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23.04.2014

09:59 Uhr

US-Notenbank

Bernanke bedauert Aufklärung bei Finanzkrise

Der ehemalige US-Notenbankchef Bernanke hat auf die geringe Aufklärung der Finanzkrise während seiner Amtszeit hingewiesen. Neben eigenen Versäumnisse machte er die Finanzindustrie dafür verantwortlich.

Der ehemalige Federal-Reserve-Chef Ben Bernanke kritisiert die limitierte Aufklärung der Finanzkrise. ap

Der ehemalige Federal-Reserve-Chef Ben Bernanke kritisiert die limitierte Aufklärung der Finanzkrise.

TorontoDer frühere US-Notenbankchef Ben Bernanke hat eigene Versäumnisse bei der Aufklärung über die Finanzkrise eingeräumt. „Ich glaube immer noch, dass viele Menschen nicht wirklich verstehen, warum wir das getan haben, was wir getan haben“, sagte Bernanke am Dienstag (Ortszeit) in Toronto. Viele Menschen hätten immer noch das Gefühl, dass die Notenbank mehr auf die Interessen der Finanzindustrie geachtet habe als auf die kleiner Unternehmen.

Bernanke hatte sein Amt als Präsident der Federal Reserve Ende Januar abgegeben. In seine Amtszeit fiel die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren. Bernanke hatte zusammen mit US-Finanzminister Henry Paulson eine groß angelegte Gegenstrategie entworfen, darunter Notprogramme, die die Kreditvergabe der Banken und das Kundenvertrauen stärken sollten. Auf Bernankes Rat hin verabschiedete der US-Kongress zudem einen 700 Milliarden Dollar (gut 500 Milliarden Euro) schweren Bankenrettungsfonds.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Inzwischen mache die US-Wirtschaft enorme Fortschritte, sagte Bernanke in seiner Rede vor dem Kanadischen Wirtschaftsclub

Von

ap

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.04.2014, 11:22 Uhr

...allein die Titulierung "Finanzindustrie" ist eine Breitseite gegen jedweden gesellschaftlichen Humanismus.

Genauso wie Geldschöpfungsprinzipien. willkommen im Netz der Geldkraken.

Mannomann.

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