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23.12.2011

15:21 Uhr

US-Konjunktur

Airline-Großaufträge bewahren Amerika vor der Rezession

Die Auftragslage der US-Industrie hat sich im November überraschend positiv entwickelt. Dafür waren jedoch Sonderfaktoren verantwortlich - und auch andere Konjunkturdaten deuten auf eine sehr schwache Entwicklung hin.

Vor allem die US-Luftfahrtindustrie erhielt zuletzt mehr Bestellungen. dapd

Vor allem die US-Luftfahrtindustrie erhielt zuletzt mehr Bestellungen.

WashingtonDie Lage in der amerikanischen Wirtschaft bleibt uneinheitlich. Großbestellungen in der Luftfahrt bescherten der Industrie im November ein überraschend großes Auftragsplus. Die Order für langlebige Güter stiegen um 3,8 Prozent nach einer Stagnation im Monat davor, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Analysten hatten nur mit einem Plus von zwei Prozent gerechnet.

Klammert man den Transportsektor aus, zogen die Aufträge allerdings nur um magere 0,3 Prozent an. Denn in der Sparte gab es ein Plus von 14,7 Prozent, wobei die Nachfrage nach zivilen Flugzeugen um gut 73 Prozent nach oben schnellte. „Leider fielen die Aufträge für nichtmilitärische Investitionsgüter ohne Flugzeuge - also ein Hinweis auf künftige Firmeninvestitionen - um 1,2 Prozent“, betonte Vimombi Nshom von IFR Economics.

Wegen langsam steigender Einkommen und hoher Arbeitslosigkeit üben sich die US-Verbraucher in Kaufzurückhaltung. Im November stecken sie 0,1 Prozent mehr in den Konsum als im Vormonat, teilte das Handelsministerium mit. Hier hatten die Analysten ein Plus von 0,3 Prozent vorhergesagt. Auch im Oktober hatte es nur ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gegeben.

Ein Grund für die Kaufzurückhaltung sind die kaum steigenden Einkommen. Sie legten ebenfalls nur um 0,1 Prozent zu. Wird die Inflation berücksichtigt, dann stagnierte die Kaufkraft sogar. Auch die hohe Arbeitslosigkeit und die schleppende Konjunkturerholung lassen viele Amerikaner vorsichtiger beim Geldausgeben werden.

„Wir befinden uns zwar nicht in einer Rezession, aber das Wachstum ist auch nicht gerade stark“, sagte der Chefvolkswirt von Raymond James, Scott Brown.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Thomas-Melber-Stuttgart

23.12.2011, 17:28 Uhr

Wie oft werden denn diese Geschäfte verbucht und in den Statistiken berücksichtigt? Bei Auftragseingang, bei der Auslieferung, und noch einmal bei der Bezahlung? Davon ab haben wohl nur die Mitarbeiter im Luftfahrzeugbau etwas davon, und das sind bekanntermaßen in Bezug auf den Umsatz eher wenig Beschäftigte (Umsatz je MA).

aspi

23.12.2011, 21:44 Uhr

Berücksichtigen eigentlich die Statistiker, das die Bevölkerung in den USA monatlich um ca. 250.000 Personen wächst? Wenn also die Arbeitslosenquote unverändert bleibt, bedeutet das doch, dass die Zahl der Erwerbstätigen jeden Monat um mehrere 100.000 steigt! Auch, wenn sich dabei also die Pro-Kopf-Einkommen nicht verändern, so steigt der absolute Betrag der Einkommenssumme doch nennenswert an! Oder liege ich da falsch?

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