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20.11.2013

06:21 Uhr

US-Notenbank

Geldschleusen in den USA bleiben weit offen

Erst wenn sich die US-Wirtschaft erholt hat, soll die Geldpolitik restriktiver werden. Da sind sich der scheidende Fed-Chef Bernanke und seine Nachfolgerin einig. Die Aussagen verringern die Unsicherheit an den Märkten.

Fed-Chef Ben Bernanke. Reuters

Fed-Chef Ben Bernanke.

WashingtonUS-Notenbankchef Ben Bernanke und seine designierte Nachfolgerin Janet Yellen haben eine Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik angekündigt und die Finanzmärkte damit beruhigt. Bernanke sagte am Dienstag vor der Vereinigung der US-Volkswirte, der Kurs werde so lange wie nötig fortgesetzt.

Eine Reduzierung der Anleihen-Aufkäufe im Volumen von derzeit 85 Milliarden Dollar pro Monat werde es erst geben, wenn die Fed überzeugt sei, dass die Erholung am Arbeitsmarkt nachhaltig sei. Die Wirtschaft habe sich zuletzt zwar erholt, sei aber noch längst nicht da, wo man sie sich wünsche. Er sei sich mit Yellen daher einig, dass der beste Weg hin zu einer wieder eher normalen Geldpolitik darin bestehe, derzeit alles zu tun, was eine kräftige Erholung der Wirtschaft fördere.

Yellen ließ ebenfalls durchblicken, die US-Geldpolitik werde noch für längere Zeit sehr locker bleiben. Dies wäre auch der Fall, wenn die Zielmarken für Inflationsrate und Arbeitslosenquote durchbrochen würden, hatte sie in am Dienstag bekannt gewordenen Briefen an zwei US-Senatoren geschrieben.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Yellen soll nach dem Willen von US-Präsident Barack Obama im Februar 2014 Bernanke nachfolgen. In der vergangenen Woche stand sie dafür bereits dem Bankenausschusses des Senates Rede und Antwort. Auf Fragen, wie lange die Zentralbank ihre Wertpapierkäufe fortsetzen werde, antwortete sie indes auch, das Programm könne nicht ewig laufen.

Bernanke sagte am Dienstag, die Fed könne sich Zeit lassen mit einer Anhebung des Leitzinses, der seit 2008 bei nahe Null Prozent liegt. Der Satz werde wohl auch dann noch für einige Zeit dort bleiben, wenn die Anleihekäufe zurückgefahren und die Arbeitslosenquote auf unter 6,5 Prozent gesunken sei, sagte er.

An den Finanzmärkten wird seit langem genau auf Äußerungen der Fed vor allem zu den Anleihe-Käufen geachtet. Die Notenbank hat inzwischen über diesen Weg fast vier Billionen Dollar in den Wirtschaftskreislauf gepumpt, um damit die Wirtschaft zu stützen. Diese Politik, gepaart mit der des niedrigen Leitzinses, hat die US-Börsen in den vergangenen Monaten von Rekord zu Rekord eilen lassen.

Kommentare (6)

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Selbst_wenn

20.11.2013, 07:34 Uhr

Selbst wenn, helfen tut’s nur deiner verseuchten Geldgier-Elite, du dreckig grinsendes Bankster-Schwein.

werner

20.11.2013, 09:17 Uhr

diese bekloppten in den usa machen mit dieser kriminellen arbeitsweise ihr eigenes land und die ganze weltwirtschaft kaputt.es wird hoechste zeit dass greenspan ein buch ueber dieses personaldesaster veroeffentlicht.

Account gelöscht!

20.11.2013, 09:27 Uhr


Die Fed-Boys, bald ja Ladies, kommen aus der QE Geschichte nicht ohne grössere Schaden einschliesslich gigantischer Datenmanipulation raus. Angeblich geschaffene Arbeitsplätze im Dreiviertelmodus, zudem grass unterbezahlt, helfen einer Konsumgesellschaft nicht wirklich auf die Sprünge.

"Europa-Draghi" marschiert stöckelnd auf der selbigen Nutten-Schuldenmeile rum. Imperator Draghi mit engsten Beziehungsgeflecht zur "italienischen Zwielichtbankzone" bleibt Liebhaber aller roten Lampen.

Gut, dass es positives Statistikzeugs zur voruebergehenden Beruhigung gibt.
Prozac kommt sicherlich zu einem soäteren Zeitpunkt massivst zum Einsatz.

Seh ich Figuren wie Bernanke und Draghi in deren inhaltslosen Augen, überkommt mir Grauen. Menschliche Züge/Wärme sehe ich nicht. Schauen aus wie "angeturnte Robots".

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