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31.05.2014

13:56 Uhr

Vergleich zur US-Konkurrenz

Starker Euro schwächt Europas Konzerne

Der starke Euro ist ein Grund, warum die größten europäischen Konzerne sich derzeit deutlich schlechter entwickeln als ihre US-amerikanischen Konkurrenten. Firmen etwa in Großbritannien ergeht es deutlich besser.

Ist die Eurokrise überwunden? Auf jeden Fall steigt der Kurs der Gemeinschaftswährung seit zwei Jahren – von 1,20 Dollar auf 1,36. dpa

Ist die Eurokrise überwunden? Auf jeden Fall steigt der Kurs der Gemeinschaftswährung seit zwei Jahren – von 1,20 Dollar auf 1,36.

BerlinDer starke Euro wird für Europas Unternehmen im Wettbewerb mit der US-Konkurrenz laut einer Studie immer mehr zum Problem. Der hohe Außenwert der Gemeinschaftswährung sei ein wichtiger Grund für die im transatlantischen Vergleich deutlich schlechtere Umsatz- und Gewinnentwicklung der größten europäischen Konzerne. Dies geht aus einer Analyse des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) hervor, über die die „Welt“ vom Samstag berichtet.

Insgesamt mussten die 300 umsatzstärksten börsennotierten Firmen in Europa der Untersuchung zufolge im vergangenen Jahr ein Gewinnminus von drei Prozent auf 643 Milliarden Euro hinnehmen. In den Vereinigten Staaten hätten die Top 300 dagegen einen fünfprozentigen Anstieg der Erträge auf in der Summe 831 Milliarden Euro verbucht.

Dabei steche Deutschland als positives Gegenbeispiel innerhalb der Eurozone hervor - obgleich die Zuwächse nur gering ausgefallen seien: Die addierten Umsätze legten hier nach E&Y-Angaben 2013 kaum merklich um gerade einmal 0,1 Prozent zu. Firmen in Nicht-Euro-Ländern wie Großbritannien und Schweden sei es besser gegangen als Euro-Ländern.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Neben dem starken Eurokurs, der vor allem Exporteure belastet, sei die grundsätzlich schleppende Entwicklung der Wirtschaft in vielen europäischen Ländern eine wesentliche Ursache für die Unterschiede. Banken und Versicherungen waren von der Studie ausgenommen.

Von

dpa

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