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13.01.2011

22:16 Uhr

US-Notenbankchef

Bernanke rechnet mit kräftigem US-Wachstum

US-Notenbankchef Bernanke verbreitet Konjunkturoptimismus: Für das laufende Jahr rechnet er mit einem kräftigem Aufschwung in den USA. Denkbar sei ein Wachstum von drei oder vier Prozent, sagte Bernanke in Fairfax im Bundesstaat Virginia. Doch die jüngsten Daten vom Jobmarkt verheißen nichts Gutes.

Verbreitet Optimismus: Ben Bernanke. Quelle: Reuters

Verbreitet Optimismus: Ben Bernanke.

HB ARLINGTON. Dessen ungeachtet sprach US-Notenbank-Chef Ben Bernanke am Donnerstag von einer Festigung der konjunkturellen Erholung. In den vergangenen Monaten sei eine Besserung zu beobachten gewesen. „Das wird die Arbeitslosigkeit aber nicht in dem Tempo reduzieren, wie wir es gerne hätten“, mahnte Bernanke.

Tatsächlich bleibt der Arbeitsmarkt trotz aller positiven Prognosen das Sorgenkind der US-Wirtschaft. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der vergangenen Woche auf 445 000 von 410 000 in der Woche zuvor und damit auf den höchsten Stand seit Oktober. Der stärkste Anstieg seit sechs Monaten überraschte auch die Experten. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen leichten Rückgang erwartet. Ein Ministeriumsvertreter verwies allerdings darauf, dass wegen der Urlaubszeit über Weihnachten und Neujahr zunächst weniger Erstanträge gemeldet worden sein könnten und dies nun nachgeholt worden sei.

Die Zahlen wurden am Markt mit Enttäuschung aufgenommen und sorgten für leichte Verluste an den New Yorker Börsen. Auch der Dax in Frankfurt gab nach. „Die Daten zeigen, dass sich der Arbeitsmarkt nur zögerlich erholt und es schwierig werden wird, die Arbeitslosenquote zu senken“, sagte Analyst Omer Esiner von Commonwealth Foreign Exchange. Ein Lichtblick sei dagegen der weitere Rückgang des Außenhandelsdefizits im November. Dies dürfte zu einer positiven Entwicklung der Wirtschaft im vierten Quartal beigetragen haben, sagte er.

Die Ausfuhren stiegen auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Die Differenz zwischen Exporten und Importen sank auf gut 38,3 Milliarden Dollar von 38,4 Milliarden Dollar im Oktober, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Fehlbetrag von 40,50 Milliarden Dollar gerechnet. Aktuell ist das Defizit damit so gering wie seit Januar 2010 nicht mehr. Die Ausfuhren stiegen von Oktober auf November um 0,8 Prozent auf 159,65 Milliarden Dollar. Damit legten sie auf den höchsten Stand seit August 2008 zu. Mit 9,5 Milliarden Dollar markierten die Exporte nach China ein neuen Rekord. Die Einfuhren stiegen lediglich um 0,6 Prozent auf 197,96 Milliarden.

Die US-Notenbank hatte sich zuletzt optimistischer über die Entwicklung am Arbeitsmarkt und der Konjunktur insgesamt geäußert. Überall im Land habe sich die Situation verbessert, teilte die Federal Reserve am Mittwochabend in ihrem „Beige Book“ zur Lage der US-Wirtschaft mit. Ihren Optimismus begründen die Ökonomen damit, dass die US-Wirtschaft über den Jahreswechsel weiter an Stärke gewonnen habe. Auch die verarbeitende Industrie habe in allen Regionen zugelegt und der private Konsum zugenommen. Der Wohnimmobilienmarkt befinde sich allerdings weiter in einer schwachen Verfassung.

Im dritten Quartal 2010 war die US-Wirtschaft um 2,6 Prozent gewachsen. Diese Rate gilt als zu bescheiden, um zu einer Senkung der hohen Arbeitslosenrate von 9,4 Prozent beizutragen. Um den Arbeitsmarkt zu beleben, hatte Fed-Chef Bernanke im November eine weitere massive Geldspritze über 600 Milliarden Dollar für die US-Wirtschaft angekündigt - Monat für Monat gut 75 Milliarden Dollar bis zum Sommer.

Kommentare (3)

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Drei Affen

13.01.2011, 23:44 Uhr

Was für ein Gras hat der denn geraucht? Nehmen die alle Drogen oder was?

analytiker

13.01.2011, 23:52 Uhr

Es ist fünf vor zwölf. Die Staaten werden sich über Geldmengenvermehrung ihrer Schulden entledigen. Diese Vermehrung ist einfach eine Plünderung der Ersparnisse sei Es konten oder Renten. Es ist eine perfide Enteignungsmethode mit der die Gläubiger sogar ohne Mitbeteiligung enteignet werden. Das ist das Schema in allen Rettungsaktionen die Stattfand wenn iMF Gelder zur "Rettung" gab.
Man hat nicht kapiert dass im Mai der Euro in etwas wie Drahme und Peseta oder Lire umgewandelt worden ist. Euro ist keine Hartewährung mehr. Es ist eher so dass die Deutschen nun die DM für Lire oder Drahme aufgegeben haben. Die Geldmengenvermehrung ist der Weg des kleinsten Widerstandes für Demokratien. Geldvermehrung ist eine Enteignung wehrt euch dagegen indem ihr Gold und Silber benutzt !!!

Konjunkturspritze

13.01.2011, 23:53 Uhr

• Dieser Aufschwung wurde durch massive Konjunkturrpogramme erkauft.
Diese Konjunkturprogramme gingen im letzten Jahr aus. Das war wie mit einem Ventilator dass Segelboot anzutreiben...
Diese wurden mit Verschuldung in immensen Ausmassen erkauft und zur Ankurbelung der Exportwirtschaft sowie Schuldenabbau wurde der Euro massiv entwertet.
Nun kommt eine riesige inflationswelle denn die Rohstoffpreise sind wegen den Geldmengen %40 gestiegen, (siehe 33% Anstieg importe Deutschlands) und dies wird alle Export Produkte verteuern. Der innenmarkt trocknet aus denn die Kaufkraft steigt nicht parallel.
Ausserdem werden die Sparprogramme Europa weit die Nachfrage erwürgen. Dass sind die vier Ritter des Todes in 2011 die den Wirtschaftsmotor abwürgen werden.

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