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29.08.2015

10:42 Uhr

USA nun wichtigster deutscher Exportmarkt

Amis lieben „Made in Germany“

Mehr als fünf Jahrzehnte war Frankreich wichtigster Kunde der deutschen Exporteure. Nun hat Deutschland erstmals mehr Waren in die boomende USA geliefert. Das dürfte auch am günstigen Euro-Dollar-Kurs liegen.

Im ersten Halbjahr 2015 lieferte Deutschland erstmals seit Jahrzehnten mehr Waren in die USA als ins Nachbarland jenseits des Rheins. dpa

Deutsche Exportware

Im ersten Halbjahr 2015 lieferte Deutschland erstmals seit Jahrzehnten mehr Waren in die USA als ins Nachbarland jenseits des Rheins.

WiesbadenDie USA haben Frankreich als wichtigsten Markt für deutsche Exporte abgelöst. Im ersten Halbjahr 2015 lieferte Deutschland erstmals seit Jahrzehnten mehr Waren „Made in Germany“ in die Vereinigten Staaten als ins Nachbarland jenseits des Rheins, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Damit könnte eine Ära zu Ende gehen: Seit 1961 war Frankreich ununterbrochen der größte Absatzmarkt für die deutsche Exportwirtschaft. Die USA waren zuletzt 1959 an der Spitze der Abnehmerländer von Autos, Maschinen und Co. aus der Bundesrepublik, 1960 standen die Niederlande kurzfristig an der Spitze.

Aus Sicht von KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner ist es aber keineswegs ausgemacht, dass die Amerikaner dauerhaft mehr deutsche Produkte kaufen als die Franzosen. Denn die jüngste Entwicklung sei getrieben von der im Vergleich zu Frankreich größeren Wachstumsdynamik in den USA und dem schwächelnden Euro, der deutsche Produkte außerhalb der Eurozone günstiger macht, in Frankreich aber nicht: „Das muss beides nicht von Dauer sein.“ Es sei gut möglich, dass Frankreich wieder wichtigster Kunden deutscher Exporteure werde.

“Made in Germany“: Die zehn größten Abnehmer

10. Belgien

21. Milliarden Euro

9. Schweiz

25 Milliarden Euro

8. Polen

25 Milliarden Euro

7. Österreich

28 Milliarden Euro

6. Italien

30 Milliarden

5. China

36 Milliarden Euro

4. Niederlande

39 Milliarden

3. Großbritannien

45 Milliarden Euro

2. Frankreich

53,5 Milliarden Euro

1. USA

55,8 Milliarden Euro

Im ersten Halbjahr 2015 kletterten die deutschen US-Ausfuhren von 45 Milliarden Euro im Vorjahr auf fast 56 Milliarden Euro, wie aus den Zahlen der Statistiker hervorgeht. Damit entwickelten sich die Exporte über den Atlantik deutlich dynamischer als über den Rhein: Nach Frankreich gingen von Januar bis Juni Produkte im Wert von 53,5 Milliarden Euro nach 51,6 Milliarden Euro vor einem Jahr.

Dieser Trend könnte sich zunächst fortsetzen: Der Internationale Währungsfonds (IWF) traut der weltgrößten Volkswirtschaft im laufenden Jahr ein Wachstum um 2,5 Prozent zu, im Folgejahr um 3,0 Prozent. Für den Euroraum sagten die Experten nur Wachstumsraten von 1,5 Prozent in diesem und 1,7 Prozent im kommenden Jahr voraus.

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Der Euro kann sich nicht von den starken Kursverlusten der vergangenen Tage erholen: Zwischenzeitliche Kursgewinne hat die Gemeinschaftswährung am Freitag wieder abgegeben. Schuld sind Spekulationen um die Fed-Politik.

Als Handelspartner (Exporte plus Importe) hat Frankreich die Nase aber weiterhin vorne, weil Deutschland mehr Waren aus Frankreich einführt als aus den USA. Auf Rang drei und vier der größten Handelspartner folgen die Niederlande und China.

Insgesamt legten die deutschen Ausfuhren im ersten Halbjahr so stark zu wie seit vier Jahren nicht mehr. Die Exporte stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,0 Prozent auf 595,3 Milliarden Euro.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Peter Noack

31.08.2015, 08:51 Uhr

Bis wann darf man erwarten, dass die Redakteure die Außenhandelsstatistik von destatis für das erste Halbjahr 2015, vom 27. August gelesen und ausgewertet haben?
Allein die USA haben 10 Milliarden Euro mehr, oder 24,4 Prozent, aus Deutschland importiert als im Vorjahreszeitraum. Zugleich wurde ein Handelsdefizit von über 26 Milliarden Euro erreicht. wird dieses Defizit mit Papierdollar bezahlt, die ausländische Kapitalanleger erst durch Anleihekäufe beim Staat und den Unternehmen transferieren müssen? Wie könnte oder sollte die USA ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Deutschland steigern?
Bei fast identischem Export hat Deutschland aus China für über 10 Milliarden oder 20 Prozent mehr aus China importiert. Trotz halbierter Ölpreise hat Russland 5 Milliarden Exportüberschuss in Deutschland. Sämtliche Wirtschaftsprozesse lassen sich allein mit der Außenhandelsstatistik analysieren.
Man kann auch die Haupthandelsgüter, Autoexporte, nach Ländern betrachten. Dann wird auch klar und eindeutig verständlich, dass China nicht für die Turbulenzen an den Finanzmärkten verantwortlich ist. Solche Argumente sind an den Haaren herbeigezogen und aus der Luft gegriffen.

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