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22.06.2011

14:00 Uhr

US-Schuldenkrise

Auf der Suche nach der Wunderwaffe

VonJan Mallien

Amerikas Konjunktur ist schwer angeschlagen, die Schuldenuhr tickt erbarmungslos. Beim Zinssatz hat die Notenbank längst keinen Spielraum mehr. Welche Waffe bleibt Bernanke, um das Land vor dem Ruin zu retten?

Fed-Chef Ben Bernanke. Quelle: dpa

Fed-Chef Ben Bernanke.

DüsseldorfDie amerikanische Notenbank (Fed) ist vor ihrer Zinssitzung heute in einer schwierigen Lage. In den vergangenen Wochen gab es eine Reihe schlechter Nachrichten für die US-Wirtschaft: miserable Arbeitsmartzahlen, ein Acht-Jahres Tief auf dem US-Häusermarkt und schwindendes Vertrauen bei den Verbrauchern. Hinzu kommt der schwelende Konflikt um die Schuldengrenze. Sollten sich Republikaner und Demokraten nicht bald auf eine Ausweitung der Schuldengrenze von 14,3 Billionen US-Dollar einigen, droht der US-Regierung der Zahlungsausfall. Eine Einigung mit den Republikanern  jedoch könnte die Obama-Regierung zu starken Einsparungen im Haushalt zwingen – was wiederum die Konjunktur schwächt.

Trotz dieser Vorzeichen sind die Erwartungen an Ben Bernanke nicht all zu groß, wenn er heute Abend nach der Zinssitzung der amerikanischen Notenbank vor die Presse tritt. Angesichts der schwachen US-Konjunktur wird er aller Voraussicht nach am ultraniedrigen Zinsniveau von  0 bis 0,25 Prozent festhalten.

Interessanter ist die Frage, wie er sich zu einem neuen Ankaufprogramm für Anleihen positioniert. Diesen Monat läuft ein älteres Ankaufprogramm über 600 Milliarden US-Dollar aus. Experten rechnen damit, dass die Fed kein weiteres Ankaufprogramm für US-Staatsanleihen auflegen wird. Da die Notenbank den Leitzins nicht weiter senken kann, bietet der Ankauf von US-Staatsanleihen die Möglichkeit, den langfristigen Zinssatz zu drücken. In einer Rede vor zwei Wochen hat Bernanke jedoch keinerlei Hinweise auf weitere Stützungsmaßnahmen durch die amerikanische Notenbank gegeben.  „Die Geldpolitik ist kein Allheilmittel“, sagte er

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Gegen eine weitere quantitative Lockerung sprechen vor allem politische Gründe. Schon die letzte Runde im November war hochumstritten. Neben der entstehenden Inflationsangst kritisierten vor allem die Schwellenländer den Schritt. Sie fürchten, dass eine Ausweitung der US-Geldmenge zu einer Kapitalschwemme in ihre Länder führt. Dies könnte zu einer weiteren Aufwertung ihrer Währungen gegenüber dem US-Dollar führen – und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit verschlechtern. 

Zwei Punkte geben dagegen etwas Hoffnung für die US-Wirtschaft. In den vergangenen Monaten belasteten die Japan-Katastrophe und der hohe Ölpreis die Entwicklung. Hier zeichnet sich Entlastung ab: Die Probleme in den Lieferketten durch die Japan-Katastrophe sind weitgehend behoben und die Öl- und Rohstoffpreisrally ist gestoppt.  

 

Kommentare (29)

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Beobachter

22.06.2011, 14:29 Uhr

die fed muss abgeschafft werden , ben shalom bernanke zurücktreten.

Karl

22.06.2011, 14:41 Uhr

Tja, das FED Privatbanksterkartell hat gute Arbeit geleistet und das Schauspiel geht noch weiter.
Bald ist Ende mit "Brot und Spielen" für das gemeine Pöbel....

Account gelöscht!

22.06.2011, 14:42 Uhr

Ja, Bernanke, wenn man in den USA ebenso blöd ist wie bei uns und das Geld in falsche Hände gibt...

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