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23.11.2011

17:43 Uhr

US-Konsum

Konsumausgaben enttäuschen

Die US-Verbraucher halten trotz gestiegener Einkommen ihr Geld zusammen. Die Zurückhaltung spürt auch die Industrie: Sie erhielt im Oktober weniger Aufträge. Experten wollen aber nicht von einer Konsumschwäche reden.

Aufträge für langfristige Produkte wie Flugzeuge sind zurückgegangen. AFP

Aufträge für langfristige Produkte wie Flugzeuge sind zurückgegangen.

New YorkVerbraucher und Industrie haben der kriselnden US-Wirtschaft nicht den erhofften Schub verliehen. Trotz gestiegener Einkommen halten die Konsumenten wegen der Krise am Arbeitsmarkt und der unsicheren Wirtschaftsaussichten ihr Geld zusammen: Im Oktober steigerten sie ihre Ausgaben nur minimal um 0,1 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington am Mittwoch mitteilte. Auch die Industrie musste einen neuen Rückschlag hinnehmen. Sie erhielt weniger Aufträge.

Die Zurückhaltung der Verbraucher werteten Experten als enttäuschend. Schließlich machen die Konsumausgaben rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus. „Auf eine Konsumschwäche deuten die Daten aber dennoch nicht hin“, meint Ökonom Heinrich Bayer von der Postbank. Im September hatten die Verbraucher nach revidierten Zahlen noch für ein Plus vom 0,7 Prozent gesorgt. Die persönlichen Einkommen legten im Oktober um 0,4 Prozent zu und damit so stark wie seit März nicht mehr. Die trübe Lage am Arbeitsmarkt sorgt jedoch dafür, dass der Konsum nicht recht in Schwung kommt. In der vorigen Woche beantragten 393.000 Amerikaner erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe. Ihre Zahl stieg damit um 2000 gegenüber der vorangegangenen Woche. Als positiv beurteilen Fachleute jedoch, dass nunmehr bereits die dritte Woche in Folge die Marke von 400.000 Anträgen unterschritten wurde.

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes hat sich unterdessen gefestigt. Der Index von Reuters und der Universität Michigan stieg im November nach endgültigen Berechnungen auf 64,1 Punkte von 60,9 Zählern im Vormonat. In einer ersten Schätzung war jedoch ein leicht höherer Wert von 64,2 Punkten veranschlagt worden. Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt.

Kommentare (1)

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25.11.2011, 06:14 Uhr

Nur weil ein Index in einem Monat steigt, kann man wohl kaum von einer Vertrauensfestigung reden. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und der Thanksgiving-Monat November ist sicher kein brauchbarer Maßstab.

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