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24.08.2013

11:51 Uhr

Volkswirte prognostizieren

Arbeitsmarkt entwickelt sich nur langsam

Der deutsche Arbeitsmarkt kommt nicht in Schwung. Während die Konjunkturdaten anziehen, bleiben die Arbeitslosenzahlen hinter den Erwartungen zurück. Schuld daran ist der Sommer.

Menschen stehen vor der Agentur für Arbeit an. Die Schlangen dürften künftig nicht kürzer werden. Denn die Konjunktur eilt dem Arbeitsmarkt voraus. dpa

Menschen stehen vor der Agentur für Arbeit an. Die Schlangen dürften künftig nicht kürzer werden. Denn die Konjunktur eilt dem Arbeitsmarkt voraus.

NürnbergNach der Jobflaute in den vergangenen Monaten kommt der deutsche Arbeitsmarkt nach Experteneinschätzung nur langsam in Schwung. Mit einem stärkeren saisonbereinigten Rückgang der Erwerbslosenzahlen sei frühestens zum Jahresende zu rechnen, prognostizierten Volkswirte deutscher Großbanken und Konjunkturforscher in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Einige Fachleute rechnen sogar erst im Laufe des kommenden Jahres mit einer durchgreifenden Besserung.

Im August waren nach Berechnung der Volkswirte 2,932 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit; dies wären rund 20 000 mehr als im Juli und knapp 30 000 mehr als vor einem Jahr. Lediglich die DZ-Bank geht für den August von einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit um rund 6000 aus. Für gewöhnlich steigt die Zahl der Arbeitslosen im August nur um 5000 bis 10 000.

Hauptursache für den Anstieg der August-Arbeitslosigkeit sind die Werksferien in vielen deutschen Unternehmen; dadurch stellten viele Personalchefs die Anstellung neuer Arbeitskräfte zurück. Auch meldeten sich im Sommer viele junge Leute nach Abschluss ihrer Berufs- oder Schulausbildung erst einmal arbeitslos. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur am kommenden Donnerstag (29. August) bekanntgeben.

Für die kommenden Monate rechnen die Volkswirte mit einer Stagnation auf dem Arbeitsmarkt. „Ich gehe davon aus, dass der Arbeitsmarkt den Rest des Jahres stabil bleibt. Da gibt es erst mal wenig Veränderung, eventuell kommt es zu einem kleinen Rückgang der Arbeitslosenzahlen“, schätzt etwa DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein. Das liege auch daran, dass der Stellenmarkt stets verzögert auf wirtschaftliche Aufwärtsentwicklungen reagiere. Zudem sei der Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten gar nicht so stark eingebrochen wie manche befürchtet hatten.

Mit großen Auf- oder Abwärtsentwicklungen rechnet in den kommenden Monate auch Steffen Henzel vom Münchner Ifo Institut nicht. „Wir werden einen Monat haben mit leicht rückgängigen saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen, den einen oder anderen Monat mit Stagnation, aber auch einen Monat mit sinkenden Zahlen“, prognostiziert der Konjunkturforscher. Für einen kräftigen Jobaufschwung fehle es am erforderlichen Wirtschaftswachstum. Das Ifo Institut rechnet in diesem Jahr nur mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 Prozent.

Von

dpa

Kommentare (5)

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RDA

24.08.2013, 12:15 Uhr

Ach, der BDI erzählt doch ständig, wir hätten Fachkräftemangel. Wie passt denn das zusammen? Eine Firma, die Fachkräfte braucht, wird sicher nicht die ganze Sommerpause keine Einstellungen vornehmen.

hermosa

24.08.2013, 13:41 Uhr

Bruttosozialprodukt vs Asbeitslosenqute!

Die Wirtschaft hat sich schon lange , wie die Finanzwelt, vom Bürger in eine Parallelwelt abgekoppelt.


Kurz:Der Wirtschaftsaufschwung kann mehr & mehr OHNE
deutsches Human Capital stattfinden!

Auch werden welweit nicht mehr soviel qualifizierte Arbeitnehmer benötigt! Dank oder.... Technologie!

Weltweit werden Stellen abgebaut.


Einige wenige als Leader für eine Horde an Ameisen!

Das ist die Zukunft!

Ob wir es gut finden oder nicht!

That's it!


Hin zur höchsten Schulbidung mit dem Ziel hin zur Akademikerschwemme geht völlig an der Zukunft vorbei!







der_Sommer_der_keiner_war

24.08.2013, 14:22 Uhr

Auf einem Angebotsmarkt von Arbeitskräften kann sich der Arbeitsmarkt naturgemäß nur langsam entwickeln - wenn überhaupt.
Und zur Not ist der Sommer schuld.
Welcher Sommer eigentlich?
Markgesetze greifen auch hier: wer Arbeit für eine zusehends vernachlässigbare, auch politische, Größe hält erzeugt damit ggf (auch) ein Überangebot von Arbeitskräften.
Mit dem Überangebot von AK werden Arbeitskräfte billiger.
Darauf kann man auch zählen in Ländern, in denen Arbeitsplätze sozusagen in die dritte Welt exportiert werden: importierte Waren mögen billiger werden, an der Preisspirale der Industrienationen wird das wenig ändern.

Was mit Globalisierung vlt intendiert gewesen sein könnte: Ankopplung alle Produktivkräfte der Welt an das Produktionsgeschehen hat zur Entkopplung weiter Bevölkerungsteile ausgerechnet der Industrienationen geführt: Fast könnte man annehmen mit der Globalisierung sei auch Elend globalisiert worden - aber wer heutzutage so etwas schreibt gilt als Polemiker.

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