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07.01.2015

21:06 Uhr

US-Notenbank

Fed will Geldpolitik „mit Geduld“ normalisieren

Die Amerikaner sind in Kauflaune. Die Daten vom US-Arbeitsmarkt sehen gut aus und auch wird wieder investiert: Die Fed sieht Anlass, die bisherige „ultralockere Geldpolitik“ zu normalisieren - allerdings nicht vor April.

Notenbankchefin Janet Yellen: Die Fed wird noch mindestens bis März stillhalten. ap

Notenbankchefin Janet Yellen: Die Fed wird noch mindestens bis März stillhalten.

WashingtonTrotz der globalen Wachstumsschwäche wird die US-Wirtschaft laut der Notenbank Fed ihre Muskeln weiter spielen lassen und damit eine Zinserhöhung in absehbarer Zeit ermöglichen. Durch den Ölpreisverfall und die damit verbundenen niedrigeren Kosten für Verbraucher und Firmen entstehe nach Ansicht der Mehrheit im Zinsausschuss sogar neuer „Schub“, heißt es in den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Sitzung vom Dezember.

Dass die von der Fed angestrebte Inflationsrate von zwei Prozent durch das billigere Öl wohl vorerst nicht erreicht wird, bereitet den Zentralbankern kein größeres Kopfzerbrechen. Denn die Amerikaner seien in Kauflaune, der Arbeitsmarkt laufe wieder rund und es werde wieder investiert. Angesichts dieser Perspektiven wolle die Fed eine Normalisierung der ultralockeren Geldpolitik „mit Geduld“ angehen.

Wie Notenbankchefin Janet Yellen nach dem Zinsbeschluss erläutert hatte, bedeutet dies, dass die Fed noch mindestens bis März stillhalten wird. Die Notenbank hält den Leitzins derzeit noch auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. Experten rechnen erst für die Jahresmitte mit einer Zinserhöhung. Es wäre die erste nach sechs Jahren ultralockerer Geldpolitik.

Die US-Notenbank Fed

Fed?

Das Federal Reserve System – kurz Federal Reserve oder einfach Fed – ist die Notenbank der USA.

Die Funktion

Die 1913 vom amerikanischen Kongress gegründete staatliche Organisation leitet die US-Geldpolitik, kontrolliert und reguliert die Banken des Landes und beeinflusst die Bedingungen für die Kreditvergabe.

Die Ziele

Die übergeordneten Ziele der Fed sind eine möglichst hohe Beschäftigung, stabile Preise sowie günstige Zinsen. Die mächtige Organisation kontrolliert damit einige der wirtschaftlichen Stellschrauben der Vereinigten Staaten.

Die Präsidentin

Präsidentin ist Janet Yellen. Die 68-Jährige hatte ihren Posten offiziell Anfang Februar 2014 angetreten. Sie ist die erste Frau an der Fed-Spitze in der 100-jährigen Geschichte der Zentralbank.

Die Fed strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an, doch verfehlte sie das Ziel zuletzt mit einer Jahresteuerungsrate von 1,3 Prozent deutlich. Bevor die Zinsen angehoben werden, will die Fed Gewissheit haben, dass die Inflation sich wieder nach oben bewegt.

Insbesondere der fallende Ölpreis hatte den Preisauftrieb zuletzt gedämpft. Erstmals seit fast sechs Jahren war der Preis für die wichtige Nordseesorte Brent am Mittwoch unter die Marke von 50 Dollar je Fass gerutscht, US-Öl notierte bei rund 48 Dollar. Viele Anleger sehen in den Turbulenzen an den Ölmärkten auch ein Zeichen für die angeschlagene Weltwirtschaft.

Von

rtr

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