkäufe von neuen Häusern ging im Februar zurück. „Der Immobiliensektor sieht noch kein Licht“, sagte Beth Ann Bovino, Immobilen-Expertin bei S&P.

Kommentare (3)

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Moika

06.04.2012, 10:11 Uhr

Fakten lassen sich auf Dauer nicht verstecken, Herr Benders. Wenn auch die Mieteinnahmen durch die gekauften Immobilien z.Zt. noch andere Anlagen schlagen, baut sich hier vermutlich eine zweite Blase auf. Die Zinsen werden nicht für die Ewigkeit auf diesem niedrigen Level bleiben. Und dann? Entschuldung über Inflation - oder die "Gewinnmaschine" wird zu einer Jahrzehnte langen Belastung.

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06.04.2012, 14:06 Uhr

Die Preise für Wohnimmobilien sind nur deshalb noch nicht im Keller, weil die meisten Banken auf den zwangsversteigerten Häusern sitzen und diese nicht zum Verkauf anbieten, um den Markt nicht ins Uferlose einbrechen zu lassen. Zweitens wird damit die Bilanz geschont, weil man die Schrottimmobilien zu einem künstlich hochgehaltenen Wert bilanziert. Würden die Banken alle Immobilien auf den Markt werfen, würden die Banken reihenweise zusammenklappen.

Das alles ist noch Peanuts in Relation zu ...
Der Gewerbeimmobilienmarkt, vier mal so groß wie der Wohnimmobilienmarkt, ist gerade dabei sich in Luft aufzulösen. Jedes 10. Einkaufscenter steht schon leer. Der Leerstand bei Büroimmobilien beträgt teilweise schon 50%, parallel zu den Werten. Und gerade hier haben vor allem deutsche Banken massiv Kredite vergeben. Diese Risiken kommen noch zu den 800 Mrd. Euro dazu, auf denen sie jetzt schon sitzen.

Die Amis sitzen immer noch auf 2300 Milliarden Dollar Kreditkartenschulden incl. Kleinkrediten. Die Rückzahlung wurde auf Druck der Regierung ausgesetzt. Problem gelöst.

Die Null-Zins Politik der Fed verhindert zwar den sofortigen Kollaps des Immobilienmarktes, doch für die Schaffung von Arbeitsplätzen sind Neubauten erforderlich. Mit jedem Haus entstehen zwei neue Arbeitsplätze, nicht nur bei den Amis.
Obwohl die Miete einer Wohnung viel höher ist als die Annuität aus der Finanzierung eines Neubaus, wohnen die Amis lieber in Miete, um kurzfristig auf interessante Jobangebote reagieren zu können. Im Laufe des Lebens ziehen die Amis 7 mal um, jetzt sogar 8 mal – in die Zeltstadt.

Account gelöscht!

06.04.2012, 14:07 Uhr

Teil II
Die öffentliche Ordnung wird in den USA nur noch durch die endlosen Druckerpressen der Fed aufrecht erhalten. Da is nix mehr zu retten – der Zug ist schon seit 2007 abgefahren, als die stupid people in der ganzen Welt merkten, dass in den amerikanischen Weihnachtspaketen nur heiße Luft steckt, die teuer gekauft wurden und damit der Wohlstand der USA in den letzten 20 Jahren finanziert wurde.

Die USA kann das Armageddon nicht verhindern – nur noch a bissl rausschieben. Jeder zweite ist bereits Stammgast bei den Suppenküchen. Hin und zurück fährt man mit einem deutschen Auto, für das die erste Rate in 2 Jahren fällig wird, das macht sich besser für das Selbstwertgefühl und reduziert die Minderwertigkeitskomplexe massiv. In den USA wurde die Lunte zum Pulverfass schon angezündet .... mit Nachahmungseffekt in Europa, nur a bissl zeitverzögert. Da helfen auch die Meldungen im Minutentakt über steigende Aktienkurse nichts, die mit Milliarden und Billionen Steuergeldern aufgeputscht werden.

Da werden Sie geholfen: http://siggi40.de/geld-ii/

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