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30.10.2013

20:22 Uhr

US-Notenbank

Die Fed pumpt weiter Geld in den Markt

Die US-Notenbank hält an der lockeren Geldpolitik fest. Wie die Fed am Abend mitteilte, setzt das Institut die Ankäufe von Anleihen und Immobilienpapieren fort. Auch der Leitzins verharrt auf dem Tiefststand.

Hauptsitz der US-Notenbank: Die Fed lässt den Geldhahn weit offen. ap

Hauptsitz der US-Notenbank: Die Fed lässt den Geldhahn weit offen.

WashingtonGut drei Monate vor seinem Abschied lässt US-Notenbankchef Ben Bernanke die Finanzwelt weiter im Unklaren über einen möglichen Kurswechsel in der Geldpolitik. Die Fed macht weiter keine Abstriche an ihren milliardenschweren Anleihekäufen zum Ankurbeln der Wirtschaft. Auch weiterhin wird sie langfristige Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherte Wertpapiere im Wert von monatlich 85 Milliarden US-Dollar (61,7 Mrd Euro) kaufen, wie der Offenmarktausschuss FOMC am Mittwoch in Washington mitteilte. Experten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet.

Die Notenbank will „mehr Belege“ für eine Erholung der Wirtschaft abwarten, bevor das milliardenschwere Anleiheprogramm vorsichtig zurückgefahren wird. Auch der Leitzins bleibt deshalb auf dem historischen Tiefstand zwischen Null und 0,25 Prozent. Auf diesem Rekordtief liegt er seit Ende 2008, als die schwere Finanzkrise sich ausbreitete. Der faktische Nullzins sei angemessen, solange die US-Arbeitslosenquote höher sei als 6,5 Prozent, teilte die Notenbank erneut mit. Derzeit liegt die Arbeitslosigkeit bei 7,2 Prozent.

Insgesamt fehlte der Fed für die aktuelle Entscheidung vermutlich auch wichtiges Datenmaterial. Die Arbeitslosenstatistik hatte sich wegen des US-Etatstreits und des 16 Tage andauernden Regierungsstillstandes deutlich verzögert. Die für Mittwoch geplante Veröffentlichung der neuesten Schätzung des Bruttoinlandsproduktes wurde zudem um zwei Wochen verschoben.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Auch die deutlich gesunkene Inflationsrate in den USA gab der Fed keinen Anlass für einen vorsichtigen Ausstieg aus der sehr lockeren Geldpolitik. Aufs Jahr gerechnet lag der Auftrieb der Verbraucherpreise im September nur noch bei 1,2 Prozent, teilte das Arbeitsministerium mit. Im Vormonat hatte die Jahresrate noch 1,5 Prozent betragen, im Juli sogar 2,0 Prozent. Die Kerninflation, die ohne stark schwankende Preise für Lebensmittel und Energie berechnet wird, sank um 0,1 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent. Im Monatsvergleich stieg der Preisindex im September um 0,2 Prozent.

Möglich scheint, dass der scheidende Fed-Chef Bernanke (59) die erste Zügelung der sehr lockeren - und damit möglicherweise preistreibenden - Geldpolitik seiner Nachfolgerin Janet Yellen überlassen wird. Die 67-jährige bisherige Vize-Chefin der Fed soll Anfang 2014 Bernankes Amt übernehmen. Obwohl ihre Nominierung vor drei Wochen auf viel Lob gestoßen war, unter anderem von IWF-Chefin Christine Lagarde, gab es auch kritische Stimmen.

Der Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik gilt als eine extrem schwierige Aufgabe. Das Risiko dabei ist, dass die Finanzmärkte und Weltwirtschaft mit Nervosität reagieren und die Konjunktur einen Rückschlag erleiden könnte. Da sich die US-Konjunktur langsam erholt, hatte die Fed aber bereits angekündigt, die Notenpresse auf lange Sicht schrittweise zu drosseln.

Die US-Aktienbörsen reagierten mit weiteren Verlusten auf die Fed-Entscheidung. Händler nannten die vergleichsweise positive Bewertung der US-Konjunktur durch die Fed als Grund für den Dow-Rückgang. Sie mache ein zügiges Eindämmen der Liquiditätsflut wahrscheinlicher, hieß es.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Fitzgerald

30.10.2013, 19:46 Uhr

Warum fällt der Goldpreis wenn das Fed weiter Geld in den Markt pumpt? Versteh ich nicht. Wer weiß mehr?

Account gelöscht!

30.10.2013, 19:49 Uhr

Wenn die Fed das Geld verteuert, dann wäre die USA in Kürze pleite. Wieso? Hohe Schulden, hohe Arbeitslosigkleit, geringes Wirtschaftswachstum daraus folgend geringe Steuereinnahmen, verbunden mit höheren Zinsen, folglich pleite. Also Nullzinsen, somit Anheizung einer Blase, welche auf geliehenem, billigen Geld basiert. Der DAX ist hierfür ein gutes Beispiel. Sanierung der USA auf Kosten von Geldgierigkeit, wie immer!

Account gelöscht!

30.10.2013, 20:24 Uhr

Gleiches Recht für alle! Wenn ich keine Kohle mehr habe dann möchte ich auch welches drucken. Wo gibt es die Dinger???
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Wann hört dieser Schwachsinn eigentlich auf?? Wieso wird es in den Medien quasi als Selbstverständlichekit dem dämlich Volk kundgetan? Ach ja, weil wir dämlich sind!
Und uns alles gefallen lassen ...müssen !!!

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