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17.04.2012

12:48 Uhr

Verbraucher

Gefühlte Inflation fast doppelt so hoch wie offizielle Teuerung

Die von Verbraucher gefühlte Inflation lag im März bei 3,7 Prozent. Die offizielle Teuerungsrate betrug aber nur 2,1 Prozent. Damit ist der gefühlte Wert fast doppelt so hoch. Grund sind auch die Benzin-Rekordpreise.

Besonders die Rekordpreise für Benzin und Diesel tragen zu einer hohen gefühlten Inflation bei. dpa

Besonders die Rekordpreise für Benzin und Diesel tragen zu einer hohen gefühlten Inflation bei.

BerlinDie von den deutschen Verbrauchern gefühlte Inflation ist fast doppelt so hoch wie die offizielle Teuerungsrate. Nach Berechnungen der Großbank UniCredit lag sie im März bei 3,7 Prozent, während der vom Statistischen Bundesamt ermittelte Wert lediglich 2,1 Prozent beträgt. Auch im langjährigen Vergleich ist das ein hoher Wert: In den vergangenen 15 Jahren lag die gefühlte Inflation im Schnitt bei 2,3 Prozent.

„Besonders die Rekordpreise für Benzin und Diesel sowie steigende Kosten für viele Lebensmittel sorgen dafür, dass die von den Verbrauchern wahrgenommene Inflation viel höher ist als die offizielle Teuerungsrate“, sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees, am Dienstag Reuters. „Vor allem die teuren Kraftstoffe dürften dafür sorgen, dass der Abstand noch längere Zeit groß bleibt.“ Das mache einen Teil der Kaufkraftgewinne zunichte, die durch steigende Beschäftigung und spürbare Lohnzuwächse entstanden seien. „Die Verbraucher sind deshalb zurückhaltender und geben nicht so viel Geld aus, wie man angesichts der guten Rahmenbedingungen vermuten dürften“, sagte Rees.

Im Unterschied zum Statistikamt gewichten die UniCredit-Ökonomen die untersuchten Waren nach ihrer Kaufhäufigkeit. „Da Benzin und Nahrungsmittel wie frisches Obst und Gemüse regelmäßig gekauft werden, fallen den Verbrauchern die Preiserhöhungen hier besonders stark auf“, sagte Rees. „Umgekehrt fallen Preissenkungen für dauerhafte Konsumgüter wie Computer und Heimelektronik weniger auf, weil diese Waren viel seltener gekauft werden.“ Mehl kostete im März beispielsweise 30 Prozent, Margarine 27 Prozent und Zucker 21 Prozent mehr als vor einem Jahr. Kopfsalat verteuerte sich sogar um 48 Prozent, Gurken um 31 Prozent. Computer verbilligten sich dagegen um 19 Prozent, Notebooks um 15 Prozent und Fernsehgeräte um 13 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (20)

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17.04.2012, 13:02 Uhr

Die offizielle Teuerungsrate ist professionelle Trickserei. Klar, ich kaufe jeden Monat einen neuen Notebook und ein neues TV. Tanken nur 1x im Jahr, und Gemüse alle 2 Jahre. Dann stimmt die offizielle Inflation.
Und wenn es nicht langt, dann wird der Warenkorb hin- und hergeschummelt, bis es wieder paßt. Was sagt man dazu? Jedenfalls denkt man sich seinen Teil über dieses System!

Account gelöscht!

17.04.2012, 13:45 Uhr

War kurz vor dem Zusammenbruch der DDR auch so, daß man nur mit Tricks stabile Preise aufs Papier brachte.

Jeder hat doch nach der Einführung des Euros die Verdopplung der Preise mitbekommen. Die staatliche Propaganda reagierte durch Veränderung des Warenkorbes. So bekamen eben die gerade billiger gewordenen Reisen ene höheren Ausgabenanteil.
Ist alles Betrug ums Volk ruhig zu halte und Löhne, Zuschüsse etc. klein zu halten!

Die tatsächliche Inflationsrate entspricht oft der Diätenerhöhung der Abgeordneten - die wollen natürlich keine Einbusen.

HelmutJosefWeber

17.04.2012, 13:59 Uhr

Ich denke, die Leute die diese offizielle Inflationsrate berechnen, sitzen in den Ministerien nicht weit weg von den Leuten, die uns einreden wollen, dass die Eurokrise vorbei ist.

Viele Grüße
H. J. Weber

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