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27.01.2012

17:49 Uhr

US-Wirtschaft

Die Erholung ist vertagt

VonNils Rüdel

Die US-Wirtschaft ist im Schlussquartal so schnell gewachsen wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Doch ein stabiler Trend ist das noch lange nicht.

US Präsident Obama. dpa

US Präsident Obama.

WashingtonAuf den ersten Blick sind es gute Nachrichten, die das US-Handelsministerium am Freitag zu verkünden hatte: Das Bruttoinlandsprodukt hat im Schlussquartal 2011 auf das Jahr hochgerechnet um 2,8 Prozent zugelegt. Es ist das schnellste Wachstum seit anderthalb Jahren und deutlich höher als im dritten Quartal (1,8 Prozent), im zweiten (1,3 Prozent) und im ersten Quartal (0,4 Prozent). Erleichternd angesichts der Tatsache, dass Ökonomen noch im Sommer befürchtet hatten, die US-Wirtschaft könnte bald in eine zweite Rezession schlittern.

Das BIP wuchs zwischen Oktober und Dezember vor allem deshalb, weil mehr und mehr Unternehmen ihre Bestände wieder auffüllten. Ermutigend ist auch, dass mehr Amerikaner wieder in Lohn und Brot waren und über mehr Geld verfügten – auch wenn sie für den neuen Fernseher Kredite aufnehmen oder an ihren Sparstrumpf gehen mussten. So legten die Konsumausgaben im vierten Quartal um 2 Prozent zu, nach 1,7 und 0,7 Prozent in den Quartalen davor. Entscheidend für eine Volkswirtschaft, die zu zwei Dritteln auf Konsum fußt.

Doch wie so oft in dieser sich nach guten Nachrichten sehnenden US-Wirtschaft: Es ist noch lange kein stabiler Trend. Denn das Wachstum von 2,8 Prozent blieb hinter den Erwartungen zurück. Bankenvolkswirte hatten  im Schnitt mit 3 Prozent gerechnet. Und: Im Gesamtjahr 2011 wuchs die US-Wirtschaft lediglich um 1,7 Prozent – fast die Hälfte Wachstums von 2010 (3 Prozent).

Weh getan hat ihr im Schlussquartal vor allem der Sparkurs der Regierung. Allein die Verteidigungsausgaben fielen um 12,5 Prozent. Dies wird sich im laufendem Jahr fortsetzen, angesichts leerer Kassen bei Bundesstaaten und Kommunen sowie den Forderungen der wahlkämpfenden Republikaner an US-Präsident Barack Obama, die Staatsausgaben zu reduzieren und den Haushalt auszugleichen.

Kommentare (1)

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nomenestomen

27.01.2012, 18:21 Uhr

Mit zusätzlichen Staatsschulden finanzierter Konsum - nichts Anderes!! Die Frage ist und bleibt die Gleiche - Wonach orientiert sich die Bewertung von Staatschulden - nach sozialen, ökonomischen, finanzmafiösen oder weltpolizeilichen Krinterien? Lezteres dürfte uns zu den Themen Iran und Pakistan noch beschäftigen.

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