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16.01.2006

12:17 Uhr

Wachsende Zuversicht

EU-Kommission erwartet stärkere Belebung der Euro-Konjunktur

Die Konjunkturbelebung in der Euro-Zone könnte sich im zweiten Quartal etwas verstärken. Davon gehen jedenfalls die EU-Kommission und Wirtschaftsforscher in den drei größten Ländern der Währungsunion aus. Auch das Ifo-Institut rechnet mit etwas höherem Wachstum im Sommer

ari DÜSSELDORF. In ihrem jüngsten gemeinsamen Ausblick prognostizieren das Münchener Ifo-Institut, das französische Statistikamt Insee und das italienische Wirtschaftsforschungsinstitut ISAE, dass die Wirtschaft in der Euro-Zone im zweiten Quartal um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal wächst – nach Zuwachsraten von jeweils 0,4 Prozent im vierten Quartal 2005 und im laufenden ersten Quartal 2006. Auch in der EU-Kommission, die erstmals eine Projektion für drei Quartale auf Basis eines neuen dynamischen Schätzmodells abgab, wächst die Zuversicht. Sie erwartet, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Euro-Zone im zweiten Quartal zwischen 0,4 und 0,9 Prozent zunimmt. Die Obergrenze der Kommissions-Prognose für das zweite Quartal ist damit einen Zehntelpunkt höher als für die letzten drei Monate des vergangenen und die ersten drei Monate dieses Jahres.

Das Ifo-Institut, Insee und ISAE erwarten wegen der besseren Stimmung in den Unternehmen, dass bis zur Jahresmitte 2006 vor allem die Investitionen anziehen und über eine stärker steigende Industrieproduktion das Wachstum der Gesamtwirtschaft stimulieren. Impulse kämen auch vom Außenhandel infolge der robusten weltwirtschaftlichen Expansion. Der Anstieg des privaten Konsums bleibe dagegen verhalten.

Für Bundesbank-Präsident Axel Weber ist das konjunkturelle Umfeld in der Euro-Zone angesichts des verbesserten Verbraucher- und Industrievertrauens „etwas günstiger geworden“. Der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet sagte gleichzeitig in Vallendar, einige Indikatoren seien ermutigender als vor einigen Monaten.

Klar scheint nach den jüngsten Prognosen, dass sich das Wachstum im vierten Quartal wie erwartet verlangsamt hat. Im dritten Quartal 2005 hatte sich der BIP-Zuwachs in der Euro-Zone gegenüber dem vorherigen Vierteljahr auf 0,6 Prozent beschleunigt. Das Statistikamt Eurostat bestätigte am Freitag seine Schätzung von Ende November. Der Anstieg der Investitionen und der Exporte wurde jedoch etwas nach unten revidiert – auf 1,3 bzw. 3,3 Prozent. Der private Konsum wuchs wie bisher geschätzt um 0,3 Prozent. Beschleunigt haben sich die Konsumausgaben im Jahresverlauf vor allem in Spanien. Deutschland wies dagegen nach den Niederlanden und Finnland den stärksten Anstieg bei den Investitionen auf und verzeichnete im dritten Quartal nach Finnland auch den höchsten Exportanstieg.

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