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21.03.2017

12:09 Uhr

Vor dem Brexit

Briten erleben Inflationsschub

Seit sich die Briten für den Ausstieg aus der EU entschieden haben, hat das Pfund bereits massiv an Wert verloren. Die Inflationsrate kletterte im Februar auf 2,3 Prozent, wodurch importierte Waren teurer werden.

Premierministerin Theresa May will nächste Woche das Scheidungsschreiben nach Brüssel schicken. dpa

Brexit

Premierministerin Theresa May will nächste Woche das Scheidungsschreiben nach Brüssel schicken.

LondonIn Großbritannien sind die Preise vor dem anstehenden EU-Austrittsantrag so stark gestiegen wie seit September 2013 nicht mehr. Die Inflationsrate kletterte im Februar auf 2,3 Prozent, wie die Statistikbehörde am Dienstag mitteilte. Experten hatten lediglich mit einer Teuerungsrate von 2,1 Prozent gerechnet. Seit sich die Briten im Juni 2016 mehrheitlich für einen Ausstieg aus der EU entschieden haben, hat die heimische Währung massiv an Wert verloren. Dies führt dazu, dass importierte Waren teurer werden, was die Preise nach oben treibt. Zudem nagt der gestiegene Ölpreis an der Kaufkraft der Verbraucher.

Wie das Statistikamt ONS nun mitteilte, waren die wegen erhöhter Treibstoffkosten gestiegenen Tarife für Verkehrsmittel der größte Inflationstreiber im Februar. Ferner zogen die Preise für Nahrungsmittel auf Jahressicht betrachtet erstmals seit mehr als zweieinhalb Jahren an.

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Die höher als erwartet ausgefallenen Inflationszahlen gaben der Währung Auftrieb: Das Pfund verteuert sich um 0,8 Prozent auf 1,2461 Dollar und erreicht den höchsten Stand seit drei Wochen. Die Teuerungsrate ist nunmehr weit über das Ziel der Notenbank hinausgeschossen, die einen Wert von zwei Prozent anstrebt. Im Januar lag die Inflation bei lediglich 1,8 Prozent. Die Währungshüter in London tasteten den Leitzins zwar jüngst nicht an, den sie im August 2016 in den Nachwehen des Brexit-Votums auf 0,25 Prozent gesenkt hatten. Allerdings sprach sich eine Währungshüterin für eine Erhöhung aus. Die BoE erwartet, dass die Inflation im zweiten Quartal 2018 mit 2,8 Prozent ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen wird. Viele Experten rechnen jedoch eher mit einem Wert von drei Prozent.

Premierministerin Theresa May will nächste Woche das Scheidungsschreiben nach Brüssel schicken. Sie wird damit formal den Brexit-Prozess in Gang setzen, der nach ihrem Willen 2019 mit dem Austritt aus der Europäischen Union enden soll.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

21.03.2017, 12:50 Uhr

1. Ist die Inflationsrate in der EU genauso hoch, wenn nicht schon höher.
2. Ist Inflation an sich nicht schlecht...man wird sich wieder mehr auf die eigene Stärke (Erfinder- und Wissensgeist) besinnen um die bis dato importierten Waren selbst, im eigenen Land, herzustellen.
3. Inflationen können somit den Zusammenhalt eines Volkes fördern und stärken.

Sven NSA Euro

21.03.2017, 18:28 Uhr

Deswegen werden die Briten den Brexit nicht rückgängig machen. Die schaffen das schon.
Angstmache gegenüber weiteren Austritts Kandidaten.

Frau Lana Ebsel

22.03.2017, 17:31 Uhr

Zusätzlich zum Inflationsschub wegen dem Brexit soll es jetzt in England auch mehr regnen.

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