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05.07.2013

15:43 Uhr

USA

Jobwachstum in den USA hält an

Die Arbeitsplätze in den USA vermehren sich. Auswirkungen auf die Arbeitslosenquote hatte das bisher nicht. Den Euro aber haben die Arbeitsmarktdaten auf den tiefsten Stand seit Ende Mai gedrückt.

Die Arbeitslosenquote liegt weiterhin bei 7,6 Prozent. AFP

Die Arbeitslosenquote liegt weiterhin bei 7,6 Prozent.

WashingtonDie US-Wirtschaft hat im Juni deutlich mehr neue Stellen geschaffen als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 195.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 165.000 gerechnet. Zudem wurden im April und Mai zusammen rund 70.000 mehr neue Jobs geschaffen als zunächst ermittelt.

Die Arbeitslosenquote selbst blieb aber wie im Vormonat bei 7,6 Prozent. Sie liegt damit noch deutlich über dem Schnitt der vergangenen 60 Jahre von rund sechs Prozent. Nachträglich nach oben korrigiert wurden die Werte für April und Mai. Demnach wurden in beiden Monaten insgesamt 70.000 Stellen mehr geschaffen als bisher angenommen.

„Die Zahlen sind erfreulich und untermauern die Erwartungen, dass sich die US-Notenbank im Verlauf des Herbstes von den Anleihekäufen zurückzieht“, kommentierten die Analysten der Helaba

Die Multimilliarden-Einschnitte im US-Haushalt

Warum drohen die Kürzungen jetzt?

Die Sparbombe geht auf einen früheren Haushaltskompromiss vom Sommer 2011 zurück, als der Streit um die Anhebung der Schuldenobergrenze die USA an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht hatte. Die Einschnitte waren eigentlich als Drohkulisse gedacht, damit sich Republikaner und Demokraten auf einen Plan zum Abbau des Defizits verständigen. Zu einer Einigung kam es aber nie.

Ursprünglich sollten die automatischen Kürzungen bereits zum 1. Januar in Kraft treten, zeitgleich mit dem Ende von Steuererleichterungen für fast alle US-Haushalte. Der Kongress wendete diese sogenannte Fiskalklippe aber nach erbitterten Verhandlungen ab: Steuererhöhungen gab es nur für Reiche, die Frist für die drakonischen Einschnitte wurde um zwei Monate verschoben.

Welches Ausmaß haben die Einschnitte?

Insgesamt legt das Haushaltskontrollgesetz von 2011 Kürzungen in Höhe von 1,2 Billionen Dollar (910 Milliarden Euro) im kommenden Jahrzehnt fest. Alleine im Haushaltsjahr 2013, das Ende September endet, müsste der Staat 85 Milliarden Dollar einsparen. Besonders hart trifft der Sparhammer mit etwa 46 Milliarden Dollar das Militärbudget. Das Pentagon warnte, dass die Einschnitte die nationale Sicherheit des Landes aufs Spiel setzen würden.

Sollten die Einsparungen voll in Kraft treten, würde die US-Konjunktur Schaden nehmen. Das überparteiliche Haushaltsbüro des Kongresses schätzt, dass das Wirtschaftswachstum in den USA durch die Kürzungen in diesem Jahr um 0,6 Prozentpunkte geringer ausfallen könnte. Außerdem dürften etwa 750.000 Jobs verloren. Die Ratingagentur Fitch erklärte, dass die Untätigkeit der Politik angesichts der massiven Einschnitte das Vertrauen in die Kreditwürdigkeit der USA weiter untergraben werde.

Wie würden sich die Einsparungen im Alltag bemerkbar machen?

Alleine 800.000 Zivilangestellte des Verteidigungsministeriums würden in den Zwangsurlaub geschickt und müssten Gehaltseinbußen hinnehmen. Tausende Lehrer könnten wegen geringerer Bildungsausgaben ihren Job verlieren, außerdem müssten 70.000 Kinder im Vorschulalter ein staatliches Förderprogramm verlassen. Viele der knapp 400 Nationalparks müssten vorübergehend schließen.

Im Flugverkehr drohen erhebliche Verzögerungen, weil Sicherheitspersonal und Fluglotsen fehlen würden. Auch an den Grenzen der USA wären weniger Beamte im Einsatz, im Justizwesen dürften sich die Verfahren stauen. Staatliche Hilfen für Langzeitarbeitslose würden heruntergefahren.

Gibt es einen Ausweg?

Auch wenn beide Lager im Kongress derzeit knallhart auf ihren Positionen verharren: Die Sparbombe zündet nicht am 1. März über Nacht, sondern die Wirkung würde sich über die kommenden Monate entfalten. Daher bleibt noch Zeit, die Frist für die Kürzungen erneut zu verschieben oder sich sogar auf einen umfassenden Haushaltskompromiss zu einigen.

Möglich wäre etwa eine Doppellösung mit einer weiteren Haushaltshürde: Der Kongress muss bis spätestens zum 27. März eine neue Übergangsregelung („continuing resolution“) verabschieden, um die laufende Staatsfinanzierung im Haushaltsjahr 2013 zu gewährleisten. Im Zuge dieser Verhandlungen könnten Demokraten und Republikaner versuchen, die die Kürzungen mit einem für beide Seiten gesichtswahrenden Deal zu entschärfen.

Die Finanzmärkte weltweit reagierten zunächst positiv auf die überraschend guten Daten. Der US-Arbeitsmarkt gilt derzeit als größtes Hindernis für ein stärkeres Wachstum und steht im Fokus der US-Notenbank Fed. Deren Chef Ben Bernanke hatte jüngst in Aussicht gestellt, die Währungshüter könnten ihren konjunkturstützenden Kurs der Geldpolitik noch in diesem Jahr verlassen und ihre milliardenschweren monatlichen Anleihekäufe bis Mitte 2014 beenden.

Die überraschend positiven US-Arbeitsmarktdaten haben den Euro am Freitag auf den tiefsten Stand seit Ende Mai gedrückt. Die Gemeinschaftswährung rutschte auf 1,2812 Dollar ab nach 1,2885 Dollar vor der Veröffentlichung. Im Gegenzug stieg der Dollar-Index, der den Wechselkurs zum Euro und anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, auf ein Drei-Jahres-Hoch von 84,53 Punkten.

An den Aktienmärkten ging der Dax auf Zick-Zack-Kurs. Nachdem er einen Teil seiner Verluste wettgemacht hatte, lag er anschließend erneut 0,6 Prozent im Minus bei 7951 Punkten. Die Terminkontrakte auf die US-Indizes deuteten hingegen auf eine stärkere Eröffnung an der Wall Street hin. Am Anleihemarkt drehte der Bund-Future ins Minus und verlor 70 Ticks auf 141,59 Punkte.

Kommentare (1)

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Inertia

06.07.2013, 16:01 Uhr

So wie ich den Arbeitsmarktbericht lese bestehen die neuen Stellen hauptsächlich aus Teilzeitstellen, ein Nebeneffekt der Obamacare.U-6 unemployment ist sogar gestiegen. Hauptsache der Finanzmarkt ist zufrieden.

http://globaleconomicanalysis.blogspot.com/2013/07/establishment-survey-jobs-195k.html

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