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13.01.2011

15:38 Uhr

US-Konjunktur

Rückschlag für Jobmarkt – Lichtblick bei Exporten

Die US-Wirtschaft bleibt auf Erholungskurs: Das US-Außenhandelsdefizit schrumpfte im November unerwartet, die Ausfuhren stiegen auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Doch der Jobmarkt kann davon nicht wirklich profitieren, wie die Zahl der Arbeitslosen-Erstanträge zeigt.

US-Flagge: Außenhandel top, Jobmarkt flop. ap

US-Flagge: Außenhandel top, Jobmarkt flop.

HB NEW YORK. Der Arbeitsmarkt bleibt trotz aller positiven Prognosen das Sorgenkind der US-Wirtschaft. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der vergangenen Woche auf 445 000 von 410 000 in der Woche zuvor und damit auf den höchsten Stand seit Oktober. Der stärkste Anstieg seit sechs Monaten überraschte auch die Experten. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen leichten Rückgang erwartet. Ein Ministeriumsvertreter verwies allerdings darauf, dass wegen der Urlaubszeit über Weihnachten und Neujahr zunächst weniger Erstanträge gemeldet worden sein könnten und dies nun nachgeholt worden sei.

Die Zahlen wurden am Markt mit Enttäuschung aufgenommen und sorgten für leichte Verluste an den New Yorker Börsen. Auch der Dax in Frankfurt gab nach. „Die Daten zeigen, dass sich der Arbeitsmarkt nur zögerlich erholt und es schwierig werden wird, die Arbeitslosenquote zu senken“, sagte Analyst Omer Esiner von Commonwealth Foreign Exchange. Ein Lichtblick sei dagegen der weitere Rückgang des Außenhandelsdefizits im November. Dies dürfte zu einer positiven Entwicklung der Wirtschaft im vierten Quartal beigetragen haben, sagte er.

Die Ausfuhren stiegen auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Die Differenz zwischen Exporten und Importen sank auf gut 38,3 Milliarden Dollar von 38,4 Milliarden Dollar im Oktober, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Fehlbetrag von 40,50 Milliarden Dollar gerechnet. Aktuell ist das Defizit damit so gering wie seit Januar 2010 nicht mehr. Die Ausfuhren stiegen von Oktober auf November um 0,8 Prozent auf 159,65 Milliarden Dollar. Damit legten sie auf den höchsten Stand seit August 2008 zu. Mit 9,5 Milliarden Dollar markierten die Exporte nach China ein neuen Rekord. Die Einfuhren stiegen lediglich um 0,6 Prozent auf 197,96 Milliarden.

Die US-Notenbank hatte sich zuletzt optimistischer über die Entwicklung am Arbeitsmarkt und der Konjunktur insgesamt geäußert. Überall im Land habe sich die Situation verbessert, teilte die Federal Reserve am Mittwochabend in ihrem „Beige Book“ zur Lage der US-Wirtschaft mit. Ihren Optimismus begründen die Ökonomen damit, dass die US-Wirtschaft über den Jahreswechsel weiter an Stärke gewonnen habe. Auch die verarbeitende Industrie habe in allen Regionen zugelegt und der private Konsum zugenommen. Der Wohnimmobilienmarkt befinde sich allerdings weiter in einer schwachen Verfassung.

Im dritten Quartal 2010 war die US-Wirtschaft um 2,6 Prozent gewachsen. Diese Rate gilt als zu bescheiden, um zu einer Senkung der hohen Arbeitslosenrate von 9,4 Prozent beizutragen. Um den Arbeitsmarkt zu beleben, hatte Fed-Chef Ben Bernanke im November eine weitere massive Geldspritze über 600 Milliarden Dollar für die US-Wirtschaft angekündigt - Monat für Monat gut 75 Milliarden Dollar bis zum Sommer.

Kommentare (1)

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keeper

13.01.2011, 21:14 Uhr

Zitat:
"im dritten Quartal 2010 war die US-Wirtschaft um 2,6 Prozent gewachsen. Diese Rate gilt als zu bescheiden, um zu einer Senkung der hohen Arbeitslosenrate von 9,4 Prozent beizutragen."

Aber wenigstens gelingt es -dank einer stetigen Erhöhung der "Nicht-als-arbeitsfähig" Deklarierten, die Quote unter 10% zu halten.
http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2011/01/1a13.jpg

Zitiert aus der Quelle:
"Die Zahl der saisonbereinigten, dem Arbeitsmarkt nicht zu Verfügung stehenden Arbeitskräfte, Erwachsene ab 16 Jahre (Not in Labor Force) seit Januar 1990 im Chart! im Dezember 2010 wurde ein neues Hoch mit 85,199 Millionen Arbeitskräften erreicht, die dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zu Verfügung stehen, ein Anstieg von +434’000 zum Vormonat und von +1,447 Millionen zum Vorjahresmonat! Not in Labor Force ist das einzige stabile Wachstumssegment im US-Arbeitsmarktbericht und dient zur Verschleierung der wirklichen Situation am US-Arbeitsmarkt!

immerhin, bemerkenswerte 52,934 Millionen von 85,199 Millionen, die angeblich nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen waren im arbeitsfähigen Alter zwischen 16 und 64 Jahren."
http://www.querschuesse.de/xxl-propaganda-als-dauerschleife/

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