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25.03.2016

16:09 Uhr

US-Konjunktur

Konsumfreudige Amerikaner kurbeln Wachstum an

Die US-Wirtschaft hat im vierten Quartal 2015 um 1,4 Prozent zugelegt – und so die Erwartungen übertroffen. Experten hatten mit einem deutlich langsameren Wachstum gerechnet. Grund ist die Konsumfreude der Verbraucher.

Die amerikanischen Verbraucher kurbeln das Wachstum im Land an. dpa

US-Konjunktur

Die amerikanischen Verbraucher kurbeln das Wachstum im Land an.

WashingtonDas Wachstum der US-Wirtschaft hat sich zum Jahresende nicht ganz so stark verlangsamt wie zunächst angenommen. Nach einer Zuwachsrate von 2,0 Prozent im Sommer erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2015 auf das Jahr hochgerechnet um 1,4 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte.

In einer vorläufigen Schätzung war zuvor ein Plus von 1,0 Prozent ermittelt worden. Das kräftigere Wachstum geht auf überraschend hohe Verbraucherausgaben zurück: Sie stiegen den Statistiken zufolge um 2,4 Prozent, nachdem zunächst nur 2,0 Prozent vorausgesagt worden waren. Die US-Konjunktur hängt stark vom privaten Konsum ab, er steht in der weltgrößten Volkswirtschaft für rund 70 Prozent des BIP.

Bei den Verbrauchern sitzt das Geld relativ locker, weil eine bessere Beschäftigungslage die Löhne in die Höhe treibt. Niedrige Treibstoffpreise infolge des Ölpreisverfalls führen außerdem dazu, dass die Haushalte mehr für sonstige Ausgaben übrig haben. Die solide Entwicklung des Konsums unterstreicht Experten zufolge, dass die US-Wirtschaft auf einer guten Basis steht. Dies dürfte Rezessionssorgen lindern, die Anfang des Jahres zu einem Ausverkauf an den Aktienmärkten geführt hatten. An Karfreitag bleiben die meisten Märkte - darunter auch New York und Frankfurt - geschlossen.

Die US-Notenbank Federal Reserve sprach zuletzt von einem moderaten Wachstum. Sie signalisierte, dass sie nach der Zinswende vom Dezember die geldpolitischen Zügel in diesem Jahr nur noch behutsam anziehen wird. Experten rechnen deshalb mit noch zwei kleinen Schritten nach oben.

Die Fed soll Vollbeschäftigung fördern und stabile Preise gewährleisten. Auf dem Jobmarkt ist sie mit einer Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent fast am Ziel. Daher hatte sie im Dezember erstmals seit fast zehn Jahren die Zinsen angehoben - auf 0,25 bis 0,5 Prozent.

Doch steigende Zinsen könnten den Aufschwung gefährden, zumal die Notenbanken in der Euro-Zone und in Japan eine Nullzinspolitik betreiben. Dadurch wird der Dollar tendenziell gestärkt, worunter die Wettbewerbsfähigkeit der US-Produkte im Ausland leidet. Auch die Turbulenzen an den Finanzmärkten zu Jahresbeginn, die Wirtschaftsabkühlung in China sowie der Verfall des Ölpreises haben die Fed vorsichtiger werden lassen. Aus der jüngsten BIP-Statistik geht hervor, dass die niedrigen Ölpreise und der starke Dollar die Konzerngewinne schmälern.

Von

rtr

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