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06.06.2014

17:06 Uhr

US-Konjunktur

Beschäftigung erstmals über Vorkrisen-Niveau

Seit dem Tiefpunkt Anfang 2010 sind in den USA 8,8 Millionen neue Jobs entstanden. Nun ist die Beschäftigung wieder auf ein Rekordhoch geklettert. Dennoch gilt: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Nachdem die US-Wirtschaft im ersten Quartal wegen des kalten Winters geschrumpft war, kam die Konjunktur zuletzt wieder besser in Schwung. ap

Nachdem die US-Wirtschaft im ersten Quartal wegen des kalten Winters geschrumpft war, kam die Konjunktur zuletzt wieder besser in Schwung.

WashingtonDie US-Wirtschaft hat die in der schweren Rezession verlorenen Jobs komplett wieder aufgebaut. Seit Februar 2010 entstanden 8,8 Millionen neue Stellen, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Zuvor waren 8,7 Millionen Arbeitsplätze infolge der Finanzkrise weggebrochen. Insgesamt wurden rund 138,5 Millionen Erwerbstätige gezählt – so viele wie noch nie. Die bisherige Höchstmarke von Anfang 2008 wurde damit geknackt.

„Ein weiterer Rekord ist, dass es mehr als sechs Jahre dauerte, die in der jüngsten Rezession verlorenen Stellen zurückzugewinnen“, sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. „Dies erklärt sich damit, dass die Rezession von 2007 bis 2009 die bisher schwerste nach dem Zweiten Weltkrieg war und das Wachstum in der Erholungsphase das schwächste.“

Im Mai entstanden 217.000 neue Jobs, von der Industrie über die Baubranche bis hin zum öffentlichen Dienst. Ökonomen hatten einen Zuwachs in dieser Größenordnung erwartet. Im April waren sogar 282.000 Stellen hinzugekommen. Die Arbeitslosenquote blieb bei 6,3 Prozent. Niedriger war sie zuletzt vor fünfeinhalb Jahren. Ökonomen hatten hier einen leichten Anstieg auf 6,4 Prozent vorausgesagt.

„Es geht schrittweise bergauf“, sagte ING-Ökonom Teunis Brosens. Dennoch ist noch nicht alles Gold, was glänzt. „Strukturelle Probleme, wie die hohe Langzeitarbeitslosigkeit, werden wohl noch länger bestehen bleiben“, sagte Ökonomin Ulrike Rondorf vom Bankhaus Lampe. Ein Grund dafür sei, dass die Unternehmen noch immer zu wenig investierten.

Die Konjunktur kam zuletzt wieder besser in Schwung, nachdem die weltgrößte Volkswirtschaft im ersten Quartal wegen des extrem kalten Winters mit einer Jahresrate von 1,0 Prozent geschrumpft war. Die Industriestaaten-Organisation OECD traut den USA in diesem Jahr ein Wachstum von 2,6 Prozent zu - mehr als doppelt so viel wie der Euro-Zone.

Von

rtr

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