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27.06.2012

14:26 Uhr

Verbraucherpreise

Inflationsrate überraschend rückläufig

Die schwächere Weltkonjunktur hat auf die Ölpreise gedrückt und das Tanken und Heizen verbilligt. Trotz teurerer Nahrungsmittel ließ der Preisdruck insgesamt nach - den zweiten Monat in Folge.

Eine Hand hält Geldscheine und einen Kassenbon über einer Einkaufskiste mit Lebensmitteln. dpa

Eine Hand hält Geldscheine und einen Kassenbon über einer Einkaufskiste mit Lebensmitteln.

BerlinDer fallende Ölpreis sorgt für Entlastung im Portemonnaie der deutschen Verbraucher. Im Juni sank die Jahresteuerung auf einen Wert von 1,7 Prozent. „Das ist die niedrigste Teuerungsrate seit Dezember 2010“, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch zu den vorläufigen Daten mit. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Anstieg um 1,8 Prozent gerechnet.

Im Sog der schwächeren Weltkonjunktur waren die Ölpreise jüngst stark gefallen, was Tanken und Heizen verbilligt. Trotz teurerer Nahrungsmittel ist der Preisdruck nunmehr den zweiten Monat in Folge unter die Zielmarke der Europäischen Zentralbank gefallen. Sie spricht bei Werten von knapp unter zwei Prozent von Preisstabilität.

Damit dürfte auch der Weg für eine historische Zinssenkung in der kommenden Woche frei sein, mit der die Zentralbank die Wirtschaft der Euro-Zone in der Krise ankurbeln könnte. Commerzbank-Experte Ralph Solveen sagte: „Wir rechnen mit einer Kappung. Die Inflationsdaten aus Deutschland zeigen der EZB, dass der Preisdruck derzeit nur verhalten ist.“ Noch nie seit Bestehen des Euro hatte die EZB den Schlüsselzins unter das aktuelle Niveau von 1,0 Prozent gesenkt.

Der insgesamt moderate Preisdruck dürfte auch dafür sorgen, dass die Verbraucher in Laune bleiben, weil deren Kaufkraft damit gestärkt wird. Wie aus dem jüngsten Konsumklima-Barometer des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK hervorgeht, rechnen die Bundesbürger trotz der Euro-Krise mit steigenden Einkommen und wollen mehr Geld für teure Anschaffungen ausgeben.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

27.06.2012, 14:59 Uhr

Das wird sich sehr bald ändern.

BUBA: eine Bilanz vom anderen Stern? (19.06.2012)
http://www.querschuesse.de/buba-eine-bilanz-vom-anderen-stern/

Account gelöscht!

27.06.2012, 15:27 Uhr

Ich habe von einer Theorie gehört, nachdem einer großen Inflation zunächst eine deflationäre Phase voraus geht.

Die begründen die Theoretiker mit Angebot und Nachfrage. So führe eine Rezession zunächst zu einer starken Senkung der Nachfrage, was zu Überkapazitäten führt. Dies versucht die Angebotsseite mit sinkenden Preisen auszugleichen, der Preisverfall ist da. In diesem Artikel lesen wir, dass Öl den Anfang macht.

Wird diese deflationäre Phase überschritten tritt die inflationäre Phase ein. Ich würde versuchen das so zu beschreiben: Hersteller reagieren auf das kurzfrisitge Warenüberangebot, sie senken die Produktion, schwache Firmen werden pleite gehen. Durch die Geldschwemme der EU wird dann viel Kapital einem niedrigeren Warenangebot gegenüberstehen. Dieses Kapital ist freilich bisher nur bei Banken und Staaten angekommen und es wird nicht direkt zur Nachfrageseite fließen. Aber es wird wohl für Spekulationen, z.B. Öl, Rohstoffe, Devisen von den Banken genutzt werden. Dies wird die Energiekosten anheben. Gleichzeitig verfügen Lohnempfänger über weniger Geld, da uns eine Verkürzung der Arbeitszeit oder sogar Entlassungen vor der Tür stehen. In dieser Phase besteht nur eine von Arbeitgebern gehasste Möglichkeit die Löhne zu erhöhen. Wenn dieses geschieht, werden wir uns bereits im Aufschwung der Inflation befinden.

Das muss nicht schlecht sein. Schulden werden hierdurch entwertet (auch Erspartes) und die Wirtschaft wird wieder in einen Aufschwung finden.

Fakt ist: Mit den GIPS-Staaten wird auch der BRD ein wichtiger Nachfrager fehlen.

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