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03.02.2012

17:46 Uhr

US-Wirtschaft

„Atemberaubende Besserung am Arbeitsmarkt“

Die Arbeitslosigkeit in den USA ist im Januar auf 8,3 Prozent gesunken. Trotz Stellenstreichungen im öffentlichen Dienst sorgte vor allem der private Sektor für 243.000 neue Jobs seit dem Jahreswechsel.

Seit dem Jahreswechsel sind in den USA 243.000 neue Jobs geschaffen worden. dpa

Seit dem Jahreswechsel sind in den USA 243.000 neue Jobs geschaffen worden.

WashingtonDie Arbeitslosigkeit geht in den USA weiter zurück. Im Januar sei die Quote auf 8,3 Prozent gesunken, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Im Vormonat hatte der Wert noch bei 8,5 Prozent gelegen. Seit dem Jahreswechsel seien 243.000 Jobs geschaffen worden. Zudem wurde die Zahl neuer Jobs in früheren Monaten rückwirkend nach oben korrigiert. Experten hatten wegen des Winters nicht mit einer so deutlichen Verbesserung gerechnet. Die europäischen Börsen reagierten mit Kursaufschlägen.

Es ist der stärkste Beschäftigungsaufbau seit dem Frühjahr 2010, als allerdings im Rahmen der Volkszählung eine Vielzahl von kurzfristigen Nebenjobs geschaffen wurden, die die Statistik nach oben verzerrten. Lässt man diese Phase außer Betracht, war der aktuelle Stellenzuwachs der höchste seit März 2006.

Die Verbesserung der Beschäftigungssituation erfolgte ausschließlich im privaten Sektor. Dort wurden 257.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, während im öffentlichen Dienst infolge der angespannten Haushaltslage erneut Stellen gestrichen wurden. Der Beschäftigungsaufbau in der Privatwirtschaft stand zudem auf einer breiten Basis. Im Verarbeitenden Gewerbe ergab sich ein Stellenplus von 50.000, in der Baubranche von 21.000 und in den Dienstleistungssektoren um 176.000.

„Das ist eine atemberaubende Besserung der Lage am Arbeitsmarkt“, sagte Joe LaVorgna, Chefvolkswirt der Deutschen Bank in den USA. „Damit steigen die Chancen, dass das Wachstum vor allem im ersten Halbjahr besser ausfällt als erwartet.“ Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank reagierte weniger euphorisch: „Die Erholung ist auf dem richtigen Weg. Aber es ist noch lange hin, bis die Jobverluste seit der Lehman-Krise wieder aufgeholt sein werden.“

Postbank-Experte Heinrich Bayer geht weiterhin von konjunkturellen Unsicherheiten aus: „Die Chance, dass die US-Wirtschaft den Sprung in einen selbsttragenden Aufschwung mit sinkender Arbeitslosigkeit, steigendem privaten Verbrauch, höheren Investitionen und sinkender Arbeitslosigkeit schafft, ist mit den heutigen Zahlen aber ein klein wenig gestiegen“, sagte Bayer.

Kommentare (10)

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USKenner

03.02.2012, 17:26 Uhr

Glaub keiner Statistik...
dazu ein schöner Artikel auf www.querschüsse.de:
"Es wird langsam peinlich, die heute berichteten Daten zum US-Arbeitsmarktbericht sind eine gewaltige statistische Verzerrung und die vor Liquidität triefenden Märkte quotieren diese mit steigenden Aktienkursen. Der Bericht aus dem potemkinschen Dorf zeugt von einer saisonbereinigten Arbeitslosenquote von 8,3%, die niedrigste seit Februar 2009! Leider hat diese "tolle" Quote vom Bureau of Labor Statistics aber einen gravierenden Makel, denn sie entspringt einer Münchhausen-Statistik. Gewaltige saisonbereinigte +1,117 Millionen Erwerbsfähige ab 16 Jahre zum Vormonat landeten im Januar 2012 in der Rubrik Not in Labor Force, also den Erwerbsfähigen die dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zur Verfügung stehen (Stille Reserve). Zum Vorjahresmonat waren es sogar +2,240 Millionen."

Account gelöscht!

03.02.2012, 17:56 Uhr

Es hat wohl schon seinen Grund, daß ich außer der Überschrift diesen Artikel nicht gelesen, sondern (aus Erfahrung klug) gleich zu den Kommentaren geklickt habe. Es ist wirklich traurig, daß in der Blogsphäre stöbernde Leser den vorgeblichen Profis / Journalisten die Meldungen erklären müssen, statt umgekehrt.

raentnaer

03.02.2012, 18:52 Uhr

Bin mal gespannt, wie lange Börsen noch auf so einen Blödsinn reagieren. Erstmal sollte die Euphorie gutem Journalismus weichen.
http://www.zerohedge.com/news/final-nail-todays-nfp-tragicomedy-record-surge-part-time-workers

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