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13.11.2015

18:07 Uhr

US-Verbraucher

Gute Stimmung, enttäuschende Zahlen

Das Verbrauchervertrauen in den USA steigt auch im November weiter, auch die nahende Zinswende kann die Stimmung der US-Konsumenten nicht eintrüben. Doch die Zahlen des Einzelhandels für den Oktober enttäuschen.

Die Stimmung der US-Verbraucher in den USA steigt immer weiter – doch die konkreten Zahlen aus dem Einzelhandel enttäuschen. dpa

US-Konsum

Die Stimmung der US-Verbraucher in den USA steigt immer weiter – doch die konkreten Zahlen aus dem Einzelhandel enttäuschen.

New YorkTrotz der näher rückenden Zinswende in den USA hellt sich die Stimmung der Amerikaner deutlich auf. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen stieg im November um 3,1 auf 93,1 Punkte, wie eine am Freitag veröffentlichte Umfrage der Universität von Michigan ergab. Das ist der höchste Wert seit Juli. Experten hatten nur mit 91,5 Zählern gerechnet. Das Auf und Ab der US-Konjunktur hängt stark von den Verbrauchern und deren Kauflaune ab. Denn der private Konsum steht hier für rund 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Führungskräfte der Notenbank Fed signalisierten zuletzt, dass angesichts der Stärke der Wirtschaft eine Zinsanhebung im Dezember anstehen könnte.

„Die Verbraucherstimmung lässt auf stabile Konsumausgaben schließen“, sagte Ökonom Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba. Die jüngsten Zahlen vom Einzelhandel, der wiederum etwa 30 Prozent des privaten Verbrauchs in den USA ausmacht, fielen jedoch eher durchwachsen aus. Die Umsätze legten im Oktober nur um 0,1 Prozent zum Vormonat zu. Experten hatten mit einem drei Mal so großen Plus gerechnet. Hauptgrund für das schwache Abschneiden waren sinkende Auto-Umsätze.

„Das kommt überraschend“, sagte BayernLB-Ökonomin Christiane von Berg. Sie geht allerdings davon aus, dass das kommende Thanksgiving- und Weihnachtsgeschäft den Konsum beleben wird. Die Kauflust befeuerten auch die anhaltend niedrigen Benzinpreise, höhere verfügbare Einkommen und die damit verbundene stärkere Kaufkraft. Bei einer Zinsanhebung der Fed werden jedoch die Kreditkosten steigen: Damit dürfte vielen Amerikanern das Zurückzahlen von Hypotheken und Verbraucherdarlehen schwerer fallen.

Die Gewinner der Weltwirtschaft

Volkswirtschaft 2050

Welche Staaten werden in 35 Jahren noch zu den führenden Wirtschaftsnationen der Welt gehören? Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) veröffentliche in ihrer Studie „The World in 2050“ unter anderem eine Top Ten der Volkswirtschaften. Für die Prognose gehen die PwC-Volkswirtschaftler von einem durchschnittlichen Wachstum der Weltwirtschaft von rund drei Prozent pro Jahr aus. Die Gewinner der Volkswirtschaften:

Quellen: dpa/ots

Nigeria

2014: 1,058 ; 2030: 2,566; 2050: 7,345 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Erstaunlich optimistisch bewerten die Volkswirtschaftler die Aussichten unter anderem Krisenstaaten in Afrika. So werde Nigeria bis 2050 Deutschland überholen und auf Platz neun der stärksten Volkswirtschaften klettern. Nigeria, Vietnam und die Philippinen werden demnach mit durchschnittlich 4,5 bis 5 Prozent Wachstum die dynamischsten Wachstumsregionen der Welt sein.

Mexiko

2014: 2,143 ; 2030: 3,985 ; 2050: 8,014 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Mexikos Wirtschaft ist derzeit im Wandel. 2020 wird das Land auf Platz neun klettern und 2050 Frankreich aus der Spitzengruppe verdrängen.

Indonesien

2014: 2,554 ; 2030: 5,486 ; 2050: 12,210 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Indonesien dürfte bis 2050 von dauerhaft hohen Wachstumsraten und einer jungen Bevölkerung profitieren. 2030 wird die indonesische Wirtschaftsleistung doppelt so groß sein und schafft es 2050 laut der Studie auf Rang vier.

Brasilien

2014: 3,073 ; 2030: 4,996 ; 2050: 9,154 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Brasiliens Wirtschaft wächst in den kommenden Jahren noch mehr. 2030 klettert das Land auf Rang sechs und bleibt auch 2050 in der Top Ten (Platz fünf).

Indien

2014: 7,277 ; 2030: 17,138 ; 2050: 42,205 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Schon heute ist Indien als drittstärkste Volkswirtschaft etwa 50 Prozent leistungsstärker als das viertplatzierte Japan. Mit dauerhaft hohen Wachstumsraten und einer jungen Bevölkerung wird Indien bis 2050 zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen. Die Wirtschaftsleistung soll dann fast zweieinhalbmal so stark sein wie die Indonesiens.

Die US-Notenbank wähnt sich bei einer Arbeitslosenquote von zuletzt 5,0 Prozent praktisch am Ziel: Sie strebt Vollbeschäftigung an. Die Fed kurbelt die Wirtschaft nunmehr seit fast sieben Jahren mit Zinsen nahe dem Nullpunkt an. Mit einer Erhöhung im Dezember, die Fed-Vizechef Stanley Fischer als "durchaus möglich" bezeichnet, würde diese Schubkraft abnehmen. Kritiker warnen seit langem, dass die Notenbank mit einer zu lockeren Geldpolitik den Nährboden für Vermögenspreisblasen legt - zum Beispiel am Aktienmarkt.

Von

rtr

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