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02.11.2012

03:09 Uhr

US-Notenbank

Faustregel fürs Gelddrucken

Die Fed hat erstmals einen Hinweis darauf gegeben, wie lange sie an ihrer unkonventionellen Geldpolitik festhalten will. Danach muss die Arbeitslosenquote erst auf unter 7,25 Prozent fallen, bevor der Kurs geändert wird.

US-amerikanische Geldscheine sind vor einer USA-Fahne. dpa

US-amerikanische Geldscheine sind vor einer USA-Fahne.

WellesleyAus der US-Notenbank (Fed) kommt der erste konkrete Vorschlag zur Dauer der Politik des billigen Geldes. Der Präsident der Fed von Boston, Eric Rosengren, empfahl am Donnerstag, diese mindestens so lange fortzusetzen, bis die Arbeitslosenquote unter die Marke von 7,25 Prozent fällt. Sobald dies der Fall sei, solle ein Stopp des Programms zur sogenannten Quantitativen Lockerung (QE) geprüft werden.

Ferner solle der Leitzins so lange bei Null bleiben, bis die Arbeitslosigkeit auf 6,5 Prozent rutscht. Bedingung für beide Faustregeln sei allerdings, dass die Aussichten für die Inflation moderat sind, erläuterte Rosengren, der erst im kommenden Jahr in dem für die geldpolitischen Entscheidungen zuständigen Ausschuss stimmberechtigt ist. Wegen der schleppenden Konjunktur hatte die Fed im September eine dritte Runde der Quantitativen Lockerung (QE3) gestartet. Diese sieht einen Wertpapier-Aufkauf in Höhe von 40 Milliarden Dollar im Monat vor.

Zur Laufzeit dieses Programms hat sich die Notenbank bislang nicht genau geäußert. Sie hatte lediglich formuliert, es solle so lange dauern, bis sich der Arbeitsmarkt "substanziell" verbessert. Welche Kriterien dafür gelten sollen, hat die Fed bislang nicht festgelegt. Im September lag die Arbeitslosenquote bei 7,8 Prozent. Der Arbeitsmarktbericht für Oktober sollte am Freitag vorgelegt werden.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

02.11.2012, 06:53 Uhr

Die FED vermittelt indirekt mit der Festlegung auf bestimmte Kriterien des Arbeitsmarktes den Eindruck, als ob sie mit ihrer Geldpolitik maßgeblichen Einfluß auf Strukturen des US-Arbeitsmarktes ausüben könnte. Das ist zumindestens ein schiefes, wenn nicht sogar ein falsches Bild.

Expansive Geldpolitik wird in ihren Möglichkeiten einer positiven Beeinflussung der Realwirtschaft regelmäßig überschätzt.

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02.11.2012, 07:44 Uhr

Dargi druckt auch fleißig Geld - ganz ohne gesetzliche Legitimation.

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02.11.2012, 08:08 Uhr

Daran kann man die ganze Scharlatanerie und kindische Dummheit der Gelddruckvollhorste erkennen. Sie übersehen einfach die Nebenwirkungen anhaltender Kreditverschlechterung, nämlich die immer unproduktivere Industrie mit immer größeren Kapitalfehlallokationen. Diese mag kurzfristig Arbeitsplätze schaffen, verliert sie ebenso sicher aber langfristig. Und an dem Tag an dem der letztere Trend den ersten überholt, werden wir endlich die anstehende Systemdiskussion bekommen. Leider wegen der Blindheit des Voodoo-Ökonomenmainstreams zu einem viel höheren Preis als notwendig!

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