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28.01.2010

13:53 Uhr

Vize-Handelsminister

Wechselkurs-Aufwertung kann chinesische Exporte belasten

Der Druck auf den Yuan nimmt zu, immer mehr Staaten fordern von Peking die Aufwertung der Währung - für die Chinesen ein Problem, gilt doch die schwache Währung als Triebfeder ihres exportbasierten Wirtschaftswachstums.

Bankangestellte zählt Yuan-Scheine: Aufwertungsdruck nimmt zu. Reuters

Bankangestellte zählt Yuan-Scheine: Aufwertungsdruck nimmt zu.

HB PEKING. Die chinesische Landeswährung Yuan gerät nach Ansicht der Regierung international immer stärker unter Aufwertungsdruck. Diese Erwartungshaltung auf den ausländischen Märkten könne sich als weiterer Belastungsfaktor für die Exportwirtschaft der Volksrepublik entpuppen, sagte Vize-Handelsminister Zhong Shan am Donnerstag in Peking. Auch die Unsicherheit über die Tragfähigkeit der weltweiten Wirtschaftserholung sowie der internationale Disput über Handelsschranken könnten der Ausfuhrwirtschaft schaden. Zhong sagte, für 2010 werde ein moderates Export- und Importwachstum angestrebt. Zugleich sollen die Einzelhandelsumsätze auf dem riesigen chinesischen Binnenmarkt um 16 Prozent zulegen.

Durch eine Aufwertung des Yuan-Wechselkurses würden sich chinesische Güter auf den Weltmärkten verteuern und somit die Absatzchancen erschweren. Das Handelsministerium hatte jüngst angekündigt, die Anpassung des Yuan-Wechselkurses stufenweise und auf kontrollierte Weise vorzunehmen. Die Volksrepublik werde außerdem versuchen, mit steigenden Einfuhren ihr Handelsdefizit zu reduzieren. 2009 hatte der Wert der Exporte den der Importe um 196 Mrd. Dollar überstiegen. Diese Entwicklung sieht auch die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sorge, wie EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny jüngst betonte. China habe angesichts des ökonomisch "sehr problematischen" Leistungsbilanzüberschusses erhöhten Bedarf, seinen Wechselkurs anzupassen, sagte der österreichische Notenbankchef.

Der Yuan ist an die Entwicklung des Dollar gekoppelt, der gegenüber dem Euro und anderen wichtigen Währungen schwächelt. China kann dadurch seine Exportwaren billiger anbieten. US-Politiker sehen in der chinesischen Währungspolitik eine Subvention, die Strafzölle gegen Einfuhren aus China rechtfertigen könnte.

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