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17.01.2007

12:14 Uhr

Verbraucherpreise 2006

Teures Obst, billige Fernseher

Die Teuerung hat sich 2006 deutlich abgeschwächt. Billiger waren vor allem langlebige Gebrauchsgüter wie Computer und Fernseher. Energieprodukte blieben kostspielig, verteuerten sich aber nicht mehr so stark wie 2005. In diesem Jahr sehen die Fachleute neben Öl, Gas und Kraftstoffen noch einen weiteren Preistreiber.

Für Obst und Gemüse mussten die Verbraucher 2006 deutlich mehr ausgeben. Foto: dpa Quelle: dpa

Für Obst und Gemüse mussten die Verbraucher 2006 deutlich mehr ausgeben. Foto: dpa

HB BERLIN. Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich 2006 spürbar verlangsamt. Die Teuerungsrate sank auf 1,7 von zwei Prozent im Jahr 2005, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit wurde die erste Schätzung von Ende Dezember bestätigt.

Preistreiber Nummer eins waren fast über den gesamten Jahresverlauf die Energiekosten. Sie erhöhten sich um 8,5 Prozent. Damit verteuerten sie sich aber nicht mehr so stark wie 2005, als sie mehr als zehn Prozent zugelegt hatten. „Bis Juni hatten wir oft Jahresraten von mehr als zwei Prozent, die durch die hohen Ölpreise kamen. Als im Herbst der Ölpreis sank, ist auch die Inflation deutlich zurückgegangen“, sagte Michael Holstein von der DZ Bank.

Die Gaspreise stiegen mit 17,7 Prozent am stärksten. Leichtes Heizöl zog mit plus 10,7 Prozent ebenfalls kräftig an. An den Zapfsäulen mussten Autofahrer für Kraftstoffe 5,6 Prozent mehr zahlen. Ohne Berücksichtigung von Energie hätte die Jahresteuerung nur 0,9 Prozent betragen.

Auch für Obst und Gemüse mussten die Verbraucher deutlich mehr Geld ausgeben. Der trockene Sommer hatte für erhebliche Ernteausfälle gesorgt und viele landwirtschaftliche Produkte verteuert. Billiger waren dagegen langlebige Gebrauchsgüter wie Personalcomputer und Fernseher mit teilweise zweistelligen Preisrückgängen. „Generell war der heimische Preisdruck 2006 sehr gering“, sagte Holstein. Dazu hätten auch moderate Lohnabschlüsse beigetragen.

Fachleute erwarten in diesem Jahr aber einen kräftigeren Preisauftrieb. „Ab Januar wird die Mehrwertsteuererhöhung reinhauen“, sagte Alexander Krüger von der WestLB. Die DZ Bank schätzt, dass allein die höhere Steuer die Preise um knapp ein Prozent nach oben treiben wird. „Auf der anderen Seite haben wir im Moment eine deutliche Entlastung durch die niedrigen Ölpreise“, sagte Holstein. Sie wirke dem Preisauftrieb entgegen, können ihn aber nicht kompensieren.

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