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25.01.2010

16:47 Uhr

USA

Häuserverkäufe sinken im Rekordtempo

In den USA sind die Verkäufe bestehender Eigenheime zum Jahresende so drastisch wie nie zurückgegangen. Aufs Jahr hochgerechnet sank ihre Zahl im Dezember um 16,7 Prozent. Das war der größte Rückgang seit Beginn der Statistik 1968. US-Präsident Barack Obama gerät unter Zugzwang.

Schild für Hausverkauf in Washington. Noch nie zuvor war der Häuserverkauf in den USA so stark. Reuters

Schild für Hausverkauf in Washington. Noch nie zuvor war der Häuserverkauf in den USA so stark.

HB WASHINGTON. Auf Jahressicht sank Zahl der Häuserverkäufe im Dezember auf 5,45 Millionen, wie die Vereinigung der Immobilienmakler am Montag mitteilte. Im November waren es noch 6,54 Millionen. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 5,90 Millionen Eigenheime gerechnet. Im Gesamtjahr 2009 stiegen die Verkäufe dagegen um 4,9 Prozent auf 5,156 Millionen, während die Preise im Mittel um 12,4 Prozent purzelten.

„Vor allem der Wegfall der staatlichen Fördermaßnahmen führte nach den zuletzt positiven Verkaufsentwicklungen zu dem Absturz“, sagte Ralf Umlauf von der Helaba. Eine eigenständige Erholung des Marktes ist somit noch nicht erkennbar. „Positiv muss aber die Preisentwicklung gedeutet werden, die zumindest zeigt, dass der Markt nicht im freien Fall ist.“ Im Dezember kletterten die durchschnittlichen Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 1,5 Prozent so stark wie seit Mai 2006 nicht mehr.

US-Präsident Barack Obama verschärft unterdessen angesichts fallender Umfragewert seinen populistischer ausgerichteten Kurs. Zwei Tage vor seiner mit Spannung erwarteten ersten Rede zur Lage der Nation wollte er am Montag ein umfangreiches Steuerentlastungspaket für die Mittelschicht vorstellen, bei der er zuletzt besonders an Rückhalt verloren hatte. Im Zentrum stand eine Ausweitung der Kinderfreibeträge für Familien mit einem Einkommen von unter 85 000 Dollar im Jahr sowie eine bessere Förderung der privaten Vorsorge für den Ruhestand. Ausbildungskredite für Studenten sollen außerdem günstiger werden und mehr Geld in Programme zur Unterstützung von Familien fließen, die ältere Angehörige zu Hause pflegen.

„Es gibt Maßnahmen, die wir sofort ergreifen können, um die Belastung von Familien zu verringern“, erklärte das Präsidialamt. Vieles von dem, was der Präsident am Montag verkünde, werde auch in der „State of the Union“-Rede am Mittwochabend in Washington, also Donnerstagnacht mitteleuropäischer Zeit, vorkommen. Außerdem werde Obama darin die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie das immense Haushaltsdefizit ansprechen und erläutern, wie er für die Mittelschicht kämpfen wolle.

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