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13.01.2004

19:27 Uhr

US-Notenbankchef in Berlin

Greenspan hält US-Defizit für korrigierbar

Der US-Notenbankpräsident Alan Greenspan hält es derzeit nicht für notwendig, Maßnahmen zum Abbau des US-Leistungsbilanzdefizits zu ergreifen. Es gebe hierzu zwar Möglichkeiten, diese müssten allerdings mit Vorsicht genutzt werden, sagte Greenspan am Dienstag bei der Bundesbank Lecture 2004 in Berlin.

HB REUTERS. Sollte die Globalisierung zu einem immer flexibleren Finanzsystem weltweit führen, könnten die Ungleichgewichte mit nur geringen Störungen entschärft werden, sagte Greenspan am Dienstag in Berlin. „Und wenn andere Währungen wie der Euro sich mit dem Dollar die Rolle als globale Reservewährung teilen, wird dieser Prozess wahrscheinlich schonend verlaufen“, sagte der US-Notenbankchef auf einer Veranstaltung der Deutschen Bundesbank laut Redetext.

Bundesbankpräsident Ernst Welteke äußerte sich auf derselben Konferenz besorgt über den Höhenflug des Euro. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte nach Angaben aus informierten Kreisen im Gespräch mit dem Fed-Chef, er sehe die Eurokurssteigerung gegenüber dem US-Dollar nicht ohne Sorge.

Zweifel an den Finanzmärkten über die Finanzierbarkeit des hohen Leistungsbilanzdefizits der USA sind der Hauptgrund für die anhaltende Talfahrt des Dollar, die den Euro erst am Montag auf ein neues Rekordhoch von fast 1,29 Dollar getrieben hatte. Der Eurokurs notierte am Dienstagnachmittag nach Beginn der Greenspan-Rede in der Tendenz aber zunächst schwächer und lag gegen 17.00 Uhr einen Kurs um die 1,273 Dollar. In Europa wächst unterdessen die Sorge, dass der Euro weiter rapide steigen und die lang ersehnte Konjunkturerholung zunichte machen könnte.

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